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Dresdens Sportler des Jahres 2012: Männer im Medaillenglanz

Dresdens Sportler des Jahres 2012: Männer im Medaillenglanz

Wieder ist ein Sportjahr zu Ende, wieder können Athleten aus Elbflorenz auf eine Reihe von großartigen Erfolgen zurückblicken. Wer hat den tiefsten Eindruck hinterlassen? Die DNN suchen in Zusammenarbeit mit dem Kreissportbund Dresdens Sportler und Trainer des Jahres 2012. In erstmals sieben Kategorien (neu ist die Kategorie Senioren) stehen je sechs Kandidaten zur Auswahl.

Dresden.

Kreuzen Sie bitte jeweils Ihren Favoriten an und entscheiden Sie so mit, wer am 9. März 2013 im Rahmen der Gala des Dresdner Sports im Internationalen Kongresszentrum als Sportler, Trainer oder Mannschaft des Jahres geehrt wird. Zwei Drittel des Stimmgewichts hat die DNN-Umfrage, mit einem Drittel geht das Votum einer Expertenjury in die Wertung. Die Vorstellung der Nominierten setzen wir heute mit den Herren fort.

Von astrid Hofmann

Für Hürdenspezialist Georg Fleischhauer vom DSC verlief das Olympia-Jahr mit Licht und Schatten. Nachdem dem ehemaligen 110-Meter-Hürdensprinter 2011 über die 400 Meter Hürden der Sprung in die Weltspitze gelungen war, mutete sich der Schützling von Trainerin Erika Falz wohl in der Vorbereitung auf die olympische Saison zu viel zu. Achillessehnenprobleme waren die Folge, die ihn wertvolle Trainingswochen kosteten. Dennoch gab der WM-Halbfinalist nicht auf, meldete sich gerade noch rechtzeitig bei den Deutschen Meisterschaften Mitte Juni mit dem Titelgewinn und einer Zeit von 49,74 Sekunden zurück. Damit unterbot der Student für Wirtschaftsingenieurwesen die EM-Norm (50,30) und sicherte sich das Ticket nach Helsinki. Natürlich wollte er in Finnland nicht nur eine Medaille, sondern vor allem noch auf den Olympiazug springen (Norm: 49,30). Die 49,52 Sekunden im Halbfinale ließen hoffen. Doch im Finale reichten die Kräfte nur noch zu 50,11 Sekunden und Platz sechs. Am Ende fehlten 22 Hundertstel an der Norm für London. Obwohl bei anderen Athleten ein Auge zugedrückt wurde, blieben die Verbandsoberen beim Dresdner hart. Trotzdem brach der 24-Jährige die Saison nicht ab, lief noch bei einigen internationalen Rennen gute Zeiten.

Kanute Tom Liebscher vom Kanuclub Dresden hat die Olympischen Spiele in London mit einem lachenden und einem weinenden Auge erlebt. Immerhin hatte sich der dreifache Juniorenweltmeister und "Eliteschüler des Sports" von 2011 mit hervorragenden Leistungen für die Spiele qualifiziert. Allerdings erhielten dort die beiden erfahrenen Ronald Rauhe (Potsdam) und Jonas Ems (Essen) den Vorzug vor dem Newcomer, der "nur" als Ersatzmann auf der Tribüne zuschauen durfte. Bei den Deutschen Meisterschaften war Liebscher zu Bronze gepaddelt, beim Weltcup in Duisburg hatte er mit Platz drei im K1 über 200 Meter sogar Rauhe geschlagen, war dazu Zweiter über 500 Meter. So blieb dem ehrgeizigen Schützling von Jens Kühn als Saisonhöhepunkt die U23-EM in Portugal, wo er Silber im K1 über 500 Meter erkämpfte. Für die kommende Saison hat der Abiturient im November im Trainingslager in China Schwung geholt.

