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Die Dresdner Wasserspringerin Josefin Schneider möchte 2016 bei Olympia starten

Die Dresdner Wasserspringerin Josefin Schneider möchte 2016 bei Olympia starten

Wenn heute im italienischen Bergamo die Jugend-Europameisterschaften der Wasserspringer eröffnet werden, ist der Dresdner SC mit einem starken Quartett vertreten.

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Die 17 Jahre alte Josefin Schneider vertritt ab heute den Dresdner SC bei den Jugend-Europameisterschaften in Bergamo.

Quelle: Tina Hofmann

Louisa Stawczynski, Josefin Schneider, Timo Barthel und Carlo Leuchte wollen nicht ohne Edelmetall nach Hause zurückkehren. Das unterstreicht auch Bundesstützpunkttrainer Christoph Bohm: "Alle vier haben das Ziel, mindestens eine Medaille zu holen." Die erste könnte es bereits heute beim Team-Wettkampf geben, bei dem das Quartett gemeinsam mit der Berlinerin Christina Wassen die deutschen Farben vertritt.

Eine kleine Generalprobe für die JEM war auch in diesem Jahr das Internationale Dresdner Jugendmeeting im Frühjahr, bei dem vor allem Josefin Schneider für eine Überraschung sorgte. Die gebürtige Dresdnerin, die vergangene Woche ihren 17. Geburtstag feierte, gewann gegen die starke internationale Konkurrenz den Wettbewerb vom Einmeterbrett.

Doch auch schon zuvor hatte der Schützling von Christoph Bohm bewiesen, dass sie zur deutschen Spitze der Brettspezialistinnen gehört. Im Februar holte sie sich bei den Deutschen Jugendmeisterschaften Gold vom Ein-Meter-Brett und Bronze vom Drei-Meter-Brett, bei der Deutschen Meisterschaft der Großen belegte sie einen sehr guten vierten Rang. Dass sie selbst von ihren Leistungen überrascht wurde und sich ihrer Sache noch gar nicht so sicher war, zeigte ihre Reaktion nach ihrem Erfolg beim Jugendmeeting in eigener Halle. Da gab das hübsche blonde Mädchen fast schüchtern zu, seien Tränen geflossen. "Ich war als Fünfte ins Finale gekommen und habe mich Sprung für Sprung vorgepirscht. Alle lagen eng beieinander und ich hatte erst gar nicht realisiert, dass ich gewonnen habe. Deshalb überwältigte mich die Freude", sagte sie damals.

Um nicht selbst von sich enttäuscht zu sein, geht sie lieber nicht mit zu hohen Erwartungen in einen Wettkampf. Ein Tick mehr Selbstbewusstsein könnte aber nicht schaden, weiß der Teenager. Trainer Christoph Bohm nennt sie eine "Wundertüte", die an einem Sahnetag wie bei den Mannschaftsmeisterschaften im Dezember vom Drei-Meter-Brett nur der gestandenen Nora Subschinski den Vortritt ließ, die aber mit Nervenflattern auch alles verpatzen kann.

Schneider weiß das und versucht, im Training noch kontinuierlicher und zielgerichteter an sich zu arbeiten. Denn dass sie ihren Sport liebt, daran besteht kein Zweifel. Nachdem die Wasserratte einst im Kindergarten entdeckt wurde und ohne zu Zögern mit fünf Jahren vom Fünf-Meter-Turm sprang, fand sie großen Spaß am Wasserspringen. Sie ließ sich selbst von zwei schweren Verletzungen nicht umwerfen. "Mit zehn Jahren musste ich wegen Fußproblemen fast ein dreiviertel Jahr pausieren, doch meinen Sport aufgeben wollte ich nicht", erklärt "Josi". Und auch 2012, als ein Sehnenriss in der Schulter sie ausbremste und sie deshalb ihr geliebtes Turmspringen aufgeben musste, warf sie nicht das Handtuch.

Diesen Biss schätzt Christoph Bohm an ihr: "Sie kann an ihre Grenzen gehen, ist ein Talent, ohne dass ihr alles zufliegt. Sie muss sich vieles hart erarbeiten. Und da ist sie auf einem guten Weg", lobt der Coach. "Das mit dem Turm ist schade, es war meine Lieblingsdisziplin und ich hatte gute Voraussetzungen", sagt sie mit Wehmut in der Stimme. Dennoch freundet sie sich immer besser mit dem Brett an, wozu nicht zuletzt die Erfolge in den vergangenen Monaten beitrugen.

Zudem orientiert sich die Sportmittelschülerin, die im Herbst ans Sportgymnasium wechselt, im täglichen Training an ihrem großen Vorbild Sascha Klein. "Er springt einfach Hammer, seine Technik ist wow, sein Sprungstil spitze. Vor allem aber finde ich toll, wie er sich in jeder Trainingseinheit alles erarbeitet", schwärmt Josefin Schneider vom Weltmeister. Es sind aber auch noch andere Dinge, die das Talent pushen: "Vor zwei Jahren war ich bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Australien. Ein unvergessliches Erlebnis. Solche Reisen motivieren", meint sie. In diesem Jahr stehen für "Josi" neben Bergamo noch die Reisen nach Russland zur Junioren-WM und nach China zur Jugend-Olympiade auf dem "Wunsch-Reiseplan". Dort will sie sich mit der Weltelite messen, schließlich heißt ihr großes Ziel Olympia-Teilnahme 2016 in Rio de Janeiro. Dass es dabei für sie seit einiger Zeit noch einen besonderen Anreiz gibt, verrät sie ganz am Rand. Seit Anfang März ist sie mit ihrem Vereinsgefährten Timo Barthel verbandelt, mit dem sie die gleichen Ziele verbinden. Ihr Freund hat sie auch zuletzt aufgebaut, als sie sich vor einigen Wochen beim Fußballspielen eine Bänderdehnung im Fuß zuzog und dadurch die Vorbereitung auf die JEM etwas ins Stocken geriet.

"Körperlich ist sie wieder voll fit und ihre Sprungserien werden immer besser. Jetzt fehlt nur noch etwas die Konstanz. Ich denke, die besten Chancen hat sie bei der JEM vom Ein-Meter-Brett", meint Christoph Bohm. Außerdem wird Josefin noch vom Drei-Meter-Brett springen. Eine ihrer stärksten Konkurrentinnen kommt mit Louisa Stawczynski aus dem eigenen Verein. Die ebenfalls 17-Jährige tritt in den gleichen Disziplinen an, hat vom Drei-Meter-Brett Silber aus dem Vorjahr zu verteidigen. Das größte Programm absolviert Timo Barthel, der neben den beiden Brettwettbewerben noch vom Turm und gemeinsam mit Carlo Leuchte im Synchron an den Start geht. Der 18-Jährige hatte im vergangenen Jahr vom Einmeterbrett JEM-Bronze geholt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.07.2014

Astrid Hofmann

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