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Dresden erlebt erstmals Deutsche Frisbee-Meisterschaften

Ultimate Frisbee Dresden erlebt erstmals Deutsche Frisbee-Meisterschaften

Frisbee-Fans aus ganz Deutschland pilgern am Wochenende nach Dresden, denn hier finden von Freitag bis Sonntag die nationalen Titelkämpfe im Open und bei den Damen statt. 46 Teams treten dabei auf zehn Feldern an und küren ihre Meister. Es ist das erste derartige Freiluft-Event, das in Dresden stattfindet. Jeder kann dabei zuschauen, der Eintritt ist frei.

Frisbee wird nicht nur hobbymäßig am Strand oder im Park, sondern auch im Wettkampfbetrieb gespielt.
 

Quelle: Archiv

Dresden.  Beinahe jeder hat so ein Ding schon einmal in der Hand gehabt – Frisbee-Scheiben fliegen durch jeden Park, durch jedes Freibad. Doch dass es auch nationale und internationale Meisterschaften im Ultimate Frisbee gibt, wissen nur wenige. Wer sich einmal anschauen will, wie dieser Sport auf Wettkampfebene betrieben wird, der hat am Wochenende in Dresden eine gute Gelegenheit, denn von Freitag bis Sonntag finden im Ostragehege die Deutschen Meisterschaften im Open und bei den Damen statt.

Es ist das erste Mal, dass Dresden die Titelkämpfe ausrichtet, wenngleich es schon seit 1995 einen Verein in der Stadt gibt. Der „Drehst’n Deckel e.V.“ hilft dem Deutschen Frisbeesport-Verband bei der Ausrichtung des Turniers, zu dem 46 Mannschaften aus ganz Deutschland erwartet werden. Mit dabei sind auch zwei Teams des rund 100 Mitglieder starken Dresdner Vereins, die im Open (Männer und Frauen sind erlaubt) und bei den Damen aber eher als Außenseiter an den Start gehen. „Wir haben immer zu tun, dass wir in der 2. Liga bleiben, sind eigentlich in der Indoor-Variante besser“, erklärt Thomas Weiße. Der 36 Jahre alte Geograf spielt in der Open-Mannschaft der Dresdner, die ausschließlich aus Männern besteht und diesmal auch Spitzenteams herausfordert. Die sind vorwiegend im Südwesten der Republik ansässig, aber auch in Berlin, München und Köln. Titelverteidiger im Open ist das Team Bad Skid aus Heilbronn, bei den Damen sind es die Woodchicas aus Sauerlach bei München.

Gespielt wird Ultimate Frisbee in mehr als 40 Ländern, in Deutschland gibt es etwa 3000 Aktive. Zwei Mannschaften mit je sieben Spielern versuchen die 175 Gramm schwere Scheibe auf einem 100 Meter langen und 37 Meter breiten Feld in die Endzone des Gegners zu befördern. Wird sie dort von einem Mitspieler gefangen, dann gibt es einen Punkt. Gewonnen hat das Team, das zuerst 17 Punkte auf seinem Konto hat. Das dauert in etwa 100 Minuten. Die Halbzeit ist erreicht, wenn ein Team 9 Punkte verbucht hat. Die Scheibe darf in beliebiger Richtung zum Mitspieler geworfen werden. Der Fänger muss bei Erhalt stehen bleiben, darf nur noch einen Sternschritt (wie im Basketball) machen und muss das Spielgerät innerhalb von zehn Sekunden weiterleiten. Fällt die Scheibe zu Boden, wird sie abgefangen, landet sie im Aus oder wird dort erst gefangen, wechselt die Spielrichtung. Jede Körperberührung wird als Foul gewertet, solange sie nicht beiläufig geschieht. „Streitigkeiten werden untereinander geklärt, es gibt keinen Schiedsrichter“, erklärt Thomas Weiße. Fair Play ist die wichtigste Regel des Spiels, gegenseitiger Respekt und Freude am Spiel werden großgeschrieben.

Wer Ultimate Frisbee auf hohem Niveau spielen will, der „muss athletisch und schnell sein, die Wurfarten Vor- und Rückhand sowie Overhead (Über-Kopf-Wurf) beherrschen und einen guten Spielüberblick haben“, berichtet Thomas Weiße. Er würde sich freuen, wenn viele Leute den Spielen am Wochenende zuschauen. Der Eintritt ist frei. Los geht es am Freitag ab 9 Uhr, die Dresdner spielen erstmals um 10.30 Uhr.

Wer Interesse hat, der kann auch nach dem Turnier beim „Drehst’n Deckel e.V.“ vorbeischauen. Trainiert wird dienstags (19.30 Uhr), mittwochs und freitags (jeweils 18 Uhr) im Ostragehege.

Von Jochen Leimert

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