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Die U16 der Dresden Titans spielt erstmals in der höchsten Spielklasse für Nachwuchs-Basketballer

Die U16 der Dresden Titans spielt erstmals in der höchsten Spielklasse für Nachwuchs-Basketballer

"Wenn die Jungs Erfahrung sammeln sollen, dann brauchen sie gute Spiele", sagt René Naumann und meint damit vor allem Partien gegen hochklassige Gegner. Dieser schlichten Wahrheit des Nachwuchstrainers der Dresden Titans haben sich die Basketballer verschrieben und mit ihrer U16-Truppe Bemerkenswertes geleistet.

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Johann Thümmrich, hier vor dem Essener Franz Nguyen am Ball, geht mit dem Titans-Nachwuchs in dieser Saison in der JBBL auf Korbjagd.

Quelle: Sebastian Schubert

Nach gelungener Qualifikation spielt der Titans-Nachwuchs künftig in der Jugend-Basketball-Bundesliga (JBBL), der höchsten deutschen Spielklasse für U16-Talente. Die Gegner dort sind unter anderen der Nachwuchs des Mitteldeutschen BC, die Youngsters der Chemnitz 99ers und mit dem TSV Breitengüßbach die Nachwuchsschmiede des Deutschen Meisters aus Bamberg. Das verspricht "gute Spiele" für Naumanns Schützlinge.

Für die jungen Titanen ist das ein Erfolg auf der ganzen Linie, auch wenn es in dieser Saison einzig und allein darum gehen wird, die Klasse zu halten. "Wir werden wahrscheinlich in die Playdowns müssen, dort wollen wir uns aber durchsetzen", schätzt Naumann ein. Die Belastung wird so hoch sein wie noch nie. Mit bis zu 40 Spielen rechnet der 28-Jährige für einige seiner Schützlinge, oft zwei an einem Wochenende. Denn während sich der ältere Jahrgang neben der JBBL auch schon im Seniorenbereich beweisen muss, sollen die jüngeren Spieler in einer neu gegründeten U15-Liga mit je drei deutschen und drei tschechischen Teams weiter an die JBBL herangeführt werden. "Das ganze ist Teil unseres Ziel-3-Projekts, mit dem wir versuchen, zusammen mit unserem Partnerverein aus Ústí nad Labem, einen grenzübergreifenden Spielbetrieb aufzubauen", erklärt Naumann, der das Projekt hauptamtlich koordiniert.

Neben dem sportlichen Aspekt steht dabei auch der interkulturelle Austausch im Vordergrund. Allerdings kommen mit dem wachsenden Programm auch im Nachwuchsbereich zahlreiche neue Anforderungen auf die Titans zu. Bei jedem Spiel müssen akribisch Statistiken erfasst werden, zudem läuft die Kamera für die Videoanalyse immer mit. "Die Jungs sollen in der JBBL an professionelle Bedingungen herangeführt werden", erklärt Manager Gert Küchler. In aller Konsequenz: Selbst eine Anti-Doping-Verpflichtung müssen die Teenager unterschreiben. Der Verein selbst rechnet mit Ausgaben von 15 000 Euro, die vor allem durch höhere Reisekosten und Schiedsrichtergebühren zustande kommen. "Das ist ganz schön viel für den Nachwuchs", so Küchler. Wert sei es das allemal.

Schließlich wollen die Titans das leisten, was am Leistungsstützpunkt in Chemnitz durch die enge Verzahnung von Sportschule und Basketballverband Sachsen schon seit Jahren vorbildhaft ist. Dresden will sich als Sprungbrett für sächsische Talente etablieren. Auf diesem Weg sind die Elbestädter schon ein ordentliches Stück gegangen, wäre der Aufstieg ohne die enge Zusammenarbeit mit anderen Vereinen wie dem BC Dresden, BSV Ottendorf-Okrilla, USV TU Dresden, MSV Bautzen, Motor Sörnewitz und dem TSV Markkleeberg doch nicht möglich gewesen. Die Vereine schicken ihre Talente nach Dresden, wo drei bis vier Mal die Woche trainiert wird. Auch Einzeltraining bieten die Titans den Talenten an. Mehr geht vor allem wegen der langen Fahrtwege nicht, die die Jungs und Mädchen nach dem Schulalltag auf sich nehmen müssen. "Unsere zwei Sörnewitzer Spieler sind eine gefühlte Ewigkeit mit der Straßenbahn zum Training unterwegs", sagt Naumann. Zwei Markkleeberger Korbjäger schaffen es gar nur einmal in der Woche zum gemeinsamen Training.

Dieser Nachteil ließe sich nur beheben, wenn auch in Dresden Basketball ins Programm einer Sportschule aufgenommen würde. "Aber dafür müssten wir zeigen, dass wir den Profilsport mit eigenen hauptamtlichen Trainern für fünf Jahre verlässlich abdecken können", sagt Küchler. Im Moment könne der Verein das noch nicht leisten. "Um solch eine langfristige Planungssicherheit gewährleisten zu können, benötigen wir auch die finanziellen Mittel langfristig. Doch leider laufen aktuell Sponsorenverträge oder auch Förderzusagen zumeist nur von Jahr zu Jahr", erklärt der 30-Jährige weiter und blickt dabei etwas neidisch nach Chemnitz, wo jüngst ein anonymer Unternehmer dem Nachwuchs über zehn Jahre das Sponsoring von drei Nachwuchstrainerstellen zugesagt hat. "Das ist natürlich ein Sechser im Lotto, mit dem es sich arbeiten lässt", schmunzelt Küchler.

Bis es so weit ist, machen die Titanen weiter das Beste aus dem, was sie haben. "Natürlich sind die Verhältnisse in Chemnitz besser. Auf der anderen Seite haben wir in den letzten Jahren in Dresden auch einiges bewegen können. So sind die jüngsten Erfolge mit dem JBBL-Aufstieg nicht zuletzt auch auf unsere Regionaltrainerstelle zurückzuführen, mit der uns Verband und Kommune in den letzten Jahren schon sehr unterstützt haben", erklärt Küchler und hofft dabei auch in den nächsten Jahren auf einen positiven Förderbescheid. Ein weiteres Pfund, das er dabei nicht außer Acht lassen möchte, ist das ehrenamtliche Engagement seiner Übungsleiter. "Ohne das geht im Sport gar nix. Was sowohl René als auch sein Co-Trainer, Gerd Seeger, hier nach Feierabend leisten, ist unglaublich. Ohne ihr Ehrenamt wäre der JBBL-Aufstieg nicht möglich gewesen. Ich hoffe daher, dass wir künftig auch noch mehr Trainer gewinnen können, die mit uns den eingeschlagenen Weg weitergehen. Das sich die Arbeit bezahlt macht, beweisen die Kids Tag für Tag in der Halle."

Zum Saisonauftakt der JBBL planen die Titans einen Doppelspieltag in der Margon-Arena. So wird die U16 am Sonntag, dem 20. Oktober, ab 13 Uhr im Vorfeld des ProB-Heimspiels der Titans gegen Weißhorn ihr Debüt in der höchsten deutschen Jugendliga geben.

Wer sich für die Trainerarbeit interessiert, wendet sich an nachwuchs@dresden-titans.de

Uwe Hofmann

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