Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Google+
DSC-Volleyballerinnen siegen in Suhl mühevoll mit 3:2 und warten nun auf ihren Halbfinalgegner

DSC-Volleyballerinnen siegen in Suhl mühevoll mit 3:2 und warten nun auf ihren Halbfinalgegner

Spannender hätte das Szenario für dieses zweite Viertelfinalspiel in der Suhler Wolfsgrube nicht sein können. Nach einem 0:2-Satzrückstand zündeten die DSC-Volleyballerinnen gerade rechtzeitig ihren "Turbo" und rissen den 3:2-Sieg (22:25, 23:25, 25:13, 25:21, 15:8) gegen die VolleyStars Thüringen aus dem Feuer.

Suhl/Dresden.

Damit vermied der deutsche Vizemeister ein Entscheidungsspiel am Mittwoch und steht schon nach zwei Siegen im Halbfinale.

Auf den nächsten Gegner müssen die Elbestädterinnen allerdings noch warten. Denn nur der Vorrunden-Dritte Vilsbiburg (3:2 in Potsdam) erreichte ebenfalls schon die Vorschlussrunde. "Nachsitzen" heißt es dagegen in den restlichen zwei Begegnungen. So setzte sich Titelverteidiger Schwerin in heimischer Halle gegen Aachen glatt mit 3:0 und glich die Serie zum 1:1 ebenso aus wie der USC Münster mit einem 3:2-Erfolg gegen den Vorrundenzweiten Wiesbaden. Als Tabellenerster trifft der DSC auf jeden Fall auf die am schlechtesten platzierte Mannschaft. Damit sind diese Kandidaten noch im Rennen: Münster (7.), Schwerin (5.) oder Aachen (4.). Dresdens Trainer Alexander Waibl will keinen Wunschgegner nennen, sagt salomonisch: "Mir ist das egal. Wollen wir ins Finale, müssen wir jeden schlagen."

Nach dem vor allem für die Gastgeberinnen emotionalen Viertelfinal-Krimi war der Coach zumindest erst einmal froh, dass seine Schützlinge nach recht zähem Start das Ruder noch herumreißen konnten. "Vielleicht haben wir uns selbst zu sehr unter Druck gesetzt", gab Angreiferin Lisa Izquierdo, die nach 116 Minuten den zweiten Matchball verwandelt hatte, später zu. Kapitän Stefanie Karg, die als erfolgreichste Punktesammlerin 22 Zähler zum Erfolg beisteuerte und auch als "Wertvollste Spielerin" geehrt wurde, meinte: "Sicher waren wir anfangs etwas nervös, aber es war klar, dass Suhl vor heimischem Publikum noch einmal alles zeigen wollte und es für uns richtig schwer wird."

Während die Thüringer Spielerinnen, die erst am Donnerstag vom Erstliga-Aus ihres Klubs erfahren hatten, mit viel Power und Biss starteten, agierten die DSC-Damen mit "angezogener Handbremse". Als die Gäste im zweiten Satz mit 12:17 zurücklagen, wechselte Waibl für Jaroslava Pencova auf der Mitte Corina Ssuschke-Voigt ein und hatte damit ein glückliches Händchen. Denn die erfahrene Nationalspielerin sorgte nicht nur mit ihren Aufgaben und Schnellangriffen für Unruhe im gegnerischen Team, sondern sie brachte genau Feuer ins Spiel der Dresdnerinnen, das bis dahin nur spärlich loderte. "Man hat gemerkt, dass bei uns die Aggressivität fehlte. Ich wusste, ich muss Emotionen reinbringen und es war schön, dass alle mitgezogen haben", sagte die 30-Jährige, die den DSC "weckte" und die Wende einleitete. Später brachte auch noch Shanice Marcelle, die für Kristina Mikhailenko kam, mehr Sicherheit in die DSC-Reihen. Nachdem der Satzausgleich geschafft war, hatten die Gastgeberinnen im entscheidenden Tiebreak nicht mehr viel entgegenzusetzen. Als Lisa Izquierdo den zweiten Matchball verwandelte, waren Erleichterung und Freude beim DSC groß. "Am Ende gaben der größere Siegeswille und unser variabler Angriff den Ausschlag", analysierte Trainer Waibl.

Während seine Schützlinge noch ein Freudentänzchen absolvierten, verabschiedeten sich die Suhlerinnen mit Tränen in den Augen von ihren Fans. Wie und ob es in der Wolfsgrube weitergeht, ist noch unklar. Das beschäftigte natürlich auch die Dresdnerinnen. "Es ist schade für den gesamten Volleyballsport im Osten, wenn dieser Standort wegfällt", sagte Mareen Apitz. Auch Waibl brachte sein Bedauern zum Ausdruck: "Ich habe die Entwicklung von Suhl schon als Zweitliga-Trainer verfolgt. Die Spiele in der Wolfsgrube waren immer sehr emotional und die Begeisterung stets groß. Es gibt nicht viele solcher Standorte. Zudem hängt natürlich bei allen Beteiligten und Verantwortlichen viel Herzblut dran. Ich hoffe, dass man sich schnell berappelt und schon bald in die erste Liga zurückkehrt."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.04.2014

Astrid Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport
  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr