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Chaoten aus der Dynamo-Fanszene randalieren rund um das Spiel in Kaiserslautern

Chaoten aus der Dynamo-Fanszene randalieren rund um das Spiel in Kaiserslautern

Der Ausflug an den kultigen Betzenberg geriet für Dynamo Dresden nicht nur sportlich zum Desaster. Das 0:3 beim Aufstiegsanwärter 1. FC Kaiserslautern zeigte einmal mehr, dass sich der Verein nur schwer aus dem Würgegriff einer nicht unerheblich großen Schar von gewaltbereiten "Fans" befreien kann.

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Chaoten brennen am Freitagabend im Gästeblock des Fritz-Walter-Stadions von Kaiserslautern im großen Stil Pyrotechnik ab.

Quelle: Frank Dehlis

Kaiserslautern/Dresden. Vor, während und nach dem Spiel am Freitagabend kam es zu massiven Störungen, die den Schwarz-Gelben die nächste Strafe von der Sportgerichtsbarkeit des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) einbringen. Der DFB-Kontrollausschuss ermittelt bereits. Dynamos Bemühungen um eine erfolgreiche Berufung gegen den Ausschluss vom DFB-Pokal werden so torpediert.

Für Entsetzen bei friedfertigen Einheimischen und Gästen sorgten neben dem massiven Abbrennen von Bengalos im Dresdner Block vor allem Übergriffe von Gewalttätern aus der Dynamo-Fanszene nach dem Ende der von 32 925 Zuschauern besuchten Partie. Nach Angaben der örtlichen Polizei griffen Chaoten Lauterer Fans auf dem Rückweg vom Stadion an. Die Schläger attackierten Busse, die FCK-Fans zum Parkplatz oder zurück in die Stadt bringen sollten. Sie zertrümmerten die Glasscheiben, um in die Fahrzeuge zu gelangen. Augenzeugen berichteten gegenüber der Zeitung "Die Rheinpfalz" von Schlägern, die ins Innere der Pendelbusse vorzudringen versuchten, um dort wild um sich zu schlagen. Ein Mann erlitt durch herumfliegende Scherben Schnittverletzungen, eine Frau einen Schock. 70000 Euro Gesamtschaden an Bussen und Einsatzfahrzeugen meldete die Polizei.

Zu Vorwürfen gegen die Beamten, sie seien nicht präsent gewesen, sagte Einsatzleiter Franz-Josef Brandt der "Rheinpfalz": "Ich bedauere die Verletzten und die Leute, die Angst hatten, sehr. Aber wir mussten wegen konkreter Hinweise auf massive Auseinandersetzungen zwischen den Fangruppen an mehreren anderen Orten in der Stadt umplanen. Deswegen konnten in der Kantstraße, wo wir kein derart großes Gewaltpotenzial erwartet hatten, nicht so viele Kräfte eingesetzt werden wie geplant." Brandt erklärte: "Ein derartiges Aggressions- und Gewaltpotenzial habe ich bisher noch bei keinem Spiel in meiner über 40-jährigen Polizeilaufbahn erlebt." 600 Beamte waren im Einsatz, Festnahmen oder Ingewahrsamnahmen gab es allerdings nicht.

Bei Dynamo reagierte man geschockt. Geschäftsführer Christian Müller fand dennoch klare Worte. Gegenüber dem Sender "Sport1" sagte der Kölner: "Für uns ist das eine Katastrophe. In der Kurve der Lauterer gab es zu Beginn Wunderkerzen - damit kann man gut leben. Bei uns waren es Fackeln und dicke Rauchschwaden. Nach dem Spiel haben sich fassungslos machende Übergriffe abgespielt. Das waren wohl Leute, die Dynamo Dresden zuzuordnen sind. Das beschämt unseren ganzen Verein sehr und macht uns tief betroffen."

Müller konnte nicht verhehlen, welch große Wut in ihm aufstieg: "Diese Typen machen den Fußball und das Ansehen unseres Vereins kaputt. Wir werden in Zusammenarbeit mit der Lauterer Polizei und den Sicherheitskräften alles tun, die Gewalttäter zu ermitteln und mit aller Härte zu bestrafen." Müller nannte diese Leute offen "Kriminelle" und forderte erneut, dass Dynamo-Ordner weitaus stärker als bisher in präventiven Maßnahmen bei Auswärtsspielen eingebunden werden sollten.

Für das Berufungsverfahren gegen den Pokalausschluss seien die Vorfälle "ein verheerendes Signal", so Müller bedrückt, "obwohl wir eigentlich glauben, gute Argumente dafür zu haben, nicht ausgeschlossen zu werden. Sicherlich werden aber Dinge anders zu betrachten sein, als es noch vor Freitag der Fall war."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.02.2013

Jochen Leimert

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