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DSC-Nachwuchssportlerin Alisa Semenova ist in zwei Städten daheim

DSC-Nachwuchssportlerin Alisa Semenova ist in zwei Städten daheim

Alisa Semenova lächelt gern, aber Gefühlsausbrüche hat Trainer Rico Martick bei der 15-jährigen Leichtathletin bisher noch nicht erlebt. "Sie ist fast schüchtern", meint er.

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Alisa Semenova ist die Dreisprung-Nachwuchshoffnung des DSC.

Quelle: Astrid Hofmann

Im Sport aber kann sie explodieren. Wie am Wochenende, als sie bei der Deutschen U16-Meisterschaft mit 12,33 m Gold im Dreisprung gewann und den einzigen DSC-Titel holte. Alisa stellte mit der Weite nicht nur ihr Talent unter Beweis, sie erzielte sogar persönliche Bestleistung und zugleich neuen Sachsenrekord. Im Weitsprung erkämpfte sie dazu noch Silber.

Das Talent hat sie wohl von Vater Artem Semenov geerbt. Der Physiker war früher selbst Dreispringer und Meister von Leningrad, dem heutigen St. Petersburg. Und wegen ihres Papas lebt Alisa ein ungewöhnliches Leben. In Dresden geboren, pendelt sie mit ihren Eltern im Halbjahresrhythmus zwischen Elbflorenz und der russischen Partnerstadt. Weil Artem Semenov von September bis Februar an der Universität von St. Petersburg und von Februar bis August an der TU Dresden arbeitet, ist Alisa in beiden Städten zu Hause, spricht deutsch und russisch perfekt und geht abwechselnd in Dresden am Vitzthum-Gymnasium und in St. Petersburg zur Schule.

Für Rico Martick ist Alisa ein Juwel: "Sie bringt sehr gute körperliche Voraussetzungen mit, ist ein freundlicher, offener Typ und sehr ehrgeizig. Sie muss man eher bremsen als anstacheln." Mit ihrer Leistung bei den Deutschen Meisterschaften hat sich Alisa schon den D-Kaderstatus im Land Sachsen erarbeitet. Jetzt fragten sogar die Bundestrainer Dreisprung und Weitsprung nach ihr, würden sie als D/C-Bundeskader gern in die Lehrgangsysteme integrieren. "Da müssen wir noch eine Entscheidung fällen, in welcher der beiden Disziplinen sie diesen Status erhält", erläutert Martick, der für Dreisprung plädiert, weil sein Schützling dort wirklich die Beste des Altersbereichs ist.

Allerdings könnte das Talent derzeit international nicht für Deutschland starten. Trotz der Geburt in Dresden besitzt Alisa nur den russischen Pass, müsste den deutschen erst beantragen. "Im Moment könnte ich mich noch nicht entscheiden, das fällt mir sehr schwer", gibt Alisa zu, die sich in beiden Städten und Ländern wohlfühlt, aber zumindest verrät: "Ich träume in deutscher Sprache." Am Sonnabend geht es mit den Eltern wieder an die Newa. Die Familie reist im Zug, ist eineinhalb Tage und zwei Nächte unterwegs. Auch in St. Petersburg trainiert Alisa fleißig, spielt zudem Klavier. Dass sie im Februar wiederkommt, ist sicher, denn der Papa kann seine Arbeit fortsetzen. Gern würde die Familie in Dresden sesshaft werden, doch Festanstellungen an der TU sind begehrt. Für den DSC wäre das ein Glücksfall.

ah

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