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BuddyBuddy aus der Dresdner Neustadt produziert überlegene Snowboards aus Holz

BuddyBuddy aus der Dresdner Neustadt produziert überlegene Snowboards aus Holz

Die Nachhaltigkeit und der Wintersport sind zwei Gegensätze, die sich nur schwer vereinbaren lassen. Lange Anreisen mit dem Familien-SUV und Schneekanonen, die auch bei Plusgraden Pisten aus dem Nichts zaubern, sind der Killer für jede CO²-Balance.

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Quelle: Hauke Heuer

Doch auch die Bretter, mit denen die Freizeitsportler den Hang hinabwedeln, könnten umweltschädlicher kaum sein. Sie bestehen beispielsweise aus Carbonverbindungen, die mit großem Energieaufwand aus fossilen Rohstoffen hergestellt werden. Hat das Snowboard ausgedient, kann niemand das Material recyceln. Darüber hinaus gelten moderne Faserverbundstoffe – ähnliche wie Asbest – als krebserregend.

Mike Gelbricht, gelernter Tischler und Betreiber des Brettl Laden am Neustädter Markt, wurde sich dieser Problematik bewusst. Bereits vor fünf Jahren sah er das Potenzial eines Snowboards, das hauptsächlich aus nachwachsendem Holz besteht. Nach jahrelanger Forschung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Holztechnologie Dresden produzierte er vor der vergangenen Winter-Saison unter dem Label BuddyBuddy eine erste Serie Holz-Snowboards, die alle Konkurrenten am Markt durch ihre besonderen Eigenschaften ausstechen. „Mehrere Profisportler und Vertreter von anderen Marken haben uns bestätigt, dass unsere Decks derzeit die Besten sind“, sagt Gelbricht nicht ohne Stolz.

Das Geheimnis der BuddyBuddy-Bretter liegt in ihrer Konstruktion. Der Kern besteht aus Esche- oder Pappelholz und wird von Glasfasermatten umhüllt. Das Glas hierfür wird in einer Kiesgrube in Oschatz geschmolzen. Der Clou: Die Matten sind durch den Holzkern hindurch mit insgesamt 7000 Stichen vernäht. „Das sind die ersten Snowboards, deren Festigkeit in der Vertikalen nicht nur vom Kleber abhängt“, erklärt Gelbricht. Das System entspricht im Prinzip einer Hängebrücke, bei der Handlauf und Trittfläche miteinander verbunden sind. Erst die Verbindung beider Elemente garantiert die Stabilität.

So erreichen die BuddyBuddy-Decks eine nie dagewesene Torsionsfestigkeit – sie verdrehen sich nicht in sich selbst –, aber die vorderen und hinteren Bereiche des Brettes können frei schwingen – das perfekte Snowboard. Einige Koryphäen der Branche haben die Vorteile der Bretter aus Dresden bereits erkannt. So war in der vergangenen Saison der US-amerikanische Snowboard-Freerider Jeremy Jones mit einem BuddyBuddy-Board unterwegs.

Nicht nur im Design seiner Snowboards, auch bei der Herstellung achtet Gelbricht auf Nachhaltigkeit. Die meisten Produktionsschritte finden nicht in der eigenen Werkstatt, sondern in lokalen Handwerksbetrieben statt. „Wir brauchen für die Herstellung der Boards teuere CNC-Fräs- und Stickmaschinen sowie viel Know-how. Oft werden die Kapazitäten der Maschinen in den Unternehmen nicht ausgenutzt. Dann werden unsere Bretter gesägt und vernäht“.

Lediglich 400 Boards wurden in der ersten Serie produziert. Dennoch sind die Bretter preiswerter als vergleichbare Modelle anderer Anbieter. 599 Euro kostet eines der Dresdner Snowboards.

www.buddybuddy.eu

Hauke Heuer

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