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Blasewitzer Andrej Martin im Achtelfinale von Rio de Janeiro

Tennis Blasewitzer Andrej Martin im Achtelfinale von Rio de Janeiro

Die deutschen Asse sind im Tennis-Einzel der Herren nur noch Zuschauer, dagegen kann ein Wahl-Dresdner mit etwas Glück noch ein, zwei Runden weiterkommen: Andrej Martin präsentiert sich auch in Rio in ganz starker Verfassung.

Der für den TC Blau-Weiß Blasewitz spielende Slowake Andrej Martin ist in diesem Jahr in der Form seines Lebens.

Quelle: AFP

Rio de Janeiro/Dresden. Der Sport schreibt immer wieder unglaubliche Geschichten. Zu ihnen zählt auch, dass beim olympischen Tennis-Turnier in Rio de Janeiro am Mittwoch mit dem Slowaken Andrej Martin ein Spieler im Achtelfinale des Herren-Einzels steht, der schon seit 2013 für Blau-Weiß Blasewitz spielt. Damit steht schon jetzt fest, dass die Nummer eins des Zweitligisten bei Olympia besser abschneidet als alle deutschen Herren. Martin startete mit einem unerwartet klaren 6:0, 6:3-Sieg gegen den US-Amerikaner Denis Kudla ins Turnier. Danach war sein Zweitrundenmatch mit dem Philipp Kohlschreiber mit riesiger Spannung erwartet worden. Doch zu dem kam es nicht, weil sich der Deutsche eine Fußverletzung zugezogen hat und Martin kampflos weiterkam. Am Mittwoch bekommt es der Blasewitzer mit dem 26-jährigen Kei Nishikori, also einem heißen Medaillenkandidaten, zu tun. Denn der Japaner zählt zum illustren Kreis der Top 10 der Welt und nimmt aktuell den siebenten Platz ein.

Ein Traum ist in Erfüllung gegangen

Allein mit der Teilnahme an Olympia sei für ihn „ein Traum in Erfüllung gegangen, an den er noch vor wenigen Wochen überhaupt nicht gedacht hat. Im Doppel vielleicht, weil ich mich da ja schon Ende letzten Jahres unter die besten 100 in der Weltrangliste gespielt habe. Im Einzel aber auf keinen Fall.“ Erst wenige Tage teilte ihm die Internationale Tennis-Föderation mit, dass er auch im Einzel startberechtigt ist. Nun ist er sogar der einzige slowakische Starter in diesem Wettbewerb, und schon so weit gekommen, wie ihm das niemand zugetraut hatte. Sehr stolz ist er aber auch noch auf zwei weitere Erfolge in jüngster Vergangenheit. Zum ersten Mal war er im Hauptfeld von Wimbledon vertreten und feierte im Doppel auf dem „heiligen Rasen“ mit dem Chilenen Hans Podlipnik-Castillo immerhin einen Erstrunden-Sieg gegen die erfahrenen Schweden Johan Brunström und Andreas Siljeström. Nur kurz danach führte Andrej Martin in Budapest die slowakische Nationalmannschaft im Daviscup in der Europa-Afrika-Gruppe zum 3:0-Sieg gegen Ungarn. Damit qualifizierte sich die Slowakei für die Mitte September stattfindenden Relegationsspiele für die Weltgruppe, und trifft dabei auf den 28-fachen Sieger Australien.

Sein Turnierkalender ist rappelvoll

Andrej Martin hat aber auch großen Anteil daran, dass Blau-Weiß Blasewitz bei den Herren die am höchsten spielende Tennis-Mannschaft in den neuen Bundesländern ist. Denn er war schon 2012 als Nummer eins dabei, als die Dresdner in der Regionalliga Südost ungeschlagen den Staffelsieg erkämpften und den direkten Aufstieg in die 2. Bundesliga schafften. In der zweithöchsten deutschen Spielklasse belegte Blau-Weiß mit ihm 2014 als Neuling einen sehr beachtlichen vierten und im Vorjahr sogar den dritten Platz. Dass Blasewitz in der am kommenden Wochenende zu Ende gehenden Saison in der 2. Bundesliga zum ersten Mal gegen den Abstieg kämpfen muss, hängt auch damit zusammen, dass Martin bisher wegen seiner internationalen Erfolge überhaupt noch nicht zum Einsatz kommen konnte.

Für den Dresdner Nachwuchs ein Vorbild

Einzige Gelegenheit dafür bietet sich noch am Freitag, wenn Blasewitz im Waldpark sein letztes Spiel gegen TC Amberg am Schanzl bestreitet. „Wir stehen mit Andrej Martin ständig in Verbindung. Er selbst möchte gern noch ein Spiel für uns bestreiten. Sollte er gegen Nishikori verlieren, werden wir uns sofort mit ihm beraten. Er müsste sich ja dann sehr schnell ins Flugzeug setzen. Es wird also verdammt eng“, schätzt der Blasewitzer Teammanager Sven Grosse die Situation ein.

„Auch ich würde mich natürlich sehr freuen, wenn Andrej Martin noch ein Spiel bestreitet. Aber auch wenn dies nicht klappt, ist es ein Glücksfall, dass ein solcher Weltklassespieler für uns aktiv ist, denn er ist für den Nachwuchs ein echtes Vorbild“, ist der Blasewitzer Clubpräsident Michael Stephan glücklich über „seinen“ Olympioniken.

Von Rolf Becker

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