Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Google+
David Solga: Der leise Dauerbrenner in der Schaltzentrale von Dynamo Dresden

David Solga: Der leise Dauerbrenner in der Schaltzentrale von Dynamo Dresden

Er gehört zu den Stillen seiner Zunft, huscht nach Spielende auch gern an der Traube aus Medienvertretern vorbei, die sich gerade um ein anderes "Opfer" geschart hat: David Solga legt überhaupt keinen Wert darauf, ein "Lautsprecher" zu sein.

Dresden .

Dresden (DNN). Er gehört zu den Stillen seiner Zunft, huscht nach Spielende auch gern an der Traube aus Medienvertretern vorbei, die sich gerade um ein anderes "Opfer" geschart hat: David Solga legt überhaupt keinen Wert darauf, ein "Lautsprecher" zu sein. Der 29-Jährige verweigert sich Interviews zwar keineswegs, aber er sucht das Rampenlicht auch nicht. Der gebürtige Dortmunder lässt am liebsten Taten sprechen - auf dem Platz. Dort ist er einer von zwei Sechsern im Dynamo-Aufgebot und spielt in seiner ersten Zweitliga-Saison eine immer wichtigere Rolle. Nur am 17. Spieltag beim 2:2 gegen den FSV Frankfurt fehlte der Blondschopf einmal wegen einer Magen-Darm-Verstimmung, ansonsten war er gesetzt - ob an der Seite von Cristian Fiel, Giannis Papadopoulos oder Maik Kegel.

Dynamo-Trainer Ralf Loose ist sehr zufrieden mit Solga, den er und alle anderen im Team nur "Solle" nennen: "Von meinem ersten Tag an hat er eine super Leistung gebracht, er ist ein Spieler, der vielleicht nicht die außergewöhnlichen Dinge macht, aber auf den man sich verlassen kann, der sehr laufstark ist." Der Dauer(b)renner im Mittelfeld sei zwar nicht der bissige Zweikämpfer, wie er im Buche steht, "aber er hat Qualitäten nach vorne, kann das Spiel gut lesen, kann es ankurbeln", glaubt Loose. Solga versuche, die Offensivkräfte bestmöglich einzusetzen, "das funktioniert gut".

Dass ihm der Trainer, der wie er aus Dortmund stammt, vertraut, ist sicher einer von vielen Gründen, warum Solga jetzt schon ein Jahr beständig gut spielt. Noch Looses Vorgänger Matthias Maucksch baute den immer wieder von schweren Verletzungen (Schambeinentzündung, Schien- und Wadenbeinbruch) heimgesuchten Mittelfeldspieler im Februar vergangenen Jahres wieder in die Mannschaft ein. Zwei Tore in den Spielen gegen Saarbrücken (3:1) und bei den Bayern-Amateuren (2:1) gaben Solga gleich noch einen Schub. Nach Looses Amstantritt am 12. April 2011 blieb er verletzungsfrei und konservierte seine gute Form, ein großer Leistungseinbruch in der nächsthöheren Liga blieb aus.

Der bei Borussia Dortmund ausgebildete Profi, der über die Zwischenstation Wacker Burghausen nach Dresden kam, führt seine positive Entwicklung auch auf die gesammelten Erfahrungen während seiner langen Zwangspausen zurück: "Nach meinen Verletzungen gehe ich mit meinem Körper anders um, bewusster. Wenn man ein Jahr verletzt war, dann lernt man ein paar Dinge kennen. Dann geht man nach dem Training noch mal in den Kraftraum. Ich ernähre mich auch anders, als es früher der Fall war."

Trotz der erfreulichen Entwicklung seines Schützlings glaubt Loose, dass Solga noch einige Reserven hat: im Kopfballspiel, im direkten Duell Mann gegen Mann. Und Loose fordert von ihm: "Er muss noch besser dirigieren, die anderen scharf machen, damit die Offensivkräfte auch noch mithelfen, den Ball zu erobern. Das sind Dinge, die mit der Persönlichkeitsentwicklung zu tun haben." Mit Optimismus und einem Lächeln für den bei der wöchentlichen Pressekonferenz neben ihm sitzenden Spieler fügt er an: "Meistens kommen die mit dreißig."

"Ich versuche es immer wieder, das umzusetzen", gibt sich Solga (Vertrag bis 2013) lernwillig und vor dem schweren Auswärtsspiel am Freitagabend beim Tabellenzweiten Eintracht Frankfurt selbstbewusst: "Respekt haben wir, aber keine Angst. Gegen die muss man in jedem Zweikampf 100 Prozent geben und ihnen auch mal auf die Füße treten." Und Loose ermunterte ihn, auch weiter auf sein erstes Zweitliga-Tor hinzuarbeiten: ",Solle' hat einen guten Schuss, der kann auch mal aus der zweiten Reihe abziehen." Gelingt ihm der Streich, hat Solga zwar einige Interviews vor sich, aber es gibt sicher Schlimmeres.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.03.2012

Jochen Leimert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport
  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr