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Das neue Gesicht des deutschen Shorttracks

Anna Seidel Das neue Gesicht des deutschen Shorttracks

Ins Gesicht von Anna Seidel blickt man in diesen Wochen in Dresden auf Schritt und Tritt. Schließlich hängen die Werbeplakate für den Shorttrack-Weltcup, der in der ersten Februar-Woche in der Energie-Verbund-Arena stattfindet, überall in der Stadt.

Anna Seidel zeigt stolz ihre Silbermedaille vom Weltcup in Nagoya. Sie ist das Gesicht, mit dem Dresden für seinen Shorttrack-Heimweltcup im Februar wirbt.

Quelle: M. Rietschel

Dresden. Ins Gesicht von Anna Seidel blickt man in diesen Wochen in Dresden auf Schritt und Tritt. Schließlich hängen die Werbeplakate für den Shorttrack-Weltcup, der in der ersten Februar-Woche in der Energie-Verbund-Arena stattfindet, überall in der Stadt. Darauf ist die 17-jährige Sportgymnasiastin zu sehen. Kein Zufall, schließlich avancierte die Eisflitzerin vor zwei Jahren bei Olympia in Sotschi als jüngste deutsche Athletin zum Aushängeschild der Sportart.

Und das ist sie erst Recht seit Beginn dieses Winters, in dem sie bei vier Weltcups für Furore sorgte. Feierte sie schon beim Auftakt in Montreal mit Rang drei über 1500 m ihre erste Podestplatzierung, setzte sie im japanischen Nagoya mit Silber über 500 m noch einen drauf. So erfolgreich war noch keine deutsche Kurzbahn-Läuferin. "Anna verfügt über außergewöhnliches Talent", bescheinigt ihr Bundestrainer Miroslav Boyadzhiev, der sie seit mehreren Jahren betreut und in die Weltspitze geführt hat. Vor allem zwei Komponenten sieht der Coach: "Das sind ihre guten körperlichen Voraussetzungen und ihre schlittschuhläuferischen Fähigkeiten."

Genauso wichtig sei aber der Kopf, weil Talent allein nicht ausreiche. "Bei ihr paart sich das mit großem Willen, dem notwendigen Biss und der für ihr Alter schon sehr ausgeprägten Professionalität", schwärmt Boyadzhiev von den Qualitäten seines Schützlings. Dabei muss der Teenager zwei Herausforderungen gleichzeitig meistern und möglichst gut unter einen Hut bringen - den Leistungssport und die Schule.

Nachdem Anna Seidel mit ihren deutschen Teamgefährten am späten Sonntagabend aus Shanghai zurückgekehrt war, wo sie über 1500 m erneut ins A-Finale lief und Rang fünf belegte, stand am Dienstag am Sportgymnasium eine Klausur in Kunst für sie auf dem Plan. Noch vor Weihnachten muss sie auch in Mathe und Sporttheorie Klausuren nachschreiben. Da heißt es, die Zeit optimal einzuteilen und die Schulbücher auf Reisen immer im Gepäck zu haben. "In Kanada hatte ich die Schulaufgaben etwas schleifen lassen", gibt Anna ehrlich zu, fügt aber gleich an: "Zuletzt in Asien habe ich aber wieder richtig gepaukt."

So ist es gar nicht anders möglich, Schulaufgaben und sogar Tests per E-Mail zu erledigen. "Da gibt es für jeden Sportler individuelle Pläne, damit sie trotz vieler Fehltage das Pensum schaffen", erläutert Schuldirektorin Ulrike Becker. Bisher hat Anna Seidel den Spagat hervorragend gemeistert. Während zumindest über Weihnachten und Silvester die Schultasche einmal in der Ecke bleibt, gibt es beim Training so gut wie keine Pause. "Wir haben uns noch viel vorgenommen, da können wir mitten in der Saison die Füße nicht hochlegen", so Miroslav Boyadzhiev, der nicht nur mit den Ergebnissen von Anna Seidel zufrieden ist: "Anna hat sich in die ersten Zehn der Welt gelaufen, aber auch die anderen sind einen deutlichen Schritt vorangekommen."

Vor allem Bianca Walter, die im September ihre vierjährige Ausbildung der Bundespolizei beendete und deshalb die ersten beiden Weltcups noch auslassen musste, kann auf starke Ergebnisse verweisen. Auf vier Strecken lief sie viermal unter die Top-16, schaffte zuletzt als Zehnte über 1000 m ihre erste Top-ten-Platzierung seit langer Zeit wieder. "Das tat gut für die Seele. Ich habe im Sommer gemerkt, dass das andere Training von unserem Trainer gut anschlägt", lobt sie Boyadzhiev, der die 25-Jährige nach einem großen Tief behutsam wieder aufgebaut hat. Der gebürtige Bulgare, der die Nachfolge des US-Amerikaners Michael Kooreman antrat, legt mehr Wert darauf, individuell auf die Sportler einzugehen. Zudem veränderte er das Krafttraining und war mit seinen Athleten viel mehr auf dem Rad unterwegs. Am Wochenbeginn hat übrigens der Verkauf der Tickets für den Weltcup vom 5. bis 7. Februar in Dresden begonnen.

Astrid Hofmann

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