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Champions-League-Teilnahme kostet den Dresdner SC noch mehr Geld

Volleyball Champions-League-Teilnahme kostet den Dresdner SC noch mehr Geld

Der deutsche Double-Gewinner steht vor einer schwierigen Saison. Das Etatloch in Höhe von rund 100 000 Euro bereitet dem DSC schon Sorgen genug, da dreht der europäische Verband (CEV) in der Champions League an der Kostenschraube.

In der Champions League soll es künftig den Videobeweis geben, doch das wird für die Vereine teuer.

Quelle: Archiv/Rietschel

Dresden. Die DSC-Volleyballerinnen sind ein Aushängeschild unserer Stadt, der Region und des deutschen Volleyballsports. Schließlich vertritt der deutsche Meister und Pokalsieger seit nunmehr sechs Jahren die Farben unseres Landes in der Champions League. „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal, bringt uns Aufmerksamkeit bei Medien, Fans und Sponsoren und erleichtert Verhandlungen mit Spielerinnen“, hat Vorstandschef Jörg Dittrich immer wieder betont. Aber im Gegensatz zum Fußball, wo Millionen Euro an Fernsehgeldern den Teilnehmern in der Königsklasse winken, ist es für die Volleyball-Vereine ein Zuschussgeschäft. Und jetzt dreht der europäische Verband (CEV) schon wieder an der Kostenschraube. In der neuen Saison wird bereits in der Gruppenphase der schon beim World Grand Prix oder den olympischen Spielen praktizierte Videobeweis eingeführt.

Wie auch aus dem Tennis bekannt, dient das Challenge System den Schiedsrichtern als Entscheidungshilfe bei strittigen Bällen. Sicher eine tolle technische Neuerung, die aber jeden Champions-League-Teilnehmer teuer zu stehen kommt. „Die Anschaffung eines solchen Systems kostet rund 150 000 Euro. So müssen etwa 19 Hochgeschwindigkeitskameras rund um das Spielfeld installiert werden. Zusätzlich entstehen weitere Personalkosten, weil das System nur von speziell geschulten und vom Hersteller lizenzierten Mitarbeitern bedient werden darf“, erläutert DSC-Geschäftsführerin Sandra Zimmermann, die hinzufügt: „Verstoßen wir gegen diese Anforderungen, droht uns eine saftige Strafe, die pro Spiel bis zu 10 000 Euro beträgt.“

Dabei gibt es noch eine weitere Hürde. Zimmermann: „Die CEV definiert nicht nur das Regelwerk zur Umsetzung und Bedienung, sondern reglementiert auch die Auswahl der Anbieter. Lediglich drei Hersteller aus Italien, Polen und Großbritannien sind zertifiziert und werden zugelassen. Allerdings hatten diese Firmen bis vor wenigen Wochen keine umfassende Kenntnis von der neuen Regelung und konnten lange Zeit kein Angebot vorlegen, da zunächst die technische und personelle Verfügbarkeiten konzipiert und budgetiert werden mussten. So verhandeln wir seit Wochen und Monaten, um ein solches System eventuell mieten zu können. Das ist allerdings durch viele Komponenten sehr kompliziert. Minimal würde das Anmieten um die 5500 Euro pro Spieltag kosten, aber das ist alles sehr schwierig.“

Und für den deutschen Double-Gewinner kommt dieses Problem gerade zur Unzeit. Denn trotz der großen Erfolge in der vergangenen Saison ist der DSC finanziell nicht auf Rosen gebettet, fehlen derzeit noch rund 100 000 Euro im Etat. „Wir hoffen, dass wir das alles stemmen können. Aber natürlich haben wir aufgrund dieser Sache auch große Sorge, dass unser Loch im Budget noch größer wird. Vor allem sind wir auch etwas wütend, weil uns die endlosen Verhandlungen wichtige Zeit kosten, die wir eigentlich für die Gewinnung neuer Sponsoren brauchten“, ärgert sich Sandra Zimmermann. Wie eine Lösung bis zum ersten Champions-League-Spieltag im Dezember aussehen kann, steht also derzeit noch in den Sternen.

Von Astrid Hofmann

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