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Deutsche Meisterschaften in Bochum: Jubel und Trauer bei den DSC-Athleten

Deutsche Meisterschaften in Bochum: Jubel und Trauer bei den DSC-Athleten

Überschwängliche Freude und bittere Enttäuschung lagen bei den Leichtathleten des Dresdner SC im Wattenscheider Lohrheide-Stadion dicht beieinander.

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Es wird eng mit Olympia: Gewann mit 2,22 Metern Bronze, verpasste aber klar die EM-Norm von 2,28 Meter: Hochspringer Raul Spank.

Quelle: dpa

Dresden . Von Astrid Hofmann

Mit zwei Titeln, zwei Silber- und drei Bronzemedaillen kehrte die Dresdner Abordnung von den Deutschen Meisterschaften zurück. Wenn bei der für heute angekündigten Nominierungsrunde alles glatt geht, werden drei Starter die DSC-Farben bei der EM in Helsinki vertreten. Einer davon ist 400-Meter-Hürdenläufer Georg Fleischhauer. Als der 23-Jährige gestern mit letzter Kraft über die Ziellinie hechtete, vornüber eine Art Purzelbaum schlug und dann erst einmal auf der Tartanbahn liegen blieb, hatte er noch nicht seine Zeit registriert. Als er dann jedoch den Blick zur Anzeigetafel richtete, schrie er mit einem lauten "Ja-Schrei" seine Freude und wohl auch die ganze Anspannung der letzten Tage und Wochen heraus. In 49,74 Sekunden erkämpfte sich der 23-Jährige nicht nur den Meistertitel, sondern sprang auch in letzter Minute auf den EM-Zug nach Helsinki. "Es ist Wahnsinn, dass es noch geklappt hat", jubelte der WM-Halbfinalist von Daegu, der noch im Vorlauf seine Trainerin Erika Falz zweifeln ließ. Mit 51,80 Sekunden und damit nur der siebtbesten Zeit, die deutlich über der EM-Norm von 50,30 Sekunden lag, schaffte er es geradeso ins Finale. "Da habe ich es zu locker angehen lassen", gab er später zu. Doch im Finale hielt er sich an die Abmachung mit Falz, machte auf Bahn zwei in der zweiten Kurve richtig Druck und belohnte sich am Ende selbst. "Er hat unheimlich gut gearbeitet und gekämpft", freute sich Falz, die nun hofft, dass ihr Schützling bei der EM auch die Olympia-Norm von 49,30 Sekunden, die bislang nur der Chemnitzer Silvio Schirrmeister (fehlte in Bochum erkrankt) unterbot, knacken kann.

Eine Überraschung gelang im Dreisprung Jenny Elbe, die sich mit 14,06 m und damit persönlicher Bestleistung ihren ersten deutschen Meistertitel sicherte. Die 22-Jährige überbot damit die EM-B-Norm um sechs Zentimeter, verwies die schon qualifizierte Jenaerin Katja Demut (13,68 m) und die Chemnitzerin Kristin Gierisch (13,43 m) auf die Plätze. Gleich im ersten Versuch war Elbe, die in der Vorbereitung wochenlang durch Pfeiffersches Drüsenfieber ausgebremst wurde, der 14,06-Siegsatz geglückt. "Ich wusste, dass mir zum Schluss sicher etwas die Kraft ausgehen würde. Allerdings hätte ich nicht mit so einer Weite gerechnet", sprudelte es aus der Dresdnerin heraus. Auf jeden Fall wird sie heute für die EM vorgeschlagen.

Dritter EM-Teilnehmer des DSC wird Thomas Schneider sein. Der DSC-Neuzugang sprintete über 400 m in 46,28 Sekunden hinter dem Ex-Dresdner Eric Krüger (Magdeburg/46,15) auf den Silberrang und dürfte damit für die Staffel gesetzt sein. Schneider, Fleischhauer, Florian Handt und Jan Riedel holten zum Abschluss der Meisterschaften in der 4 x 400- m-Staffel noch eine Bronzemedaille für den DSC. Eine weitere Bronzemedaille erkämpfte Speerwerfer Lars Hamann, der bei widrigen Bedingungen 75,87 m erzielte.

Für die Hochspringer Raúl Spank und Matthias Haverney war das errungene Edelmetall bei diesen Titelkämpfen dagegen kein Trostpflaster. Beide plagten sich im Vorfeld mit Achillessehnenbeschwerden und sprangen unter Schmerzen jeweils über 2,22 m, was aufgrund der geringeren Fehlversuche für Haverney zu Silber reichte und Spank Bronze brachte. Der Hannoveraner Eike Onnen holte sich mit 2,25 m seinen vierten Titel. Da er mit 2,26 m schon die EM-B-Norm meisterte, dürfte auch er bei der EM dabei sein. Spank, vor vier Jahren bei Olympia in Peking Fünfter, musste schon beim dritten Versuch über 2,22 m "alle Register ziehen", doch am Ende reichte es nicht, um zumindest die EM-Norm von 2,28 m in Angriff zu nehmen. Trainer Jörg Elbe fand trotz der Enttäuschung lobende Worte: "Beide haben sich durchgebissen, zumindest eine Medaille geholt."

Am 1. Juli könnten Spank und Haverney bei einem Meeting in Eberstadt die letzte Chance bekommen, doch noch auf den Olympia-Zug aufzuspringen. Raúl Spank, der den gestrigen Wettkampf als "Sieg über sich selbst" sah, ist jedoch skeptisch, die Olympia-Norm von 2,31 m noch zu schaffen. "Da müsste ich ordentlich trainieren können, doch das ist mit der Achillessehne derzeit nicht drin", weiß der 23-Jährige.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.06.2012

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