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Dresdens Sportler des Jahres 2012: die starken Frauen

Dresdens Sportler des Jahres 2012: die starken Frauen

Für Dreispringerin Jenny Elbe vom DSC ging das Jahr gut los. Bei der Deutschen Hallenmeisterschaft in Karlsruhe knackte die Studentin der Lebensmittelchemie erstmals die 14-Meter-Marke und holte mit 14,02 Metern hinter der Chemnitzerin Kristin Gierisch (14,19 m) die Silbermedaille.

Von astrid Hofmann

Die Olympia-Norm von 14,30 Metern schien zu diesem Zeitpunkt erreichbar. Leider kam es anders. Ab Ende März bremste Janny das Pfeiffersche Drüsenfieber und später noch eine Angina aus. Das warf die 22-Jährige fünf bis sechs Wochen zurück. Aber sie kämpfte sich bis zu den Deutschen Meisterschaften im Juni in Wattenscheid wieder heran, erreichte mit 14,06 Metern eine weitere persönliche Bestleistung und sicherte sich erstmals die Goldmedaille. Damit durfte Jenny, die das sportliche Talent von Vater und Trainer Jörg (ehemaliger Dreispringer) in die Wiege gelegt bekam, zur EM nach Helsinki fahren. Den Einzug ins Finale verpasste die Freundin von Hochspringer Matthias Haverney dort mit 13,98 Metern um ganze zehn Zentimeter. Mit DM-Titel und EM-Teilnahme hat die DSC-Springerin trotz der vielen Probleme noch das Beste gemacht, auch wenn es mit Olympia nicht klappte.

Eiskunstläuferin Sandy Hoffmann vom DESV Elbflorenz hat sich nach zwei Jahren voller Krankheiten und Verletzungen in diesem Winter in der deutschen Spitze zurückgemeldet. Schon bei den deutschen Meisterschaften im Februar 2012 deutete sie mit Platz vier an, dass mit ihr wieder zu rechnen ist. Nach Vereins- und Trainerwechsel ging es dann im Sommer richtig bergauf. Vor allem ein Trainingslager in den USA brachte den entscheidenden Kick, auch das Training bei Landestrainerin Heather Celestine Lawless in Chemnitz trug Früchte. Gleich beim ersten Wettkampf in Graz schaffte sie neue persönliche Bestleistung. Nach Platz neun im Kurzprogramm überzeugte sie mit einer tollen mit fünf Dreifachen gespickten Kür und schob sich noch auf den vierten Platz. Nur eine Woche darauf gelang ihr bei einem internationalen Wettbewerb in Warschau eine weitere Steigerung. Die 19-Jährige schraubte ihre Punktzahl erneut nach oben und sprang als Dritte aufs Podest. Bei beiden Wettkämpfen sammelte sie auch Weltranglistenpunkte, schaffte die Norm für die EM und für die Einstufung in den Bundeskader.

Motorsportlerin Yvonne König hat Benzin im Blut. Schon Großvater und Vater bretterten mit Höllengeschwindigkeiten im Rennboot über das Wasser. Bereits mit 18 wurde Yvonne Deutsche Meisterin in der Klasse S-150. In diesem Jahr kaufte sich die ehrgeizige Blondine mangels sportlicher Alternativen in ein Team der Langstrecken-WM ein. Eine vierstellige Summe musste die Mechatronikerin investieren, um in ein französisches Team aufgenommen zu werden. Für "Neptun Inshore" bestritt sie dann beide Rennen der Langstrecken-WM in der Formel 2. Und wie schon so oft war die Dresdnerin die schnellste Frau. Beim ersten Rennen, dem legendären 24-Stunden-Rennen in Rouen (Frankreich) belegte sie ebenso Platz zwei wie anschließend im polnischen Augustow. Mit nur einem Punkt Rückstand auf Rang zwei erkämpfte sie sich WM-Bronze. Unter 109 Teilnehmern waren nur acht Frauen. Damit ist Yvonne König die schnellste Powerboatfahrerin der Welt.

