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Der Dresdner Thomas Rudolf ist bei der ersten WM im Behindertenschach dabei

Der Dresdner Thomas Rudolf ist bei der ersten WM im Behindertenschach dabei

Es ist still im großen Saal im Ramada-Hotel in Leubnitz-Neuostra. Konzentriert sitzen sich an fast allen Tischen jeweils zwei Menschen gegenüber. Sie betätigen Uhren, die auf jedem Tisch stehen, überlegen und machen ihre Züge.

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Sie spielen Schach. Ab und an entfleucht einem ein seltsam anmutender Laut. Das sind die hörgeschädigten unter den Spielern. Sie alle nehmen an der noch bis Montag in Dresden laufenden ersten Weltmeisterschaft im Behindertenschachteil. Sie sind sehgeschädigt oder blind, hören nicht gut oder gar nicht oder sind körperbehindert. Zur letzten Gruppe gehört auch Thomas Rudolf. Der Dresdner arbeitet als Sachbearbeiter bei der Stadt und spielt seit seiner Jugend leidenschaftlich gerne Schach.

Er hat sich für das Turnier extra Urlaub genommen. Seit Dienstag verbringt er seine Tage statt im Büro damit, bis in den frühen Nachmittag hinein seine Gegner Matt zu setzen. Das klappt nicht immer. „Heute lief es nicht so gut, ein Remis“, erzählt der 28-Jährige. „Ich hatte einfach zu wenig Zeit.“ Die wird akkurat gemessen wie bei anderen Schachturnieren auch, die Regeln sind dieselben. Kleine Unterschiede gibt es aber trotzdem. Wie spielt ein Blinder Schach? „Das ist sehr beeindruckend. Sie benutzen ein kleines Steckbrett, auf dem sie ihre Figuren erfühlen“, erzählt Rudolf seine Beobachtung. Ein Helfer setzt dann die Züge auf dem richtigen Schachbrett und schreibt mit. „Das dauert nicht länger, als würde ich einem Sehenden gegenübersitzen“, so Rudolf. Zudem haben die blinden Spieler einen Kopfhörer, über den die ablaufende Zeit der Schachuhr angesagt wird, denn die Bedenkzeit ist begrenzt.

Bei gehörlosen Spielern sind Dolmetscher für Gebärdensprache dabei, falls es doch einmal etwas zu besprechen gibt.  Allgemein  wird beim Schach aber nicht vielgeredet“, weiß Rudolf. Da fällt es auch nicht weiter auf, dass einige Teilnehmer an dieser Weltmeisterschaft nicht sprechen. Das Schachspielen hat Rudolf von seinem Vater gelernt, da war er ungefähr zehn Jahre alt. An sein erstes Spiel kann er sich aber nicht mehr erinnern. Sicher ist, das er mit 13 Jahren angefangen hat, im Verein zu spielen. Das ist bis heute so geblieben. Rudolf ist bei der SG Grün-Weiß Dresden aktiv, trainiert dort mehrmals die Woche. Für die WM wünscht er sich eine gute  Platzierung im Mittelfeld. „Es sind schon echt starke Spieler dabei“, berichtet er. Teilnahmevoraussetzungen gibt es abgesehen von der

Behinderung keine, es ist ein offenes Turnier.

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Der Striezelmarkt-Baum 1999.

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Bei dem dichten Gedränge auf der Brücke hatte die Passagiere dieser Heißluftballone, die am Abend in den Himmel aufstiegen, die beste Sicht auf das Szenario.

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90 Teilnehmer aus 14 Nationen haben sich zu dem vom Dresdner Verein ZMDI Schachfestival ehrenamtlich organisierten Turnier angemeldet. In sieben Runden spielen Gäste zum Beispiel aus Sibirien und den USA, Indien und Schottland gegeneinander. Die Schirmherrschaft hat Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) inne. Man misst diesem Event also auch auf Regierungsseite einiges an Bedeutung bei. „Das Turnier ist wirklich sehr gut organisiert“, lobt auch Rudolf. Auslosungen und Paarungen seien schnell und auch Online einsehbar, die Barrierefreiheit ist absolut gegeben, der Spielsaal groß genug, die Schiedsrichter

gut ausgewählt.

Nach einem Spiel ist er trotzdem ziemlich erschöpft, schließlich erfordert Schach viel Logik und vorausschauendes Denken. „Es ist eine Herausforderung. Das strategische Denken reizt mich. Und es ist ein Sport, denn man auch im Rollstuhl betreiben kann“, erklärt der 28-Jährige ein wenig augenzwinkernd. Zudem könne er sich im Schach unbegrenzt weiterentwickeln. Um das zu tun, wird er sich gleich, nachdem er nach Hause gefahren ist, das erspielte Remis noch einmal anschauen, seine Züge überdenken,Alternativen abwägen. Morgen früh steht eine neue Partie an.

Franziska Schmieder

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