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Dreisprünge auf den Zuckerhut: Raùl Spank wechselt endgültig die Disziplin

Dreisprünge auf den Zuckerhut: Raùl Spank wechselt endgültig die Disziplin

Der einstige DSC-Hochspringer Raùl Spank, der jetzt für die LG Nord Berlin startet, sorgte zuletzt für ein Verwirrspiel. Auf seiner Facebook-Seite postete er ein Foto, auf dem seine Spikes und seine WM-Bronzemedaille von 2009 an einem Nagel hängen.

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Raùl Spank will sich künftig auf den Dreisprung konzentrieren.

Quelle: imago sportfotodienst

Symbol fürs Karriere-Ende? Wenig später klärte der 27-Jährige die Sache auf und schrieb: "Nach längerem Überlegen habe ich mich entschieden, dass ich im nächsten Jahr den Zuckerhut mit Dreisprüngen erklimmen will." Heißt, der Dresdner steigt von Hoch- auf Dreisprung um und will sich in dieser Disziplin für die Olympischen Spiele in Rio qualifizieren.

Die Initialzündung sei die Deutsche Meisterschaft in Nürnberg gewesen, so bekennt Spank, der Ende Juli im Frankenstadion zwischen "zu Tode betrübt" und "freudig jubelnd" schwankte. Nachdem er im Hochsprung nur 2,15 m geschafft hatte, gelang ihm im Dreisprung ein Satz von 16,29 m. Diese Weite reichte für den Meistertitel. Dennoch brachten ihn beide Ergebnisse zum Grübeln. "Ich war körperlich in einer überragenden Form, hatte die Leichtigkeit des Seins wiederentdeckt und die Leidenschaft für meinen Sport. Trotzdem lief im Hochsprung nichts zusammen. Dafür hatte ich keine Erklärung", gibt er zu.

Schließlich sind Höhen wie die 2,15 m für ihn, der 2,33 m als Bestleistung zu Buche stehen hat, eigentlich Einstiegsleistungen im Wettkampf. Doch trotz seines Wechsels 2013 von Dresden nach Berlin und von Trainer Jörg Elbe zu Rainer Pottel konnte er seit den Hallenmeisterschaften 2012 nie wieder in diese Regionen vordringen. Viele Verletzungen behinderten ihn, allerdings nicht in diesem Jahr. Kein Wunder also, dass beim ehrgeizigen Sachsen Rücktrittsgedanken aufkamen. Zumal es zwei gute Angebote aus der Wirtschaft gab, die dem Betriebswirtschaftler den sofortigen Einstieg ins Berufsleben ermöglicht hätten.

"Ich habe noch einmal die Freude am Springen entdeckt und will die Möglichkeit nutzen, diese in einem anderen Bereich auszuleben. Deshalb war die Entscheidung relativ schnell klar und sie hat mir von Tag zu Tag besser gefallen", erläutert Spank seine Gedanken. Was den Hochsprung - seine bisherige große Liebe - angeht, hat er eine Erklärung gefunden, warum es nicht mehr funktioniert: "Die Erfolge der Vergangenheit sind für mich die Feinde der Zukunft." Soll heißen, die früheren Meriten erwiesen sich als Ballast. Diesem Druck, den er sich auferlegt hat, hielt er nicht stand.

Jetzt also schlägt Raùl Spank noch einmal ein neues Kapitel auf. "Ich muss wieder schneller rennen und an den Feinheiten der Technik arbeiten", weiß der deutsche Meister, der 2012 in der Halle schon einmal 16,54 m erreichte. Seine Freiluftbestleistung von 16,44 m stammt aus dem gleichen Jahr. Und schon blitzt auch wieder sein alter Ehrgeiz auf: "Ich will die 17-m-Marke knacken", formuliert er sein Ziel. Wenn er das erreicht, könnte es auch mit der Reise an den Zuckerhut klappen.

Dreisprung-Bundestrainer Tamas Kiss freut sich auf jeden Fall über den Neuzugang. Und auch Spanks ehemaliger Trainer Jörg Elbe, der ein Top-Dreispringer war, meint: "Raùl hat auf jeden Fall gute Anlagen und konnte ja schon früher zeigen, dass er gut horizontal springen kann. Aber es ist natürlich genauso hart wie Hochsprung", warnt er zugleich. Einen Orts- oder Trainerwechsel peilt Spank übrigens nicht an: "Ich bleibe in Berlin und trainiere weiter bei Rainer Pottel", betont er.

Astrid Hofmann

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