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DSC siegt mit 3:1 gegen Wiesbaden: Waibls Ausraster weckt die Halle

DSC siegt mit 3:1 gegen Wiesbaden: Waibls Ausraster weckt die Halle

Alexander Waibl hat es im zweiten Satz gespürt: Seine Mannschaft, nach dem schweren Champions-League-Spiel gegen Dinamo Moskau körperlich und mental müde, braucht gegen Wiesbaden etwas mehr Aggressivität und dafür Unterstützung von den Rängen.

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Lisa Izquierdo (re.) schmettert gegen den Wiesbadener Block mit Iveta Halbichova (li.) und Jennifer Pettke.

Quelle: Lars Müller

Immer wieder animiert er die Zuschauer zum Klatschen, hebt in bekannter Manier die Arme, um das Publikum mitzureißen. Als das Spiel beim 19:19 auf Messers Schneide steht und die Schiedsrichterin in kurzer Folge die zweite Fehlentscheidung gegen die DSC-Volleyballerinnen trifft, feuert der Coach seine Kladde mit brachialer Wucht zu Boden. Die Blätter fliegen umher. Natürlich bekommt Waibl dafür die gelbe Karte. Erneut animiert er die Fans. Der Funke springt über. Die Halle tobt, keinen hält es mehr auf dem Sitz. Wiesbadens Trainer Andreas Vollmer geht das gegen den Strich. Er geht zur Bank, macht mit der Hand vor seinem Gesicht den Scheibenwischer und zeigt seinem Kollegen den Vogel. Später, als der DSC das schwere Spiel mit 3:1 (23:25, 25:23, 25:20, 28:26) für sich entschieden hat und die Zuschauer ihr Team feiern, kann sich der 48-Jährige, der wie Waibl aus Schwaben stammt, immer noch nicht beruhigen: "Ein Trainer muss sich unter Kontrolle haben. Er hätte Rot bekommen müssen. Das hatte nichts mit Fairplay zu tun", echauffiert sich Vollmer. Alexander Waibl bleibt gelassen, sagt nur: "Da hat jeder seine Auslegung. Emotionen gehören nun einmal dazu. Meine richten sich aufs Spiel und nicht gegen Kollegen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt den Eindruck, die Mannschaft braucht einen kleinen Weckruf. Das hat nichts mit einer Verletzung des Fairplays zu tun."

Der DSC-Coach wusste ganz genau, dass diese Partie für seine Schützlinge Schwerstarbeit sein würde. Nach dem 3:2-Sieg gegen Moskau am Mittwoch fiel es den Dresdnerinnen schwer, sich drei Tage später auf das Liga-Top-Spiel gegen Wiesbaden zu fokussieren. "Man hat schon gemerkt, dass alle etwas müde sind. Körperlich wie auch mental war es sehr anstrengend", gab DSC-Mittelblockerin Cursty Jackson nach dem 116 Minuten dauernden harten Kampf zu. Alexander Waibl hatte der gleichen Formation wie gegen Moskau vertraut. "Doch alle schienen einen Kater zu haben. Es fehlte anfangs die Kopffrische, was sich vor allem in vielen Unsauberkeiten und Schwächen in der Block-Feldabwehr dokumentierte", schätzte der Coach ein. Im zweiten Durchgang fanden seine Damen besser ins Spiel, gaben aber eine Führung wieder aus der Hand. Nach besagtem "Aufrüttler" schafften sie jedoch den Satzausgleich. Auch die folgenden beiden Abschnitte waren kein Spaziergang, denn die Hessinnen leisteten erbitterten Widerstand. Bis zum Schluss mussten die Fans zittern. Auch im vierten Satz. Nachdem zwei eigene Matchbälle vergeben worden waren, musste der DSC erst zwei Satzbälle abwehren, bevor der dritte Matchball endlich die Erlösung brachte. Erfolgreichste Scorerin und zugleich MVP war Diagonalangreiferin Kristina Mikhailenko mit 16 Punkten.

"Ich bin einfach froh, dass die Mädels sich nach dem Erfolg vom Mittwoch, der viel Energie gekostet hat, durchkämpfen konnten", so Alexander Waibl. Damit ist der Meister in dieser noch jungen Saison weiter ungeschlagen. Schon am Mittwoch steht das nächste Heimspiel gegen den VCO Berlin auf dem Plan.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.11.2014

Astrid Hofmann

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