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Der Globetrotter ist zurück: Georg Dölle geht wieder für die Dresden Titans auf Körbejagd

Der Globetrotter ist zurück: Georg Dölle geht wieder für die Dresden Titans auf Körbejagd

Ob Feuertanz in Albanien, Canyoning in Korsika, Motorradfahren in Vietnam oder Meditation in Thailand - Georg Dölle liebt das Abenteuer. Der 28-Jährige mag es, seine Grenzen auszuloten, interessante Leute zu treffen und fremde Länder zu bereisen.

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Während der Basketballpause hat es schon in den Fingern gejuckt, zurück in Dresden legt sich Georg Dölle jetzt mit neuen Elan für die Titans ins Zeug.

Quelle: Dehli-News / Frank Dehlis

So verabschiedete sich der Forward im Juni 2012 kurzerhand von den Dresden Titans, die er gerade als Kapitän und Topscorer in die 2. Bundesliga ProB geführt hatte, um eine Weile durch Südeuropa und Südostasien zu touren. "Man muss sich mal vom Alltag befreien", ist Dölle überzeugt. Doch in den insgesamt sieben Monaten, die er mit mehreren Unterbrechungen im Ausland unterwegs war, hat er auch gemerkt: Ohne Basketball geht es auf Dauer nicht. Und so kehrte er nach einem Jahr Pause am 18. August zurück zu seinem Team - gerade rechtzeitig, um sich mit den Titans auf die am 3. Oktober beim USC Leipzig beginnende Saison vorzubereiten.

Eigentlich wollte er schon früher zurückkehren, aber das klappte nicht: "Ich habe mich beim Trainer gemeldet und gefragt, wie es läuft und ob ich Weihnachten wieder einsteigen kann. Doch das ging nicht, der Kader war voll, da habe ich mich anders beschäftigt." Die Lust aufs Reisen war durch Erlebnisse wie jene in den Bergen Albaniens, wo er mit seiner Freundin Diana beim Bau einer Dorfschule half und Arm in Arm mit Einheimischen ums Feuer tanzte, auch nicht eben kleiner geworden. Auch die Touren durch Mazedonien, Griechenland, Italien, Frankreich und Spanien hinterließen bleibende Eindrücke. In Korsika ging es im Gebirge zum Canyoning, an der Südküste lernte er segeln und im Hinterland half er bei der Ernte: "Dort habe ich mich in Tomaten verliebt. Unglaublich, welches Aroma die dort haben. Weil die weniger Säure enthalten als unsere, kann man die essen ohne Ende." Auf Fuerteventura jobbte Dölle als Reiseleiter, führte Touristen durch die Botanik.

Im Frühling zog er dann erneut los - mit seinem jüngeren Bruder Robert, der auch schon beiden Titans spielte. "Wir wollten eigentlich mit dem Fahrrad nach Indien fahren, aber das hat uns unser Vater ausgeredet. Er hat gesagt, er enterbt uns, wenn wir das machen", lacht Georg heute. So buchten die Brüder einen Flug nach Hanoi, kauften sich dort wie viele Rucksacktouristen eine Honda Win und trauten sich ohne Führerschein ("Den braucht man dort nicht.") ins Verkehrschaos der 6,5 Millionen Einwohner zählenden Hauptstadt Vietnams. "Das war völlig verrückt, wir sind noch nie Motorrad gefahren. Und überall Chaos, jeder fährt, wie er will." In einem achtköpfigen Pulk mit anderen Reisenden tuckerten beide durchs Land, bereisten ganz Südostasien. In Laos hatte er schon mal den Kanal voll, zehn Tage litt er an Denguefieber. "Da war ich total fertig, dachte, Asien ist total scheiße. Das Essen konnte ich nicht mehr sehen. Ich hatte Depressionen, das kommt bei der Krankheit oft vor." Mit reichlich Getränken und Ruhe erholte er sich wieder. Und in Thailand lernte der ausgebildete Ergotherapeut Meditation schätzen: "Da habe ich mir Zeit für mich genommen. Dahin möchte ich auch gern noch einmal zurück. Die Ruhe fehlt mir hier, ich habe ständig etwas zu tun. Das ist schon eine Umstellung."

Froh ist Dölle aber, jetzt wieder Basketball spielen zu können. "Es hat mich schon gejuckt, wenn ich mir im Internet Spiel-Zusammenfassungen aus der NBA angeschaut habe", gibt er offen zu. In den Playoffs hat er zum Schluss den San Antonio Spurs die Daumen gedrückt und bei deren 3:4-Finalniederlage gegen Miami mitgelitten: "Eigentlich bin ich sonst nicht parteiisch, aber die Spieler von San Antonio sind mir sympathisch." Selbst gespielt hat er bis zum Rückflug aus Singapur nicht - mit einer Ausnahme: "Ich hatte tatsächlich auch mal einen Ball in der Hand, als wir in Laos in einem kleinen Ort an einer Schule barfuß drei gegen drei gespielt haben. Das waren U16-Spieler - und ich fand es überraschend, wie gut die waren", erzählt der Hallenser mit Wohnsitz in Dresden-Pieschen. "Sonst habe ich nur ab und zu mal geworfen, wenn wir einen Korb fanden. Wir hatten nur einen Fußball dabei, in den Ländern dort wird auch meistens Volleyball oder Badminton gespielt."

Bei der inzwischen personell veränderten Truppe von Titans-Trainer Thomas Krzywinski kann der 1,98 Meter große Dölle nun wieder richtig zeigen, was er drauf hat. Mit seinen neuen und alten Kameraden versteht sich der Weltenbummler bestens: "Ich mag den Geist der Mannschaft und die Intensität, wie sie trainiert und spielt." Am Wochenende hat er noch einmal frei, am Tag der Deutschen Einheit beginnt mit dem Derby in Leipzig dann ein neues Abenteuer.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.09.2013

Jochen Leimert

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