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Die Moritzburgerin Romy Stotz erfüllt sich in Hawaii einen großen Traum

Triathlon Die Moritzburgerin Romy Stotz erfüllt sich in Hawaii einen großen Traum

Früher fuhr sie nur Rad, dann packte sie die Leidenschaft für den Triathlon: Romy Stotz aus Moritzburg liebt es, sich immer neue Ziele zu setzen. Die 42-Jährige, die in diesem Jahr vor ihrer Haustür den Schlosstriathlon gewann, reist am Mittwoch nach Hawaii. Am 8. Oktober startet sie beim berühmtesten Ironman-Wettkampf der Welt.

Romy Stotz freut sich auf die weite Reise: Vier Wochen Hawaii liegen vor der Moritzburgerin.

Quelle: Steffen Manig

Dresden. Lange hat sie damit geliebäugelt, einmal im Triathlon-Mekka Hawaii starten zu dürfen – jetzt macht Romy Stotz vom Moritzburger TV ihren Traum wahr. Am Montag hat sie noch gearbeitet, an diesem Mittwoch aber begibt sich die 42-Jährige auf die weite Reise in das pazifische Inselparadies, wo sie am 8. Oktober mit rund 2500 anderen Teilnehmern aus aller Herren Länder den ältesten und berühmtesten Ironman-Wettbewerb der Welt in Angriff nimmt. Qualifiziert hat sich die Blondine dafür bereits im letzten Jahr beim Ironman Wales in Tenby, einem Wettkampf, der ihr alles abverlangte, aber zugleich Mut machte, es auch in Kona auf Big Island zu schaffen.

In Tenby bestand die ambitionierte Freizeitsportlerin, die seit drei Jahren auf der Langdistanz unterwegs ist, eine harte Bewährungsprobe. „Wir hatten eineinhalb Meter hohe Wellen, das Wasser war sehr kalt, mir war schlecht und ich musste mich viermal übergeben“, blickt Romy Stotz zurück. Mit letzter Kraft erreichte sie im September 2015 das Ziel an der Carmarthen Bay in Südwales: „Es war eine Tortur. Ich habe alles rausgehauen, was ging. Dann bin ich zusammengebrochen und musste ärztlich behandelt werden.“ Dass sie in ihrer Altersklasse (40 bis 45 Jahre) gewonnen hatte und zehntschnellste Frau insgesamt geworden war, erfuhr sie erst später. Als sie endlich realisierte, dass sie einen der begehrten Startplätze für Hawaii ergattert hatte, „bin ich in Tränen ausgebrochen“.

Seither hat sich die Friseuse, die im Salon „Haarmonie“ in der Dresdner Neustadt arbeitet, akribisch auf das Abenteuer Hawaii vorbereitet. 15 bis 20 Stunden Training pro Woche standen auf ihrem Plan. In Berlin und Nordhausen hat sie daneben Wettkämpfe über die Mitteldistanz absolviert, beim Heimspiel in Moritzburg auch einmal den „langen Kanten“ gemeistert und die Damenkonkurrenz in guten 9:39 Stunden mit riesigem Vorsprung gewonnen.

Geholfen haben ihr bei der langwierigen Vorbereitung besonders ihr Trainer Thomas Weber von der Laufschule Neubrandenburg und ihr Freund Bernd Klopsch, der selbst Triathlet ist und in Berlin mitlief. Tipps bekommt sie auch von den beiden Kamenzer Triathleten Markus Tomschke und Sven Kunath, die das Spektakel in Hawaii schon kennen und sie jetzt wie Weber und Klopsch nach Kona begleiten. „Das ist schön, jemanden zu haben, der sich dort auskennt. Ich kenne bisher alles nur aus dem Fernsehen, dem Internet und von Erzählungen“, freut sich Romy Stotz.

In Kona erwarten sie voraussichtlich 27 Grad warmes Wasser, Hitze und wahrscheinlich starker Wind, der sie aber weniger stört. Wenn sie das Schwimmen gemeistert hat, dann hat sie das Schlimmste hinter sich. „Das ist für mich der schwerste Teil, da geht es bei mir ums Überleben“, lacht sie. Außer ihrem Lebensgefährten („Er hat sich selbst noch nicht an die Langdistanz herangetraut.“) werden sie beim Rennen auch ihre Eltern vor Ort unterstützen. „Wenn man von draußen angefeuert wird, dann trägt einen das. Es war toll, wie meine Arbeitskollegen zuletzt in Moritzburg mit einem Plakat an der Strecke standen“, freut sich die Athletin, deren Spezialdisziplin das Radfahren ist. Damit hat einmal alles angefangen – zum Triathlon kam sie erst später, als sie in Roth und beim heimischen Schlosstriathlon zuschaute und sich von der Faszination des Dreikampfes infizieren ließ.

Von zu Hause aus drücken ihr am 8. Oktober Freunde und Arbeitskollegen die Daumen. „Wir haben extra eine What’sApp-Gruppe erstellt“, haben die Hawaii-Debütantin und ihr kleines Team an alles gedacht. Mitfiebern werden auch die Hobbysportler von „Dapoocycling“, die sie finanziell und mit Material unterstützten, und ihre Sponsoren von der Dresdner Lackfabrik Novatic. Für deren Hilfe ist sie sehr dankbar, „denn so eine Reise ist teuer. Nach Hawaii wäre ich ohne den Triathlon wohl nie hingekommen“, ist Romy Stotz überzeugt.

Insgesamt vier Wochen will sie mit ihren Lieben im Tropenparadies verbringen. „Nach dem Wettkampf werden wir ein paar Tage die Füße hochlegen, dann wandern gehen und etwas Insel-Hopping betreiben“, sagt sie. Für den Tag der Tage hat sich die Ausdauersportlerin keine feste Endzeit vorgenommen: „Ich möchte mir den Druck nicht machen, ständig auf die Uhr zu schauen und mir zu sagen: In zehn Stunden muss das Ding runtergerissen sein!“ Nur irgendwie ins Ziel zu kommen, das reicht ihr zwar nicht – bei ihrem Einstand möchte sie aber vor allem die einmalige Atmosphäre aufsaugen.

Von Jochen Leimert

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