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Bischofswerdaer FV kommt in der Landesliga nicht auf Touren - Trainer trotzdem unumstritten

Bischofswerdaer FV kommt in der Landesliga nicht auf Touren - Trainer trotzdem unumstritten

Die Zwischenbilanz beim Fußball-Landesligisten Bischofswerdaer FV fällt ziemlich ernüchternd aus. Nach neun Spieltagen stehen drei Siege und sechs Niederlagen zu Buche.

Bischofswerda.

Dabei galten die "Schiebocker" vor der Saison als Mitfavorit im Kampf um die Meisterschaft, auch, weil namhafte Spieler wie Torsten Marx, Christopher Beck oder Sascha Dietze verpflichtet wurden. Die Realität: Es knirscht im Gebälk, die Mannschaft von Trainer Matthias Müller rangiert in der Tabelle nur auf Platz elf. DNN-Mitarbeiter Jürgen Schwarz sprach mit BFV-Präsident Jürgen Neumann.

Frage: Herr Neumann, Sie hatten vor dem Gastspiel beim Tabellenführer in Neugersdorf vier Punkte als Ziel für die kommenden zwei Partien ausgegeben. Die Begegnung gegen den FC Oberlausitz ging mit 0:2 verloren, gibt es jetzt Konsequenzen?

J. Neumann: Die gab es schon vor dem Spiel in der letzten Woche. Falls sie auf Trainer Matthias Müller anspielen: die Vereinsführung steht geschlossen hinter ihm. Ich halte Herrn Müller immer noch für den besten Trainer der Landesliga. Aber es ist nicht so, dass wir keinen Nachfolger finden würden. Ich habe in meinem Schreibtisch etliche schriftliche Bewerbungen liegen, die ich ohne Anfrage erhalten habe.

Genießt der Trainer so etwas wie Artenschutz?

Ganz sicher nicht. Aber wir sind mit Matthias Müller in die Landesliga aufgestiegen und wollen uns in dieser Spielklasse gemeinsam auf längere Zeit etablieren. Wir sind der Meinung, der Trainer erreicht die Mannschaft noch und kann sie auch führen. Natürlich gibt es ein paar interne Dinge, die nicht ganz so glücklich abliefen.

Was meinen Sie?

Zum Beispiel die Wahl des Kapitäns. Erst wurde Patrick Herrmann durch Torhüter Enrico Keller ersetzt, danach trug der junge Cornelius Gries die Binde. Der war aber mit seinen jungen Jahren überfordert, zumal er etliche gestandene Akteure an seiner Seite hat. Dort lag sicher eines der Probleme, denn die Mannschaft hat auf dem Platz nicht mehr richtig funktioniert. Zu viele Routiniers wollten den Leitwolf geben.

Und nun?

Die Spieler haben vor der Partie in Neugersdorf mit Eric Bachmann selbst einen Kapitän gewählt, Enrico Keller ist der Stellvertreter. Ich hoffe, dass sich damit nun eine Hierarchie ergibt, ohne die das Team einfach nicht funktionieren kann.

Klingt nach einer Disbalance innerhalb der Mannschaft...

Ja, das war wohl so. Wobei ich das nicht auf die Vielzahl der Neuzugänge zurückführe, denn ein Jahr zuvor waren es noch viel mehr neue Spieler, die zu uns kamen. Diesmal sind bestimmte Charaktere aufeinandergeprallt, die es schwieriger machen, eine Einheit zu bilden. Das haben wir so nicht vermutet. Aber, Mannschaftsgeist kann man ohnehin nicht verordnen, der muss entstehen. Fakt ist, die Spieler sind in der Bringschuld. Sie verlangen von uns als Vereinsführung, dass wir die Aufwandsentschädigung jeden Monat pünktlich zahlen. Im Gegenzug erwarte ich professionelles Verhalten der Spieler.

Ihrem Trainer wird vorgeworfen, immer wieder die Startelf umzubauen. Was sagen Sie dazu?

Ich mische mich generell nicht in die sportlichen Angelegenheiten ein. Dafür haben wir einen Trainer, der dafür bezahlt wird und auch den Kopf hinhalten muss. Ich kenne aber den Denkansatz von Herrn Müller. Er legt sehr viel Wert auf Disziplin. Dazu gehört auch die Trainingsbeteiligung. Und wenn ein Spieler die gesamte Woche nicht trainiert, auch wenn er dafür berufliche Gründe hat - dann wird er am Wochenende nicht von Anfang an spielen.

Es stehen jetzt drei Heimspiele in Folge an, zwei in der Meisterschaft und dazu das Pokal-Achtelfinale gegen Hohenstein-Ernstthal. Was passiert, sollte der BFV nicht in die Erfolgsspur finden?

Ich gehe davon aus, dass wir in diesen 270 oder 300 Minuten erfolgreich sein werden, zumal ja im Pokal-Viertelfinale RB Leipzig als Gegner wartet. Aber, um ihre Frage konkret zu beantworten: Wir haben letzte Woche einen Dreistufenplan aufgestellt. Die erste Stufe läuft bereits. Hier gab es noch keine Namensnennungen und bis auf einige kleine Annehmlichkeiten, die wir erst einmal gestrichen haben, auch keine Konsequenzen. Stufe zwei wäre das Benennen von Personen, die gegen den Strom schwimmen, und die Erteilung von Verwarnungen. Und der letzte Schritt ist die Trennung von Spielern. Der Trainer ist ermächtigt, so etwas selbst in die Wege zu leiten. Ich hoffe allerdings nicht, dass es so weit kommt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.10.2012

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