Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 10 ° Regen

Navigation:
Google+
Cloud & Heat Volley beantragt Insolvenz: Dresdner Männer-Erstligist droht im Chaos zu versinken

Cloud & Heat Volley beantragt Insolvenz: Dresdner Männer-Erstligist droht im Chaos zu versinken

Die Volleyballer des Dresdner Erstligisten Cloud&Heat Volley und ihr Trainer Zoran Nikolic standen gestern Abend mit betretenen Gesichtern vor dem Wirtshaus Lindenschänke.

Voriger Artikel
Neuer Kooperationsvertrag: Dresdner Eislöwen investieren in eigene Talente
Nächster Artikel
Bundespolizei: Ein Jahr nach Dynamo-Randalen in Bielefeld sind 21 Täter verurteilt

Geht es weiter für das Team von Trainer Zoran Nikolic (2. v. li.).? Die Liga droht den Dresdnern mit dem Entzug der Lizenz.

Quelle: soccerfoto

Was die Geschäftsleitung drinnen verkündete, hatte die Mannschaft kurz zuvor schon erfahren und geschockt. Die Spielbetriebs GmbH des Tabellenletzten hat gestern einen Insolvenzantrag gestellt. "Wir sind nicht liquide, weil mehrere Sponsorenzahlungen im Dezember und auch in absehbarer Zeit nicht geleistet werden", erklärte Geschäftsführer Jan Pretscheck, der betonte: "Das hat nichts mit der sportlichen Leistung zu tun."

Dabei informierte er zudem, dass Geschäftsführer Matthias Broda, der ebenfalls anwesend war, bereits am 15. November zurückgetreten sei. Zu den wirklichen Hintergründen des ganzen Dilemmas wollten sich weder Broda noch Pretscheck "aus juristischen Gründen" äußern. Das übernahmen anschließend einige Sponsoren und die Aufsichtsratsvorsitzende Barbara Lässig. Dabei kam heraus, dass der eigentliche Hintergrund nicht wirtschaftliche Schwierigkeiten der Sponsoren sind, sondern ein Zwist mit dem Stammverein VC Dresden, der laut Statuten der Liga der Lizenznehmer ist. Wie üblich gibt es zwischen beiden Seiten einen Kooperationsvertrag, der sich entweder automatisch von Jahr zu Jahr verlängert oder von einer Seite gekündigt wird, wenn neue Konditionen zu verhandeln sind. Nachdem der VC am 9. Juli gekündigt hatte, konnte man sich in den letzten Monaten nicht auf einen neuen Kontrakt einigen. Einige der Hauptsponsoren, die Zwei-Jahres-Verträge abgeschlossen hatten, wollten jedoch Planungssicherheit und machten zudem ihr Engagement von Personen - also Broda und Pretscheck - abhängig. Dem Verein werfen die Sponsoren "reine Willkür" vor, durch die das gesamte Projekt zunichte gemacht werde. Einige Gesellschafter, darunter auch von den Hauptsponsoren, wollen jetzt sogar den Verein auf Schadenersatz verklagen.

Woran aber scheiterten die Verhandlungen wirklich? "An weltfremden Forderungen", meinte Gordon Knabe, Geschäftsführer des Elbeparks, einem der Hauptsponsoren. Angeblich hätte der Verein ein Mitspracherecht bei der Verpflichtung von Trainer und Spielern haben wollen. Fakt ist aber: Das stand im bisherigen Kontrakt, darauf wurde aber vom Verein in der neuen Fassung längst verzichtet. VC-Vorsitzender Jens Drummer erläutert: "Uns ging es in erster Linie darum, eine Bürgschaft der GmbH über jene 32 000 Euro zu bekommen, die wir als Verein zahlen müssen, wenn die GmbH pleite geht. Das war der Punkt, an dem die Verhandlungen scheiterten."

Im Übrigen bekam der Verein als Mitgesellschafter schon seit einem dreiviertel Jahr weder Einsicht in die Geschäftsbücher noch in Sponsorenverträge. Zudem haben vor wenigen Wochen zwei der maßgeblichen Sponsoren an den Verein einen Katalog an Forderungen gesandt, in dem unter anderen der Verkauf der Anteile des Vereins (20 Prozent) erwirkt werden sollte. Dem wollte sich der VC jedoch nicht beugen.

Dass sich die GmbH aber noch ein Hintertürchen offengelassen hat, wurde an dieser Aussage von Jan Pretscheck deutlich: "Der Insolvenzantrag kann innerhalb einer Woche zurückgenommen werden." Die Verantwortlichen der Liga überraschte der Insolvenzantrag ebenfalls, wie Marc Wittmann, Vorsitzender des VBL-Lizenzierungsausschusses, sagte. Der Vorstand der VBL wird nun in engem Kontakt mit dem Lizenznehmer VC Dresden prüfen, ob eine Fortführung des Spielbetriebs für den Rest der Saison möglich ist. Bis Montag 24 Uhr muss der VC ein finanzielles Konzept für die Weiterführung des Spielbetriebs vorlegen. Sollte dies nicht der Fall sein, droht sofort der Lizenzentzug.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.12.2014

Astrid Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport
  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr