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Dresden Titans unterliegen gegen die Hanau White Wings mit 79:89

Basketball Dresden Titans unterliegen gegen die Hanau White Wings mit 79:89

Gegen seinen Ex-Verein vom Main musste Trainer Steven Clauss vor allem im Rebound-Verhalten erkennen, dass seine Mannschaft derzeit nicht gut genug für diese Liga ist. Das Fehlen von Neuzugang Jervon Pressley ist eine schwere Hypothek für den Aufsteiger, der den verletzten Center momentan nicht adäquat ersetzen kann.

Walter Simon setzt sich unterm Korb gegen den Hanauer Christian von Fintel durch.

Quelle: Matthias Rietschel

Dresden. Es sieht nicht gut aus für die Dresden Titans in der 2. Basketball-Bundesliga Pro A, denn der Aufsteiger kassierte am Sonntag vor 1328 Zuschauern in der heimischen Margon-Arena die sechste Niederlage im siebenten Saisonspiel. Ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub aus Hanau musste Titans-Trainer Steven Clauss eine 79:89 (45:47)-Pleite mitansehen, die auch nicht unverdient war, denn die Gastgeber waren vor allem im Rebound-Verhalten den White Wings klar unterlegen. In Zahlen hieß das: 48 Rebounds konnten die Hessen erkämpfen, nur 33 die Sachsen, bei denen sich das Fehlen des am Sprunggelenk verletzten Centers Jervon Pressley einmal mehr deutlich bemerkbar machte.

Clauss räumte ohne Einschränkung ein, dass sein diesmal ganz schlecht gestartetes und im ganzen Spiel nicht einmal in Führung liegendes Team zu Recht verloren hatte. „Wir haben unsere Chancen gehabt, sie aber nicht genutzt. Es gibt nur eine bestimmte Anzahl von Fehlern, die man tolerieren kann, wenn man gewinnen will, aber die haben wir deutlich überschritten. Wir kriegen es ohne Jervon in der Verteidigung nicht mit dem Defensiv-Rebound geregelt. Uns fehlt eindeutig der große starke Mann hinten“, ärgerte sich Clauss.

Durch die Abwesenheit des im Sommer neu verpflichteten US-Amerikaners, der im schlimmsten Fall sogar noch operiert werden muss und noch länger nicht spielen kann, müssen die anderen Spieler mehr rotieren, andere Positionen besetzen. „Das macht es nicht einfacher. Hanau hat auch eine gut eingespielte Mannschaft, die weiß, wie man das ausnutzt“, ergänzte Clauss, dessen Truppe anfangs schon ungewöhnlich hoch mit 4:15 zurücklag. Zwar konnte sich die Mannschaft um Kapitän Walter Simon beim 21:21 wieder herankämpfen und blieb auch bis zu Beginn des dritten Viertels in Schlagdistanz zu den Hessen, doch die hatten immer dann die richtige Antwort, wenn die Dresdner Morgenluft witterten. 13 Dreier gelangen den Gästen, ihre Quote lag damit bei 42 Prozent, die der Dresdner nur bei 37 Prozent. Die Hanauer schafften es auch, den Ausfall ihres sehr talentierten Aufbauspielers Till-Joscha Jönke zu kompensieren, der nach nur gut drei Minuten Spielzeit mit gebrochener Nase vom Feld und in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Im dritten Viertel zogen die ausgeglichener besetzten und treffsicheren Hanauer – gleich fünf Spieler punkteten zweistellig – bis auf 67:51 weg und legten da den Grundstein für ihren vierten Saisonsieg.

Angesichts nur eines Erfolges aus den ersten sieben Spielen wird nun der Druck auf den Aufsteiger aus Dresden immer größer. Small Forward Sebastian Heck, letztes Jahr noch bei den Hanauern im Team, schmerzte die Niederlage doppelt. „Die Enttäuschung ist sehr groß, da wir jetzt jeden Sieg brauchen. Für mich ist es besonders bitter, gegen den alten Verein zu verlieren. Ich habe leider schnelle Fouls und dann auch noch einen Cut bekommen und musste raus“, sagte der 20-Jährige mit einem blutverschmierten Kinn. Er hatte sich die Partie gegen das Team von Trainer Simon Cote ganz anders vorgestellt. Heck hofft nun, dass es am kommenden Freitag in Nürnberg endlich mit dem ersten Auswärtserfolg klappt: „Wir haben erst einen Sieg und müssen echt gucken, dass wir irgendwie den nächsten landen und unsere Saison ins Laufen bringen.“

Leider kann der arg vermisste Jervon Pressley dann wahrscheinlich auch noch nicht wieder helfen, auch wenn mancher bei den Titans auf eine Wunderheilung hofft. Clauss ist nicht sehr optimistisch: „Er hat jetzt angefangen zu gehen, aber bei so einem großen, schweren Mann sind die Kräfte riesig, die auf das Gelenk wirken, wenn er landet. Man darf nicht den Fehler machen, zu früh einzusteigen. Die Gefahr, sich dann wieder zu verletzen, ist sehr groß.“

Punktbeste Dresdner Werfer: Holt 23 Zähler, Price 13, Domiaty 9, Baues, Sturner je 8.

Von Jochen Leimert

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