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Dresden: Schnabel geht vor Olympiasieger auf die Knie

Dresden: Schnabel geht vor Olympiasieger auf die Knie

Als die Ruder-Olympiasieger Karl Schulze und Philipp Wende am Mittwochabend am Bootshaus Cotta aus dem Auto stiegen, gab es tosenden Applaus.

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Die Olympiasieger Philipp Wende und Karl Schulze (r.) wurden am Mittwochabend am Bootshaus Cotta mit viel Applaus und großem Spalier empfangen.

Quelle: F. Dehlis

Dresden . Dresden (DNN). Als die Ruder-Olympiasieger Karl Schulze und Philipp Wende am Mittwochabend am Bootshaus Cotta aus dem Auto stiegen, gab es tosenden Applaus. Lachend schritten die beiden Helden am Dresdner Bundesstützpunkt durch ein Empfangsspalier. Sportbürgermeister Winfried Lehmann begrüßte die Helden aus dem Doppelvierer: "Es ist grandios, dass wir nach 24 Jahren wieder Olympia-Gold in Dresden feiern können. Das wird dazu beitragen, dass der Ruder-Standort weiter wachsen kann."

Schulze, nach dem Feier-Marathon der vergangenen Tage mit leicht angeschlagener Stimme, nahm spontan das Mikro in die Hand, um sich zu bedanken: "Ohne all jene, die uns auf unserem Weg auch durch so manches Tief begleitet haben, hätten wir es nicht geschafft", sagte der 24-Jährige und fügte grinsend an: "Ihr könnt die Goldmedaille gerne mal anfassen, aber bitte Poliertuch mitbringen." Für einen ganz besonderen Moment sorgte der ehemalige Vize-Weltmeister und Olympia-Vierte im Achter von Athen 2004, Enrico Schnabel. Der 38-Jährige erwies Schulze seine Reverenz und ging vor ihm auf die Knie: "Das war grandios", meinte Schnabel, der zugab: "Natürlich habe ich an unser eigenes Rennen damals gedacht. Leider haben wir es ja nicht aufs Treppchen geschafft. Ich freue mich deshalb besonders, dass es unsere Jungs gepackt haben. Was Besseres konnte uns für den Dresdner Rudersport nicht passieren."

Im Hintergrund flimmerte derweil das Olympia-Finale über eine große Leinwand. "Das ist das erste Mal, bisher hatten wir noch keine Zeit, das Rennen in Ruhe anzuschauen", meinte Schulze, "die Tage in London waren anschließend unheimlich stressig. Wir haben alles wie im Rausch erlebt, als der Druck von uns abgefallen war. Jetzt brauche ich bestimmt erst einmal etwas Zeit, um das alles zu verarbeiten." Auch Wende, der gestern in seiner Heimatstadt Wurzen ebenfalls herzlich empfangen wurde, gestand: "So richtig realisieren kann ich das noch gar nicht. Es sind so viele Eindrücke. Wir haben die Zeit auch genutzt, um bei anderen Sportarten wie Hockey, Handball oder Leichtathletik vorbei zu schauen. Außerdem waren wir per Fahrrad auf Sightseeing-Tour durch London unterwegs", berichtet der 27-Jährige, der sich gern an die Abschlussfeier erinnert: "Es war gigantisch, mit so vielen Sportlern aus allen Ländern im Innenraum zu stehen."

Auch für Schulze gab es gestern den nächsten Empfang im Bootshaus seines Vereins USV TU. "Dann werde ich mich erst einmal der Familie widmen und vielleicht eine Woche Urlaub machen. Aber einen Plan habe ich noch nicht", so der Dresdner, der bereits am 27. August zum Lehrgang an der Polizeischule in Kienbaum antreten muss. Auch Wende kann nur kurz ausspannen. "Bei mir steht noch die Diplomarbeit an", erklärt der Student der Bergakademie in Freiberg.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.08.2012

A. Hofmann

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