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Christian Fröhlich: "Der Relegationsplatz ist für Dynamo Pflicht"

Christian Fröhlich: "Der Relegationsplatz ist für Dynamo Pflicht"

Christian Fröhlich hat für beide Vereine in der 2. Bundesliga gekickt und bei beiden erlebt, was Abstiegskampf bedeutet. Wenn Dynamo und der FC St.

Dresden.

Pauli am Sonnabend (13 Uhr) im proppevollen Glücksgas-Stadion die Klingen kreuzen, sucht man den 35-Jährigen aber vergebens auf der Tribüne. Der Kapitän des Oberligisten Heidenauer SV ist gesundheitlich angeschlagen, drückt Dynamo daheim am Fernseher die Daumen.

Frage: Wie geht es Ihnen?

Christian Fröhlich: Ich habe ein paar Kreislaufprobleme, das wird gerade abgecheckt.

Ihr aktueller Klub hat Sie beim 1:6 in Jena schmerzlich vermisst. Wann können Sie wieder spielen?

Ich muss noch ein bisschen abwarten, vielleicht in 14 Tagen, wenn alles gut läuft.

Lassen Sie uns ein wenig über alte Zeiten reden. Sie waren 2006 dabei, als Dynamo im verflixten zweiten Zweitligajahr gescheitert ist. Schmerzt Sie dieser Abstieg noch?

Mit Sicherheit war es traurig, aber Schmerzen habe ich deswegen nicht - es sind ja ein paar Jahre vergangen. Wie die Rückrunde abgelaufen ist und mit wie vielen Punkten (41/d.Red.) wir abgestiegen sind, das war schon außergewöhnlich. Ich rede da nicht mehr gern drüber.

Kein Wunder, Sie hatten vorher auch schon mit St. Pauli diese bittere Erfahrung gemacht...

Da sind wir auch runter gegangen, ja. Es lief ähnlich, wir haben eine starke Rückrunde gespielt. Ich hatte mich nach zehn Spielen verletzt, war vier Monate aus dem Rennen, kam in der entscheidenden Phase wieder. Wir haben auch gepunktet, aber es hat nicht gereicht.

Haben Sie noch Kontakt zu ehemaligen Hamburger Mitspielern wie Holger Stanislawski oder Nico Patschinski?

Nur sporadisch.

Die Pauli-Mannschaft war gar nicht schlecht besetzt.

Wir hatten eigentlich eine recht gute Truppe beisammen, im Winter wurde auch nachgelegt. Stefan Blank kam damals noch, N`Diaye hat getroffen. Fabian Gerber war damals auch noch richtig gut in Schuss, Chen Yang nicht schlecht.

Auch Dynamo hatte im Abstiegsjahr viele gute Spieler in seinen Reihen, konnte im Winter mit Maik Wagefeld, Ivo Ulich, Tomas Votava noch drei Hochkaräter verpflichten. Wie schätzen Sie die Ausgangsposition von damals und von heute ein?

Ich weiß nicht mehr genau, wie wir damals sieben Spiele vor Schluss dastanden - wahrscheinlich ähnlich. Ich glaube, wir hatten ein paar Punkte mehr auf dem Konto (27 statt aktuell 24; auch damals fehlten zwei zu einem Nichtabstiegsplatz/d.Red.). Wir haben auch mehr Tore gemacht (31 statt aktuell 25/d. Red.). Der Vergleich hinkt aber, weil ich nicht glaube, dass man in diesem Jahr 41 Punkte braucht, um sicher drinzubleiben.

Welche Chancen räumen Sie Dynamo und Ihrem ehemaligen Trainer Peter Pacult diesmal ein?

Wir brauchen jetzt nicht die ganze Rückrunde auswerten. Ich habe mir das Spiel in Braunschweig angeschaut und bin der Meinung, das hätte man nicht verlieren müssen. Auf dieser Leistung kann man schon aufbauen. So ein Tor, wie Kumbela da macht, ist ärgerlich. Aber wie Dynamo in der ersten Halbzeit aufgetreten ist, das war doch wunderbar. Das gibt mir große Hoffnung. Dynamo hat auch ein Heimspiel mehr als andere Abstiegskandidaten. Gegen St. Pauli ist das Haus ausverkauft, die Mannschaft wirkt nach der Wintervorbereitung fit, hat es läuferisch drauf. Es hängt nur am Tor.

Pacult war selbst Stürmer, weiß, was wichtig ist, um Tore zu machen. Trotzdem hat Dynamo den schwächsten Angriff der Liga. Welche Möglichkeiten hat der Trainer noch? Haben Sie eine Idee?

Ich könnte ja mal schnell rüberkommen. Aber im Ernst: Aufgrund der Verletzung von Poté ist es schon eine sehr schwierige Situation. Das hat man an der Aufstellung mit Trojan und Müller gesehen, obwohl das, was Müller in seinen jungen Jahren macht, aller Ehren wert ist. Aber Ouali hat sich in Braunschweig wieder etwas hervorgetan, endlich mal eingehakt und die Flanken gebracht. Die Frage ist: Wer kann sie in der Mitte verwerten? Immerhin: Dynamo erspielt sich Chancen. Die Mannschaft muss wieder diese Leidenschaft der ersten halben Stunde von Braunschweig zeigen, als sie die zweiten Bälle geholt hat. Natürlich gehört auch eine Portion Glück dazu. Es sollte hinten nicht gleich der erste Schuss drin sein.

War das späte Ausgleichstor von St. Paulis Torwart Tschauner beim 2:2 gegen Paderborn gut oder schlecht für Dynamo?

Ich habe es nicht gesehen, hoffe, Tschauner feiert noch ein bisschen.

Riskieren Sie einen Tipp?

Ich tippe auf einen Heimsieg, die Höhe ist mir scheißegal. Dynamo hat noch alle Chancen, die Klasse zu halten: Der Relegationsplatz sollte Pflicht sein, aber auch der Nichtabstiegsplatz ist im Bereich des Möglichen. Bochum und Aue rennen ja nicht weg.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.04.2013

Jochen Leimert

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