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Der neue Eislöwen-Chef nimmt die Arbeit auf - Trainer Popiesch sieht sich nach Alternativen um

Der neue Eislöwen-Chef nimmt die Arbeit auf - Trainer Popiesch sieht sich nach Alternativen um

Der Erhalt des Profi-Eishockeys in Dresden hängt weiter am seidenen Faden. Nachdem der Sportausschuss vorgestern noch zu keinem Ergebnis kam und sich auf den kommenden Montag vertagte (DNN berichtete), ging gestern der Kampf der Eislöwen-Verantwortlichen um die Rettung weiter.

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Steht auch bei anderen Eishockeyclubs auf dem Zettel: Eislöwen-Trainer Thomas Popiesch.

Quelle: Archiv/Dehlis

Viel Arbeit vor allem für den neuen Geschäftsführer Volker Schnabel, der bei der Anhörung der Eislöwen vor dem Sportausschuss nicht dabei sein durfte, aber inzwischen versuchte, mit der Stadt ins Gespräch zu kommen. Am Abend stellte er sich zudem interessierten Fans in der Energie-Verbund-Arena vor. Der Kaufmann mit ausgewiesenem Eishockey-Sachverstand kam über die Vermittlung von Trainer Thomas Popiesch zu den Eislöwen und hat sein Engagement auch eng mit dem Coach verbunden: "Es war meine Bedingung, dass Thomas Popiesch bleibt", so Schnabel. Geht es in der DEL 2 am Standort Dresden weiter, hat Popiesch ohnehin noch einen Vertrag.

"Und den erfülle ich", so der Coach, der sich aber auch schon anderweitig umgesehen hat. Für den Fall, dass in Elbflorenz das Licht ausgeht. Kontakte werden dem 48-Jährigen vor allem zu den Towerstars Ravensburg, die den Kontrakt mit dem Finnen Petri Kujala nicht verlängerten, nachgesagt. Auch in Bad Nauheim wird Popiesch als heißer Kandidat gehandelt. Dort soll wohl aber bereits am nächsten Wochenende der neue Trainer vorgestellt werden.

Das eventuelle Aus für den DEL 2-Standort in der Landeshauptstadt bewegt auch den sächsischen Eissport-Verband. Präsident Lutz Michel gab gegenüber DNN zu: "Das wäre auch für die beiden anderen sächsischen Zweitligisten eine Katastrophe, wenn die Derbys mit den Eislöwen wegfielen."

Was eine mögliche Teilnahme des ESC Dresden in der Oberliga Ost angeht, so konnte Michel keinesfalls verbindlich eine Zusage erteilen. Im Gegenteil, er erklärte: "Laut den gültigen Regularien müssten die Eislöwen bei einer Insolvenz in der tiefsten Liga neu starten. Das wäre die Regionalliga. Ob es Ausnahmegenehmigungen geben könnte, würde nicht nur von unserem Landesverband, sondern auch vom Deutschen Eishockey-Bund abhängen", so der Präsident, der es auch für sehr gewagt halten würde, dass der Nachwuchsverein einen Spielbetrieb in der Oberliga stemmt. "Um finanzielle Risiken zu vermeiden, müsste man schon eine neue GmbH gründen", ist er überzeugt.

ESCD-Präsident Peter Micksch ist derweil seit gestern damit beschäftigt, das "Projekt Oberliga", wie vom Sportausschuss gefordert, durchzurechnen. "Beim groben Überschlagen der Zahlen zeigt sich eigentlich schon, dass das für den Verein unweigerlich früher oder später wieder in eine Insolvenz führen würde. Dabei haben wir ja nicht einmal verlässliche Berechnungsgrundlagen für Sponsoren-, Catering- und Zuschauereinnahmen und für die Ausgaben. Ich würde dafür nicht zur Verfügung stehen, entscheiden müssten ohnehin die Mitglieder", so Miksch.

Dem ESCD-Präsidenten liegt vielmehr die weitere Entwicklung des Nachwuchses am Herzen. Doch eine Liquidation oder Insolvenz der Betriebsgesellschaft würde auch weitreichende Konsequenzen auf diesem Sektor nach sich ziehen. "Unsere Jungs haben sich mit Platz fünf in der Jugend-Bundesliga gerade für die neue DNL 2, eine U19-Liga, qualifiziert. Die soll schrittweise professionalisiert werden. Anfangs würde uns das rund 32000 Euro kosten. Das könnten wir uns allerdings nicht leisten, wenn uns die Kooperationsgebühr von den Eis- löwen fehlt. Außerdem müssten wir die Trainerstellen reduzieren", weist Peter Micksch noch einmal auf die Folgen einer nach wie vor drohenden Eislöwen-Pleite hin.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.04.2014

Astrid Hofmann

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