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Den Gold-Vierer gibt's nicht mehr - Ruder-Olympiasieger von London gehen getrennte Wege

Den Gold-Vierer gibt's nicht mehr - Ruder-Olympiasieger von London gehen getrennte Wege

Die Bilder von den Olympischen Spielen 2012 in London haben sich ins Gedächtnis gebrannt. Als der deutsche Doppelvierer mit den Dresdner Ruderern Tim Grohmann, Karl Schulze, dem Wurzener Philipp Wende und Lauritz Schoof aus Rendsburg Gold holte, gab es bei den Fans kein Halten mehr. Die vier Jungs selbst rissen nach dem Zieleinlauf auf dem Dorney Lake jubelnd die Arme in die Höhe.

Tim Grohmann, Lauritz Schoof, Phillipp Wende und Karl Schulze: so fahren sie wohl nie wieder zusammen.

Quelle: Rainer Jensen, dpa

"Wir sind die Geilsten", schrie Karl Schulze seine Freude laut heraus.Bei den nächsten Spielen 2016 in Rio wird es keine Wiederholung geben, dieses Quartett sitzt dann nicht mehr in einem Boot. Die Wege trennen sich.

Lauritz Schoof: Der 23-Jährige hat nach dem Gewinn des Vizeweltmeistertitels in diesem Jahr die Skulls in die Ecke gelegt und seinen Wechsel zu den Riemenruderern verkündet. Er studiert Medizin und trainiert jetzt am Stützpunkt in Dortmund. Schoof macht sich Hoffnungen auf einen Platz im deutschen Flaggschiff, dem Achter.

Karl Schulze: Auch er sucht neue Reize. Noch bis Februar absolviert er seine Ausbildung bei der Bundespolizei in Kienbaum, die er dann nach viereinhalb Jahren abschließt. Nach Dresden wird der Schützling von Trainer Egbert Scheibe danach nicht zurückkehren. "Ich brauche nach all den Jahren einfach einen Tapetenwechsel, will etwas Neues kennenlernen. Deshalb werde ich in Zukunft meinen Trainings- und Lebensmittelpunkt in Berlin haben", erläutert der 25-Jährige, der am Stützpunkt in Tegel bei Alexander Schmidt gemeinsam mit Hans Gruhne, der bereits 2007 WM-Bronze im Doppelvierer gewann, trainieren wird. "Berlin ist auch etwas näher zu Ratzeburg, wo wir unsere Trainingslager bestreiten. Da habe ich es dann nicht mehr so weit. Zum anderen bringt es schon einen Vorteil, wenn man auf einem stehenden Gewässer trainiert. Rudertechnisch kommt man so schneller zum Höchstniveau als auf der Elbe", meint Karl Schulze, der im neuen Jahr in Berlin in eine WG mit einem befreundeten Segler zieht. "Das ist keinesfalls eine Entscheidung gegen Dresden. Da ist in den letzten Jahren wirklich alles richtig gelaufen", betont Schulze, "aber ich brauche eine neue Herausforderung. Und ich möchte die Bootsklasse wechseln, liebäugle mit dem Doppelzweier." Seinem Dresdner Verein, dem USV TU, will er trotzdem weiter die Treue halten. Sein bisheriger Coach Egbert Scheibe befürwortet die Entscheidung: "Wir sehen uns ja trotzdem bei den Trainingslagern der Nationalmannschaft und wir gehen ja nicht im Streit auseinander. Sollte ihm die Hauptstadt zu groß sein und es in Berlin nicht klappen, steht ihm die Tür in Dresden immer offen."

Egbert Scheibe ist aber trotz der Veränderungen überzeugt, dass auch in den nächsten Jahren und vor allem in Rio ein erfolgsträchtiger Doppelvierer geformt werden kann. Mit Tim Grohmann, der gerade seinen Ausbildungsabschnitt bei der Bundeswehr in Warendorf angeschlossen hat, hält einer der Olympiasieger auch weiter zur Stange. Und nachdem Philipp Wende in diesem Sommer wegen seines Studienabschlusses eine kleine Pause einlegte, steht der 28-Jährige wieder voll im Training und stellte seine Fähigkeiten mit dem Sieg im Einer bei der Langstreckenregatta erst kürzlich eindrucksvoll unter Beweis. "Er wird von Woche zu Woche stärker", lobt Scheibe, der mit dem 19-jährigen Laubegaster Kai Fuhrmann schon den nächsten Doppelvierer-Kandidaten in der Hinterhand hat. In diesem Jahr war der ehemalige Junioren-Weltmeister schon als Ersatzmann mit bei der WM. "Er ist weiter auf dem Vormarsch", ist der Trainer überzeugt. Dazu wechselte jetzt der Pirnaer WM-Teilnehmer André Sieber von den Riemern in den Skull-Bereich.

Nicht mehr im Boot sitzen wird künftig Siebers Ehefrau Anika (ehemals Kniest). Die langjährige Achterfahrerin hat ihre Karriere endgültig beendet, sieht im Februar Mutterfreuden entgegen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.12.2013

Astrid Hofmann

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