Kanutin Steffi Kriegerstein vom WSV Am Blauen Wunder kann erneut auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Die 20-Jährige, die schon seit ihrem sechsten Lebensjahr im Boot sitzt und 2009 Junioren-Europameisterin war, brachte von den Deutschen Meisterschaften gleich drei Medaillen mit nach Hause. Im K4 über 200 Meter holte sie den Titel, im K2 über die gleiche Distanz gewann sie mit der Leipzigerin Tina Dietze Silber und auch im K4 über 500 Meter belegte sie Platz zwei. Mit diesen Leistungen sicherte sie sich die Fahrkarte zur U23-EM nach Portugal, wo sie mit Debora Niche im K2 über 500 Meter Silber erkämpfte. Zudem paddelte sie beim Weltcup in Moskau auf die Plätze zwei (K4) und drei (K2).

Shorttrackerin Bianca Walter vom EV Dresden stand schon mit drei Jahren erstmals auf dem Eis. Kein Wunder, schließlich war Mutter Skadi einst selbst Eisschnellläuferin und Oma Inge hatte sich als Trainerin dem Eiskunstlauf verschrieben. Die 22-jährige Bianca gehört seit 2006 zur deutschen Nationalmannschaft und gab 2007 ihr Debüt im Weltcup. Einen ihrer schönsten Erfolge feierte sie 2010 mit dem Gewinn von Staffel-Gold bei der Heim-EM in Dresden. Unter dem neuen Bundestrainer Mike Kooreman hat die ehrgeizige Eisflitzerin weitere Fortschritte gemacht. Bei der EM 2012 wurde sie über 1000 Meter Sechste und über 500 und 1500 Meter jeweils Achte, mit der Staffel belegte sie Platz vier. Zum Auftakt des Winters verwies sie bei den Deutschen Meisterschaften die einheimischen Konkurrentinnen deutlich in die Schranken. Sie gewann alle Strecken und damit auch den Mehrkampftitel. Beim Weltcup in Calgary schaffte sie als Sechste über 1000 Meter das beste Resultat der deutschen Damen.

Kletterspezialistin Julia Winter vom Sächsischen Bergsteigerbund ist die Titelverteidigerin, denn sie war Dresdens Sportlerin des Jahres 2011. Auch in diesem Jahr setzte die 26-jährige Mutter eines kleinen Sohnes ihre Erfolgsserie fort. Die deutsche Meisterin im Sportklettern gewann im Mai den 2. Deutschen Bouldercup in Auerbach und sicherte sich am Ende auch den Gesamtsieg in dem aus drei Wettkämpfen bestehenden Cup. Julia Winter, die sich seit 1994 dem Klettersport verschrieben hat und sowohl gern im Elbsandsteingebirge als auch in Thailand an den Felsen unterwegs ist, gibt ihre Erfahrungen als sächsische Landestrainerin an den Nachwuchs weiter. Fast selbstverständlich, dass sie erst vor wenigen Wochen wieder Sachsenmeisterin im Sportklettern wurde.

Dresden. Wieder geht ein Sportjahr zu Ende, wieder können Athleten aus Elbflorenz auf eine Reihe von großartigen Erfolgen zurückblicken. Wer hat den tiefsten Eindruck hinterlassen? Die DNN suchen in Zusammenarbeit mit dem Kreissportbund Dresdens Sportler und Trainer des Jahres 2012. In erstmals sieben Kategorien (neu ist die Kategorie Senioren) stehen je sechs Kandidaten zur Auswahl. Kreuzen Sie bitte jeweils Ihren Favoriten an und entscheiden Sie so mit, wer am 9. März 2013 im Rahmen der Gala des Dresdner Sports im Internationalen Kongresszentrum als Sportler, Trainer oder Mannschaft des Jahres geehrt wird. Zwei Drittel des Stimmgewichts hat die DNN-Umfrage, mit einem Drittel geht das Votum einer Expertenjury in die Wertung. Die Vorstellung der Nominierten beginnen wir heute mit den Damen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.12.2012

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