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"Die Sicherheit war plötzlich weg": Eislöwen-Trainer Thomas Popiesch im Interview

"Die Sicherheit war plötzlich weg": Eislöwen-Trainer Thomas Popiesch im Interview

Die Dresdner Eislöwen haben nach einer Zitterpartie den Klassenerhalt in der DEL2 geschafft. Mit einer Punktlandung erreichten die Elbestädter nach 52 Vorrundenspielen den zehnten Platz und damit den Sprung in die Pre-Playoffs, in denen sie ab Freitag gegen den Siebten Riessersee um den Einzug ins Playoff-Viertelfinale spielen.

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Trainer Thomas Popiesch musste oft seine Reihen umstellen, so fehlte den Eislöwen die nötige Konstanz.

Quelle: Dehli-News / Frank Dehlis

Die DNN sprachen zuvor mit Thomas Popiesch (49), seit 2009 Trainer bei den Eislöwen.

Frage: Wie fällt Ihre Vorrundenbilanz aus?

Th. Popiesch: Bei der Betrachtung darf man die Voraussetzungen nicht außer Acht lassen. Nach der Entscheidung des Stadtrates im Sommer hat das beschlossene Sanierungskonzept Vorrang. So waren die Vorzeichen für die Zusammenstellung der Mannschaft nicht die besten. Wir mussten Risiken eingehen, zum Beispiel eine gewisse Abhängigkeit vom Kooperationspartner. Dennoch haben wir bis Weihnachten gutes Eishockey geboten und recht erfolgreich gespielt. Leider lief die Entwicklung dann nicht so, wie wir uns das erhofft haben. Dafür gab es mehrere Gründe. Am Ende müssen wir froh sein, dass wir es noch geschafft haben.

Welche Gründe sehen Sie? War vor allem der Abgang von Kris Sparre zur Düsseldorfer EG am Ende des Jahres ein Verlust, der nicht kompensiert werden konnte?

Fakt ist, dass wir Kris ohne Ausstiegsklausel für die DEL nicht bekommen hätten. Sein Weggang war schon ein Schlag, wobei ich vermutet hatte, dass wir das besser kompensieren können. Dann fielen aber auch noch Petr Macholda, Sami Kaartinen und später Bruce Becker verletzt aus. Da war plötzlich die Sicherheit, die wir uns erarbeitet hatten, weg. Das konnten wir nicht auffangen. Unsere starke erste Reihe haben wir nie wieder so hinbekommen. Außerdem machte es sich auch bemerkbar, als Kai Wissmann wegen der U20-WM fehlte und Alex Trivellato zurück nach Berlin ging. Wir mussten immer wieder die Reihen umstellen, haben nicht mehr die notwendige Konstanz erreicht. Daraus müssen wir für die nächste Saison Schlussfolgerungen ziehen, versuchen, den Kader breiter aufzustellen.

Die Konstanz fehlte auch im Tor. Keiner der Eislöwen-Keeper rangiert in der Liga-Statistik unter den Top Ten...

Dass weder Kevin Nastiuk noch Peter Holmgren vorn auftauchen, liegt daran, dass wir insgesamt in der Defensive nicht gut genug waren. Wir haben zu viele Gegentore geschluckt. Wir wollten uns mit der Verpflichtung von Peter Holmgren weiter verbessern. Ob das so war, müssen wir nach der Saison analysieren. Sicher war die Situation auf dieser Position ein Spiegelbild von allem. Es fehlten die gefestigten Abläufe. Dabei haben wir immer im Blick gehabt, wie die Mannschaft insgesamt am besten aufzustellen ist. Aber auch die anderen Teams sind im Tor doppelt besetzt, weil die Anforderungen an einen Goalie sehr hoch sind, einer allein nicht 52 Spiele am Stück bewältigen kann.

Vor dem Match in Kaufbeuren haben die Eislöwen sechsmal in Folge auf fremdem Eis verloren. Hat Ihr Team eine besondere Auswärtsschwäche?

Das glaube ich nicht. Ich denke, dass der Stressfaktor aufgrund der zahlreichen Auswärtspartien hintereinander und der damit verbundenen Reisestrapazen besonders hoch war. Trotzdem haben wir außer in Heilbronn auch auswärts gute Spiele abgeliefert.

Ist mit dem Erreichen der Pre-Playoffs jetzt der Druck von Ihren Schützlingen abgefallen? Und wie schätzen Sie die Aufgabe gegen Riessersee ein?

Im Training waren die Jungs zumindest schon deutlich gelöster und mutiger. Ich hoffe, dass die extreme Anspannung weg ist. Zugleich müssen wir wieder Spannung aufbauen. Jetzt beginnt die Saison noch einmal neu, allerdings mit einer sehr kurzen Serie, in der man sich keine Fehler erlauben darf. Riessersee hat eine sehr kompakte Spielweise, die zweitwenigsten Tore kassiert. Das spricht für eine gute Defensive. Aber leichte Gegner gibt es ohnehin nicht. Es ist für uns eine schwere, aber lösbare Aufgabe. Riessersee hat sich einen Heimvorteil erkämpft, den wir durchbrechen müssen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.03.2015

Astrid Hofmann

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