Als einziger Leichtathlet des DSC hat 400-Meter-Läufer Thomas Schneider die Fahrkarte zu den Olympischen Spielen gebucht. Der erst vor der Saison aus Potsdam nach Dresden gewechselte Sprinter feierte seinen ersten Erfolg in der letzten Saison bei den Deutschen Meisterschaften, wo er sich mit Silber über die 400 Meter nicht nur eine Medaille, sondern auch die Teilnahme an der EM in Helsinki sicherte. Mit Jonas Plass, Kamghe Gaba und dem Ex-Dresdner Eric Krüger lief Schneider als Schlussläufer der deutschen Staffel zu EM-Bronze. Der Schützling von Jochen Wiedemann konnte mit seinen Kollegen in London an diesen Erfolg nicht anknüpfen. Das Quartett schied bereits im Vorlauf aus. Nach der Saison schloss sich Schneider dem SC Magdeburg an.

Shorttracker Robert Seifert vom EV Dresden erlebte 2012 das bislang erfolgreichste Jahr seiner Karriere. Bei der Weltmeisterschaft in Shanghai erkämpfte der Bundeswehrsoldat das bislang beste deutsche Einzel-Ergebnis in dieser Sportart überhaupt. Der 24-Jährige verfehlte über 500 Meter mit Rang vier nur hauchdünn eine Medaille. Es war der fünfte Finaleinzug über seine Schokoladenstrecke im letzten Winter. Im Gesamtklassement belegte der ehemalige Juniorenweltmeister Platz sieben. Besser war kein anderer deutscher Athlet zuvor. Zu Beginn dieser Saison folgte der nächste Paukenschlag. Robert Seifert feierte im japanischen Nagoya über 500 Meter den ersten Weltcup-Sieg eines deutschen Shorttrackers über eine Einzelstrecke. Bereits 2011 hatte der Sportsoldat beim Weltcup in Dresden mit der Staffel gewonnen. Jetzt will der Schützling von Bundestrainer Mike Kooreman weitere Glanztaten folgen lassen, auch beim Heim-Weltcup in Dresden.

Wasserspringer Martin Wolfram vom DSC wird den olympischen Turmwettkampf von London wohl niemals vergessen. Obwohl er sich im Finale die Schulter auskugelte, biss der 20-Jährige auf die Zähne und sprang den Wettkampf zu Ende. Trotz der starken Schmerzen erreichte der Schützling von Trainer Boris Rozenberg mit 506,65 Punkten das zweitbeste Ergebnis seiner Karriere und belegte als bester Deutscher bei seinem Olympia-Debüt einen hervorragenden achten Platz. Zwar bezahlte der gelernte Bademeister den Erfolg am Ende bitter und musste sich einer Schulter-Operation unterziehen, doch seine Freude konnte das nicht trüben. Schon im Februar bei den deutschen Hallenmeister hatte Wolfram mit dem Gewinn der Goldmedaille vom Turm und mit seinem Trainingsgefährten Sascha Klein im Synchron für Furore gesorgt. Anschließend zeigte er mit Platz drei beim Grand Prix in Rostock, dass er in der Weltspitze angekommen ist. Im Sommer holte er sich auch im Freien den deutschen Turmtitel.

Die Ruderer Tim Grohmann und Karl Schulze haben bei den Olympischen Spielen eine lange Durststrecke beendet und nach 24 Jahren Abstinenz wieder olympisches Gold für Dresden geholt. Grohmann (DRC) und Schulze (USV TU) gewannen in Eton gemeinsam mit dem Wurzener Philipp Wende und dem Rendsburger Lauritz Schoof die Konkurrenz im Doppelvierer. Damit krönten die beiden Dresdner, die im Jahr zuvor mit den gleichen Teamgefährten bei der WM noch am Sieg vorbeigeschrammt waren, ihre bisherige Karriere. Grohmann wie Schulze waren unter den erfahrenen Trainern Regine Rieß, Brigitte Bielig und jetzt Egbert Scheibe am Bundesstützpunkt in Cotta herangereift und fuhren bei Olympia das "Rennen ihres Lebens". Beide waren 2006 Juniorenweltmeister, holten ein Jahr später Silber bei der U23-WM. Danach trennten sich erst einmal ihre Wege, bis sie sich 2011 wieder gemeinsam für den deutschen Doppelvierer qualifizierten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.01.2013

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