Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
DSC-Damen sind im Champions-League-Spiel gegen Rabita Baku krasser Außenseiter

DSC-Damen sind im Champions-League-Spiel gegen Rabita Baku krasser Außenseiter

Wenn heute Abend (19 Uhr) die DSC-Volleyballerinnen in der Margon-Arena Rabita Baku zum ersten Heimspiel in der Champions League empfangen, dann heißt es David gegen Goliath.

Dresden .

Von Astrid Hofmann

Der deutsche Vizemeister erwartet mit dem Titelträger aus Aserbaidschan eine Mannschaft, in der sich Weltklasse-Athletinnen tummeln. Schon 2009 standen sich zwar beide Teams im Challenge Cup am Netz gegenüber, damals mit völlig anderen Voraussetzungen. Der DSC konnte das Heimspiel mit 3:1 gewinnen, schied allerdings nach einer 0:3-Niederlage im Rückspiel aus.

Während bei den Dresdnerinnen noch acht Spielerinnen aus jener Zeit im Kader stehen, hat Rabita ein völlig neues Gesicht bekommen. Mit Sanja Starovic ist lediglich eine Athletin übrig geblieben. Die sprudelnden Ölquellen am Kaspischen Meer machten es möglich, dass sich Rabita mit der Unterstützung sportinteressierter Oligarchen ein Star-Ensemble zusammenkaufte, das schon im letzten Jahr Platz zwei in der europäischen Königsklasse belegte und sich vor Beginn dieser Saison den Titel des Klub-Weltmeisters sicherte. DSC-Trainer Alexander Waibl schätzt, dass die Aserbaidschaner über einen Saisonetat von bis zu zehn Millionnen Euro verfügen. Zum Vergleich: Die Dresdner planen in diesem Jahr erstmals mit einem Gesamtbudget von einer Million Euro, dabei sind allerdings auch die Kosten für den Nachwuchs und vieles mehr enthalten.

Waibl macht den himmelweiten Unterschied zwischen beiden Klubs auch an anderen Faktoren fest: "Unsere Philosophie ist eine andere. Wir setzen konsequent auf den eigenen Nachwuchs, entwickeln Talente für die Nationalmannschaft und schaffen damit Identifikation. Rabita kauft sich in jeder Saison neue Weltklasse-Spielerinnen ein." Bakus Mannschaftskapitän Natalya Mammadova zum Beispiel verdient mehr als 800 000 Euro im Jahr. "Das ist das Doppelte unseres Mannschaftsbudgets, das bei reichlich 400 000 Euro liegt", erklärt Vorstandschef Jörg Dittrich.

Dabei stand die eingebürgerte Ukrainerin, die 2007 zur "Europäischen Spielerin des Jahres" gekürt wurde und die unter anderen schon Meriten mit Zürich, Ankara oder Krasnodar sammelte, zuletzt nicht einmal im Stammsechser. Denn mit der kroatischen Nationalspielerin Natasa Osmokrovic schmettert eine äußerst erfahrene Außenangreiferin, die letzte Saison noch für Fenerbahce Istanbul spielte. Mit der serbischen Mittelblockerin Natasa Krsmanovic und ihrer Landsfrau Silvija Popovic hat Rabita zudem zwei aktuelle Europameisterinnen im Aufgebot. Nicht zu vergessen die beiden Amerikanerinnen Kimberly Glass und Mary Spicer oder die erfahrene Regisseurin Iryna Zhukova aus der Ukraine. Vor der neuen Saison heuerte mit der Berlinerin Kathy Radzuweit, die zuvor in Hamburg war, auch eine deutsche Spielerin bei Rabita an. Gecoacht wird die "Millionen-Truppe" vom serbischen Top-Trainer Zoran Gajic, der die Männer-Nationalmannschaft seines Landes 2000 in Sydney zum Olympiasieg und ein Jahr später zum EM-Titel führte. In Baku übernahm er erstmals eine Frauen-Mannschaft. Sein Auftrag in dieser Saison: Gewinn der Champions League. Weil Geld dabei keine Rolle spielt, haben sich die Klubbosse schon einmal die Ausrichtung des Final-Four-Turniers der Königsklasse im März gesichert, ohne zu wissen, ob die eigene Mannschaft den Sprung in die Endrunde der besten vier Teams überhaupt schafft.

Die Rollen sind heute klar verteilt. "Trotzdem sind unsere Mädels richtig heiß auf die Partie. Wir werden jeden Punkt feiern und versuchen, uns so teuer wie möglich zu verkaufen", verspricht Alexander Waibl, der umso mehr auf einen "richtigen Hexenkessel" mit mehr als 2000 Zuschauern hofft. Dabei kann der Coach noch immer nicht aus dem Vollen schöpfen, muss auf die Langzeitverletzten Stepahnie Kestner, Nicole Schröber und auch auf Tesha Harry (Rückenprobleme) verzichten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.12.2011

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport
  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr