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DFB: Dynamo Dresden scheitert mit Einstweiliger Verfügung gegen Pokal-Ausschluss

DFB: Dynamo Dresden scheitert mit Einstweiliger Verfügung gegen Pokal-Ausschluss

Fußball-Zweitligist SG Dynamo Dresden ist mit einer Einstweiligen Verfügung gegen den Ausschluss aus dem DFB-Pokal für die kommende Saison gescheitert. Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mitteilte, wies das Oberlandesgericht Frankfurt am Main den Antrag der Dresdner als unbegründet zurück.

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Quelle: dpa

Der Versuch, auf juristischem Weg doch noch am Pokal teilzunehmen, erweist sich für die SGD zudem als teuer.

Laut Mitteilung des DFB trägt Dynamo die Kosten des Verfahrens bei einem Streitwert in Höhe von 130.000 Euro. Nach den Erfahrungen mehrerer Anwälte könnte die eigentliche Summe aus Prozess- und Anwaltskosten bei rund 13.000 Euro liegen.

OLG: Anfechtung nur in formaler Hinsicht möglich

Der 26. Zivilsenat des OLG Frankfurt teilte am Vormittag mit, Dynamo könne die Entscheidung des DFB vor einem ordentlichen Gericht anfechten. Das sei aber nur hinsichtlich formaler Gründe möglich. Die sachliche Entscheidung des DFB-Schiedsgerichtes, Dynamo für eine Saison aus dem DFB-Pokal auszuschließen, sei nicht anfechtbar. Zudem, so das Gericht, würde eine Zulassung zur Pokalauslosung über das hinausgehen, was Dynamo im Hauptverfahren anstrebt – eine Prüfung des strittigen Rechtsverhältnisses (Aktenzeichen 26 SchH 6/13).

„Wir wollten beim OLG Frankfurt erreichen, Dynamo bis zur endgültigen Klärung des Bestands des Schiedsspruchs zur Auslosung zuzulassen und die letzte Chance auf Teilnahme am Pokal zu wahren“, erklärte Dynamo-Geschäftsführer Christian Müller am Nachmittag.

Dynamo Dresden war wegen Fan-Ausschreitungen beim Zweitrunden-Pokalspiel bei Hannover 96 im Herbst 2012 für die kommende Saison aus dem Pokal ausgeschlossen worden. Bereits im Vorjahr hatte das DFB-Sportgericht die SGD wegen der Vorfälle in Dortmund aus dem Pokal ausschließen wollen, in der Berufungsverhandlung wurde die Sperre damals jedoch in ein Geisterspiel und eine hohe Geldstrafe abgemildert.

Dieses Jahr keine Gnade des Sportgerichtes

In dieser Saison jedoch hatte das harte Urteil in sämtlichen DFB-Instanzen Bestand. Zuletzt hatte das DFB-Schiedsgericht die Entscheidung im Mai bestätigt. Dynamo hatte danach zunächst offen gelassen, ob der Verein den Weg vor ein Ordentliches Gericht wagt. Laut OLG stellte Dynamo einen Aufhebungsantrag gegen den Schiedsspruch. Streitpunkt zwischen Dynamo und DFB ist die Haftung des Vereins für das Verhalten seiner Fans.

„Die SG Dynamo Dresden sieht sich aufgrund des unnachgiebigen und für neue Argumente wenig empfänglichen Vorgehens der DFB-Sportgerichtsbarkeit gezwungen, die von ihr vertretene Rechtsauffassung zur Unzulässigkeit der verschuldensunabhängigen Haftung von staatlichen Gerichten überprüfen zu lassen. Anderenfalls bedroht die bereits angekündigte konsequente Anwendung dieses von Dynamo für rechtswidrig gehaltenen Prinzips durch den DFB auf mittlere Sicht die Existenz des Vereins“, so Geschäftsführer Müller.

Da die erste Pokalrunde bereits am Wochenende ausgelost wird, hätte nur eine einstweilige Verfügung dem Verein doch noch einen Platz im Lostopf bescheren können. Laut Mitteilung strebte Dynamo eine Art Alternativlos an, das dem Verein mehr Zeit zur juristischen Klärung verschafft hätte.

Müller sieht gute Chancen vor Gericht

Ob der Verein auf dem normaen Weg vor ein reguläres Gericht zieht, werde von den Vereinsgremien in Kürze entscheden. Geschäftsführer Müller sieht in einem Hauptsacheverfahren aber durchaus Erfolgschancen. " Für den diesjährigen DFB-Pokalwettbewerb würde allerdings ein Erfolg vor Gericht aller Voraussicht nach nichts mehr nützen.“

Pikant: Offenbar hatten die Dresdner den Verband nicht über die Klage informiert. Dynamo „sollte verstehen, dass ein geregelter Spielbetrieb nicht durchführbar wäre, wenn solche Fragen durch Ordentliche Gerichte aufgearbeitet und entschieden werden müssten. Ohne die Akzeptanz der Sport- und Schiedsgerichtsbarkeit gäbe es im deutschen Fußball keinen gesicherten Wettbewerb mehr. Es ist deshalb zu hoffen, dass deren Entscheidungen nunmehr auch von Dynamo Dresden akzeptiert werden", sagte Rainer Koch, DFB-Vizepräsident für Rechts- und Satzungsfragen.

Statt Dynamo darf die Neckarsulmer Sport-Union aus Baden-Württemberg als Nachrücker im Pokal antreten. Mit Zweitligist Erzgebirge Aue und Sachsenpokal-Sieger RB Leipzig sind zwei sächsische Teams bei der Auslosung am Samstagabend im Topf.

sl

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