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Die Gerüchteküche brodelt - Wer wird neuer Trainer bei Dynamo Dresden

Die Gerüchteküche brodelt - Wer wird neuer Trainer bei Dynamo Dresden

Die Saison in der 2. Fußball-Bundesliga ist erst vier Spieltage alt, da nimmt das seit Wochen ruhende Trainerkarussell langsam Fahrt auf.

Dresden.

Angeschoben hat es diesmal wieder Dynamo Dresden - die Beurlaubung von Peter Pacult zieht den ersten Trainerwechsel der Saison nach sich. Nach dem 0:3 gegen den FSV Frankfurt sucht der Tabellenvorletzte einen neuen Coach. Trainer ohne Job gibt es zwar wie Sand am Meer, aber welcher von ihnen passt zu Dynamo? Über wen wird noch diskutiert? Wer hat derzeit die besten Chancen? Die DNN gibt einen groben Überblick.

Seit dem 34. Spieltag der vergangenen Saison kursiert der Name von Olaf Janßen (46) durch den Verein. Der Krefelder, Ex-Profi beim 1. FC Köln und bei Eintracht Frankfurt, ist seit 2009 Co-Trainer von Berti Vogts in Aserbaidshan. Ihm wird ein guter Draht zu Dynamo-Geschäftsführer Christian Müller nachgesagt, der aber derzeit so manchen Strauß mit dem Aufsichtsrat auszufechten hat. Als Cheftrainer hat Janßen kaum Erfahrung, Stallgeruch bringt er auch nicht mit. Im Moment scheinen seine Aktien eher zu fallen.

Der Quedlinburger Petrik Sander (52) war bei Dynamo immerhin schon einmal Kandidat auf den Trainerposten, den 2008 aber Ruud Kaiser besetzte. Als Ex-Coach von Energie Cottbus, der TuS Koblenz, dem VfR Aalen und derzeitiger Cheftrainer von Carl Zeiss Jena ist er jahrelang erprobt in den ersten vier Ligen. Mit Cottbus stieg er 2006 in die Bundesliga auf und schaffte im Folgejahr auch den Klassenerhalt. Sein Co-Trainer Thomas Hoßmang war früher Ex-Profi bei Dynamo und beim Dresdner SC, kennt seitdem Ex-DSC-Präsident Thomas Dathe gut, der inzwischen im Dynamo-Aufsichtsrat ein gewichtiges Wort mitzureden hat. Sanders Aussichten auf ein Engagement bei Dynamo sind gut, dank einer Ausstiegsklausel im Vertrag wäre ein Abschied aus Jena kein Problem. Vergleichsweise günstig zu haben wäre er auch.

Noch preiswerter wäre David Bergner, den sich Dynamos Interimstrainer Steffen Menze als Co-Trainer an seine Seite geholt hat. Nach DNN-Informationen soll Bergner (39) eine Anfrage haben, ob er es auch als Chefcoach versuchen wolle. Ungünstig ist freilich, dass Bergner noch nicht im Besitz der nötigen Lizenz sein soll. Der ehemalige Profi (u.a. bei Union Berlin) ist noch ganz frisch im Trainergeschäft. Immerhin: Mit Dynamos A-Jugend schaffte er im Sommer den Sprung in die Bundesliga.

Eine Überlegung wert ist der erfahrenere Heiko Scholz (47). Der Görlitzer wurde als Spieler bei Dynamo groß, der Kontakt nach Dresden riss auch nie ab, seit er in die Fremde ging. Scholz war in Duisburg Co-Trainer unter Norbert Meier, Jürgen Kohler, Peter Neururer und Rudi Bommer, mehrfach Interimstrainer und dann Chefcoach bei den Regionalligisten Germania Windeck und Viktoria Köln. In Köln warf er im November hin - nicht wegen fehlenden sportlichen Erfolgs (Köln war Tabellenführer), sondern weil ihm der Vorstand die Aufstellung diktieren wollte. Scholz ist gut vernetzt, kennt als Ex-Bundesligaprofi und Ex-Nationalspieler Hinz und Kunz.

Gleiches gilt für Ulf Kirsten (47), der gern helfen würde, auch kein Problem damit hätte, seinen Sohn Benjamin zu trainieren. "Ich habe ihn ja schon einmal trainiert", so der langjährige Nachwuchscoach von Bayer Leverkusen. Bisher zeigte Dynamo aber kein Interesse, das Verhältnis zu Sportchef Menze ist auch nicht das beste.

Dass sie im Profifußball erfolgreich sind, das haben Friedhelm Funkel (59/zuletzt Alemannia Aachen) und Lorenz-Günther Köstner (61/zuletzt VfL Wolfsburg) über viele Jahre bewiesen. Sie haben prächtig verdient, müssen nicht mehr jeden Job annehmen. Der Rheinländer Funkel könnte sofort anfangen, wenn das Handy klingeln würde. Das erstbeste Angebot würde er aber nicht annehmen. "Der Verein muss schon gut geführt sein. Das habe ich bei Aachen nicht berücksichtigt", sagt Funkel. "Das war der einzige große Fehler meiner Trainerkarriere", verriet er erst im April der Westdeutschen Zeitung. Köstner war schon einmal vor vielen Jahren Kandidat bei Dynamo, sagte aber schon damals ab. Kurz vor der Rente stehend wäre er auch nicht unbedingt der geeignete Mann, der bei Dynamo langfristig etwas aufbauen könnte.

Noch jung, ehrgeizig und durchaus nicht ohne Meriten sind der Österreicher Ralph Hasenhüttl (46/zuletzt VfR Aalen) und der in Wien geborene, aber in Rüsselsheim aufgewachsene Deutsch-Jugoslawe Kosta Runjaic (42/zuletzt MSV Duisburg) sowie der Westfale Michael Oenning (47/zuletzt Hamburger SV). Das Trio dürfte für Dynamo allerdings kaum bezahlbar sein und schielt wohl eher auf Erstligaklubs oder besser gestellte Zweitligisten. Holger Stanislawski (43) liebt es zwar, bei Traditionsklubs zu arbeiten, doch auch er wird sich nach den lukrativen Jobs in Hoffenheim und beim 1. FC Köln nicht zu sehr finanziell verschlechtern wollen. Zudem soll er sich eine Auszeit bis Weihnachten verordnet haben.

Gerd Dais (50/zuletzt Stuttgarter Kickers) ist wenig bekannt, doch er führte den SV Sandhausen von der Oberliga Württemberg in die 3. Liga, kehrte nach zwischenzeitlicher Beurlaubung zurück und hievte den SVS in die 2. Liga. Ob er im hektischen Dresden zurechtkäme, ist schwer zu sagen.

Rummel gewohnt ist indes Reiner Maurer (53/zuletzt 1860 München). Der Bayer sah sich Dynamos 0:3 gegen den FSV Frankfurt im Stadion an, wird seither als potenzieller Pacult-Nachfolger gehandelt. Er wäre eine unspektakuläre, aber denkbare Lösung wie auch der aus Kassel stammende André Schubert (42/zuletzt FC St. Pauli). Zu Claus-Dieter Wollitz (48) gab es laut Kölner "Express" von Seiten Dynamos schon mehrfach Kontakt, doch der neue Coach von Regionalligist Viktoria Köln wiegelte ab: "Ich habe keine konkrete Anfrage vorliegen und beschäftige mich deshalb mit diesen Spekulationen nicht."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.08.2013

Jochen Leimert

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