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Cristian Fiel tritt bei Dynamo Dresden auf die Euphoriebremse

Cristian Fiel tritt bei Dynamo Dresden auf die Euphoriebremse

Während die Fans auf dem Heimweg einen Tankstopp bei Ackis Sportsbar einlegten und dabei noch immer vom 1:0-Sieg über Tabellenführer Hertha BSC schwärmten, dachten einige Dynamo-Profis schon an das nächste Prestigeduell.

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Verhaltene Freude: Cristian Fiel (Bildmitte) und Trainer Peter Pacult (r.) bewahren Bodenhaftung.

Quelle: Dehli-News / Frank Dehlis

Am Sonntag steuert der Mannschaftsbus das Auer Lößnitztal an, um 13.30 Uhr steigt dort das ganz im Zeichen des Abstiegskampfes stehende Sachsenderby.

Routinier Cristian Fiel, der gegen Hertha wie im Hinspiel eingewechselt worden war und einen starken Auftritt hingelegt hatte (O-Ton Peter Pacult: "Der ,Fielo' hat sich mit seiner Leistung selber belohnt."), war die allgemeine Euphorie im Umfeld schon zu viel des Guten. Der alte Haudegen (298 Erst- und Zweitligaspiele) war bemüht, die Kameraden zu erden: "Die Tabelle hat sich nicht so geändert, dass wir sagen können: Super - das war jetzt ein Riesenschritt! Ich glaube, es war ein Spiel, bei dem man nicht davon ausgehen konnte, dass wir die drei Punkte holen. Deswegen nehmen wir sie unglaublich gerne mit, aber ab Dienstag muss jedem bewusst sein, was auf uns zukommt." Das Derby im Erzgebirge sei "etwas ganz anderes, ich hoffe, dass das jeder weiß".

Auch Tobias Jänicke warnte vor Selbstzufriedenheit: "Wir haben noch nichts erreicht, es sind noch eine Menge Spiele, das nächste steht vor der Tür - und das ist ein ganz, ganz wichtiges. Wenn man es schafft, in Aue einen ,Dreier' zu holen, dann sieht es schon etwas besser aus." Torwart Benjamin Kirsten gab zu bedenken: "Das ist ein Derby, das ist das wichtigste Spiel für die Fans." Er hofft, dass seine Mannschaft am Sonntag dem diesmal weit höheren Erwartungsdruck standhalten und eine ähnlich starke Vorstellung abrufen kann. Selbstkritisch bemerkte er, auch gegen Hertha sei "nicht alles rosig" gewesen: "Wir haben ein bisschen zu viele Standards zugelassen, die hätten gefährlich werden können."

Trainer Peter Pacult meinte zwar nach dem Triumph über Hertha: "Jetzt können wir uns zwei, drei Tage über diese Leistung freuen." Der 52-Jährige legte aber zugleich das Spiel als Maßstab für den Knüller in Aue an: "Wenn wir da mit der halben Einstellung auftreten, dann bestrafen wir uns selber. Diese Einstellung, die wir gegen Hertha hatten, müssen wir auch am Sonntag wieder bringen. Für die Mannschaft, die Fans, den Verein war es wichtig, dass wir den Anschluss hergestellt haben, aber jetzt muss man auch weiterarbeiten." Dass im Erzgebirge wieder ein Kraftakt vonnöten ist, ist ihm sonnenklar: "Das wird nicht einfach, auch Aue braucht die Punkte."

Beide Teams stehen momentan mit 24 Zählern aus 24 Spielen da, die "Veilchen" sind nur noch ein einziges Törchen besser als der Verfolger aus der Landeshauptstadt. Wie blank die Nerven im "Schacht", wie die Dresdner Fans die ehemalige Fußball-Heimat der Wismut-Kumpel nennen, angesichts dieser Konstellation liegen, beweist die Trennung von Sportdirektor Steffen Heidrich. Viele Beobachter rechnen zudem fest damit, dass auch Trainer Karsten Baumann gehen muss, wenn Aue am Sonntag ausgerechnet vom Erzrivalen überholt wird.

Was passiert, sollte es so kommen, kann den Schwarz-Gelben aber egal sein. Sie müssen auf sich selbst schauen, in der Tabelle unbedingt nach oben klettern, bevor mit Köln, Braunschweig, St. Pauli, Union und Cottbus gleich fünf Aufstiegsanwärter warten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.03.2013

Jochen Leimert

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