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DSC-Ass Jenny Elbe mangelt es in Rio nicht an Glücksbringern

Dresdner bei Olympia DSC-Ass Jenny Elbe mangelt es in Rio nicht an Glücksbringern

Sie hat lange dafür gekämpft, sich ihren Traum von Olympia zu erfüllen. 2012 in London sollte es schon soweit sein, doch damals streikte der Körper. Nun reist die Blondine aber nach Brasilien, wo sie den Sprung ins Finale schaffen möchte.

Jenny Elbe freut sich mächtig auf ihre erste Teilnahme bei der Olympiade.

Quelle: soccerfoto

Dresden. Wenn es nach der Anzahl von Glücksbringern geht, dann dürfte bei Jenny Elbe in Rio wirklich nichts schiefgehen. Die Dreispringerin des Dresdner SC wird am 7. August bei ihrer Reise nach Brasilien gleich ein ganzes Arsenal davon im Gepäck haben. „Von meinem Bruder Lukas bekam ich ein kleines Känguru, von meinen Eltern Kette und Ohrringe und an meiner Sporttasche hängt immer mein allererster Turnschuh als Maskottchen“, verrät die 26-Jährige vor ihrer Olympia-Premiere, der sie schon seit vier Jahren entgegenfiebert.

Denn damals, vor den Spielen 2012 in London, bremsen die langbeinige Blondine mehrere Krankheiten und Verletzungen aus und deshalb kann sie die Wettbewerbe nur am Fernseher verfolgen. Diesmal aber ist vieles anders. Schon Monate vor dem Saisoneinstieg stellt Jenny Elbe, die von ihrem Papa Jörg trainiert wird, ihre Technik noch einmal um. „Das ist nach vielen Trainingsjahren und eingeschliffenen Bewegungsabläufen nicht so einfach, aber damit springe ich jetzt ökonomischer“, erläutert die Dresdnerin. Und weil sich dabei natürlich viel im Kopf abspielt, habe sie im Trainingslager auch mit der Sportpsychologin Tanja Damaske, einer ehemaligen Top-Speerwerferin, zusammengearbeitet. Da die Studentin der Lebensmittelchemie im März zudem ihre letzten Diplomprüfungen absolviert, kann sie sich voll und ganz auf ihren Sport und die olympische Saison konzentrieren. Und der Lohn stellt sich schneller ein als erwartet. Schon am 14. Mai beim Saisonauftakt im heimischen Heinz-Steyer-Stadion gelingt ihr mit 14,28 Meter der bislang weiteste Satz in ihrer bisherigen Karriere. Damit knackt sie als erste sächsische Athletin die Norm für Rio. Erleichterung pur. Seither überbietet sie bei allen Wettkämpfen die magische 14-Meter-Marke und sichert sich auch bei den Deutschen Meisterschaften in Kassel mit dem Titelgewinn endgültig das Rio-Ticket.

Riesenfreude natürlich auch bei Trainer-Vater Jörg Elbe, der selbst einst zu den besten DDR-Dreispringern gehörte und seine Tochter vor Jahren für diese Disziplin begeistern konnte. In der Erinnerung von Jenny hat sich das so eingeprägt: „Anfangs habe ich noch Fünfkampf betrieben, wurde also breit gefächert ausgebildet. Eines Tages habe ich dann bei einem Spaziergang meinen Vater gefragt, wie denn das Dreispringen funktioniert. Er hat es mir prompt vorgeführt und dann bin ich den ganzen Weg immerzu im Dreisprung-Rhythmus gehüpft.“

Und weil sich die damals 13-Jährige wohl nicht ganz untalentiert zeigt, sind die Weichen für die Zukunft gestellt. Fast logisch, dass der Papa dann auch die Betreuung übernimmt. „Weil er selbst ein starker Springer war, habe ich durch ihn auf jeden Fall eine gute Ausbildung bekommen. Als ich noch zu Hause wohnte, war es aber manchmal etwas problematisch, aber seitdem ich in einer eigenen Wohnung lebe, klappt es wunderbar“, verrät sie nicht ohne ein schelmisches Grinsen.

Sie mag die Dynamik und Eleganz des Dreisprungs. „Es soll schön aussehen, als ob man über die Bahn schwebt“, sagt sie, auch wenn sie weiß, dass gerade diese Leichtigkeit nicht immer hinzubekommen ist. Wie zum Beispiel zuletzt im Finale der EM in Amsterdam, als eine Bronchitis ihr die Kräfte raubt. Dennoch erreicht sie auch dort 14,08 m und mit Platz sieben bei der dritten EM-Teilnahme ihr bestes Resultat. Inzwischen hat sie sich auskuriert und absolviert noch einmal bei Bundestrainer Tamás Kiss in Stuttgart ein kleines Trainingslager, um am letzten Feinschliff zu arbeiten.

Was sie in Rio erwartet, kann sie sich noch gar nicht richtig vorstellen: „Es sind ja meine ersten Spiele. Ich fand schon die Atmosphäre bei der Universiade in China und jetzt bei der EM in Amsterdam grandios, aber bei den Spielen ist das ja dann alles noch ein paar Nummern größer“, ahnt sie. „Das Lampenfieber sollte aber nicht so groß sein, dass man wacklige Beine bekommt.“ Die kann die Weltranglisten-17. im wichtigsten Wettkampf ihrer bisherigen Karriere am 13. August ganz und gar nicht gebrauchen. „Ich will den Vorkampf überstehen und zu den besten Zwölf gehören, die einen Tag später das Finale bestreiten“, so das erklärte Ziel der Olympia-Debütantin. Während ihr Freund, Ex-Hochspringer Matthias Haverney, daheim am Fernseher die Daumen drückt, werden die Eltern als ihre allerwichtigsten „Maskottchen“ vor Ort im Stadion die Tochter unterstützen. Auf gut Glück hatten sie schon länger einen Kurztrip nach Rio gebucht.

Von Astrid Hofmann

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