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Drei deutsche Speerwerfer sind weiter, doch DSC-Leichtathlet Lars Hamann hadert mit Platz 16

Drei deutsche Speerwerfer sind weiter, doch DSC-Leichtathlet Lars Hamann hadert mit Platz 16

Lars Hamann stand nach seiner nicht optimal verlaufenen Qualifikation in den Katakomben und meinte fast flehend: "Ich hoffe, dass das reicht. Ich werde jetzt so schnell wie möglich auf die Tribüne gehen, die B-Gruppe verfolgen und alle Weiten mitschreiben.

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DSC-Speerwerfer Lars Hamann grübelte gestern bei der WM in Peking, warum er unter der 80-Meter-Marke blieb. Das morgige Finale hat er damit verpasst.

Quelle: dpa

" Der Speerwerfer vom Dresdner SC hatte gestern bei den Weltmeisterschaften in Peking in der A-Gruppe unter 16 Weltklasseathleten einen respektablen sechsten Platz belegt, allerdings mit einer bescheidenen Weite von 79,56 Metern. Jedoch war klar: Noch 17 Top-Werfer folgten. Der Abend, der unter dem Ausscheidungsmotto 12 aus 33 stand, wurde für den 26-Jährigen zur Zitterpartie. Und wie befürchtet war schon während des zweiten Durchgangs der wesentlich stärkeren B-Gruppe sein Aus besiegelt. Am Ende verabschiedete sich der Elbestädter bei seiner zweiten WM mit Platz 16 aus dem Vogelnest.

"Das Ziel war eindeutig Finale", stellte er noch einmal klar. Dafür hätte er knapp 81 Meter werfen müssen. Für sein schlechtestes Saisonergebnis sah er eher technische Ursachen als Nervosität: "Ich habe den Speer etwas zu sehr rausgehebelt, ihm eine Wippe mitgegeben. Das ist ein Fehler in der Schulter, dadurch kommt er nicht in die gewünschte Flugbahn." Die von ihm gewählte flache Flugkurve sei in einem geschlossenen Stadion ohne Windunterstützung an sich die richtige Taktik gewesen: "Das war meine Lehre von der WM in Moskau, als ich zu steil geworfen habe. Aber der Speer brauchte trotzdem ein Polster, das fehlte heute. Man hat aber gesehen, dass die Weltklasse-Leute, die immer hoch werfen, arge Probleme hatten." Hamann kickte einige Prominente raus: An erster Stelle London-Olympiasieger Keshorn Walcott aus Trinidad und Tobago, der in diesem Jahr mit 90 Metern gelistet ist. Dennoch konnte der Dresdner nicht zufrieden sein: "Mir war zwar klar, dass man nicht unbedingt 83 Meter fürs Finale braucht. Aber 81 hätten es schon sein sollen." Genau so kam es.

Sein Zimmergenosse Andreas Hofmann zeigte in der B-Gruppe, dass man im Vogelnest weit werfen kann: Der 23-jährige Mannheimer schleuderte das Gerät auf Anhieb 86,14 Meter weit - das ist persönliche Bestleistung. Sein Erfolgsrezept: "Anlaufen und abwerfen." Drei Versuche brauchte Diamond-League-Sieger Thomas Röhler, um sicher ins Finale zu kommen. Dem Jenaer verdanken die Deutschen den vierten Startplatz in Peking. "Das macht schon Spaß in diesem Team, mit den Frauen sind wir ja sogar acht Speerwerfer", sagte Lars Hamann, der seit einer Woche Vater eines Sohnes ist und seine Gefühle so beschreibt: "Das ist etwas ganz Einzigartiges und Tolles. Aber das ist auch etwas Privates, das andere ist der Sport. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe." An seinem Ehrgeiz änderte die Geburt des Kleinen jedenfalls nichts: "Ich komme ja sowieso nicht eher nach Hause. Schade, dass ich am Mittwoch nicht noch einmal werfen darf."

Im Finale steht neben Röhler und Hofmann ein dritter Deutscher: Mit seinem letzten Versuch auf 80,86 Meter qualifizierte sich als Zwölfter auch der Ex-Dresdner Johannes Vetter, der seit einem Jahr bei Bundestrainer Boris Obergföll in Offenburg trainiert und meinte: "Als Newcomer bin ich jetzt völlig happy. Letztes Jahr war ich noch die Nummer fünf in Deutschland, jetzt bin ich unter den zwölf Besten der Welt." Dass Vetter im Badischen so eine tolle Entwicklung genommen hat, überrascht Hamann nicht: "Mir war klar, dass er dieses Jahr über 80 wirft. Das hätte er bei uns in Dresden auch geschafft. Er hat es halt drauf. Für ihn war die Entscheidung wegzugehen sicher richtig, aber mir fehlt er natürlich als Trainingspartner. Die nächstältesten Jungs sind gerade mal 18." Morgen (13.05 Uhr deutscher Zeit) steht ein spannendes Finale an. Lars Hamann wird dem DLV-Trio auf der Tribüne die Daumen drücken.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.08.2015

Frank Schober

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