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Bianca Walter läuft für ihre Teamgefährtin ins Rampenlicht

Shorttrack-Weltcup in Dresden Bianca Walter läuft für ihre Teamgefährtin ins Rampenlicht

Für Dresdens Shooting-Star Anna Seidel lief es beim Shorttrack-Weltcup ausgerechnet vor heimischer Kulisse nicht nach Wunsch. Dafür lief sich Teamgefährtin Bianca Walter ins Rampenlicht und genoss die Läufe vor dem Heim-Publikum.

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Shorttrack-Bundestrainer: „Stürze gehören zu unserer Sportart“

1500 m Viertelfinale: Bianca Walter vor der Italienerin Lucia Peretti.
 

Quelle: Matthias Rietschel

Dresden.  Rhythmisches Klatschen von den bestens gefüllten Rängen trieb die Läufer auf ihrer Rundenhatz in der Energieverbund-Arena an. Dresden machte auch bei diesem Weltcup seinem Ruf als „Shorttrack-Mekka“ alle Ehre. Rund 6000 Zuschauer kamen an den drei Tagen und sorgten für eine Gänsehautstimmung, von der sich die Athleten gern tragen ließen. Das i-Tüpfelchen wären natürlich Finalteilnahmen der deutschen Starter gewesen, doch dazu reichte es für das junge Team diesmal nicht ganz.

Zuerst erwartet hatten das die Fans vor allem von Dresdens Shooting-Star Anna Seidel. Doch für die 17-Jährige lief es ausgerechnet vor heimischer Kulisse nicht ganz nach Wunsch. Über 1500 Meter – eigentlich ihre Paradestrecke – stürzte sie am Sonnabend im Semifinale, für das sie gesetzt war, und büßte damit alle Chancen ein. Am Sonntag reichte es in ihrem Viertelfinallauf nur zum vierten und damit letzten Platz und so blieben für die Sportgymnasiastin die Plätze 17 und 15 stehen. „Ich hätte gern mehr gezeigt, habe aber einige Fehler gemacht über 1500 m. Und über 500 m fehlte mir am Start die Kraft, deshalb war das Loch gleich zu groß geworden. Da bin ich schon ein wenig enttäuscht“, bekannte die ehrgeizige Dresdnerin.

Dafür aber lief sich Teamgefährtin Bianca Walter an diesem Wochenende ins Rampenlicht und genoss die Läufe vor dem Heim-Publikum. Zweimal erreichte die 25-Jährige das B-Finale und feierte am Ende mit Platz neun über 1000 m und Rang elf über 1500 m eines der schönsten Weltcup-Wochenenden ihrer Laufbahn, wie sie selbst strahlend erklärte. Auch wenn sie vor allem über die 1000 m von Stürzen der Konkurrenten profitierte, schmälerte das keinesfalls ihre Leistung. „Ich habe nach einigen Verletzungen zwei schwere Jahre hinter mir und deshalb bin ich froh, dass ich hier alles zeigen und vor allem konstant laufen konnte. Nachdem mein Selbstvertrauen komplett weg war, sehe ich, dass es jetzt wieder vorwärts geht und glaube auch den Trainern, die mir gesagt haben, dass noch mehr Potenzial in mir steckt“, erklärte Bianca Walter, die zudem mit der deutschen Staffel am Sonnabend für Furore sorgte.

Das junge Team, zu dem neben Anna Seidel noch die beiden Juniorinnen Gina Jacobs und Anna Katharina Gärtner zählten, pulverisierte im Halbfinale über 3000 m den deutschen Rekord aus dem Jahr 2013. Damals war ein deutlich erfahreneres Quartett in Sotschi 4:13,691 Minuten gelaufen. Die jungen Damen waren am Wochenende gleich um über zwei Sekunden schneller, schraubten die Bestmarke auf 4:11,400 Minuten und belegten damit einen hervorragenden sechsten Platz.

Dieser Rekord war nicht der einzige auf dem perfekt präparierten Sahne-Eis in der Dresdner Halle. Denn die Organisatoren konnten sich bei den Männern sogar über einen Weltrekord freuen. Europameister Semen Elistratov aus Russland sprintete im Viertelfinale über 1000 m in 1:22,607 Minuten zu einer neuen Bestmarke und verbesserte den alten Rekord des Koreaners Yoon-Gy Kwak, der im Dezember 2012 in Calgary 1:23,007 Minuten gelaufen war, deutlich. Zu einem Sieg reichte es später für den Russen nicht, er musste sich sowohl über 500 m als auch über 1000 m dem kanadischen Olympiasieger Charles Hamelin geschlagen geben. Dessen Lebensgefährtin Marianne St.-Gelais sorgte bei den Frauen über die gleichen Distanzen für zwei weitere Siege für die Mannschaft aus Kanada. Insgesamt drei Siege gingen nach Korea, einen holte sich bei den Frauen die britische Europameisterin Elise Christie.

Die deutschen Männer konnten der Weltspitze noch nicht Paroli bieten. Der 15. Platz des Dresdners Christoph Schubert am Sonnabend über 1500 m war das beste Resultat, am Sonntag belegte der Elbestädter über die gleiche Distanz Rang 17 und gab anschließend zu: „Ich habe zu viel in sinnlose Überholmanöver investiert, habe mir die Kräfte falsch eingeteilt. Leider mache ich diesen Fehler zu oft. So bin ich nur im Groben zufrieden, das Erreichen eines B-Finals wäre schön gewesen.“

Sehr zufrieden war dagegen DESG-Vizepräsident Uwe Rietzke: „Wir können ein rundum positives Fazit ziehen. Insgesamt 6311 Zuschauer haben an den drei Wettkampftagen die Energieverbund-Arena besucht und mit einer sensationellen Stimmung unterstrichen, welchen Stellenwert Shorttrack nicht nur in der Region besitzt. Die Planungen für eine Neuauflage des Weltcups im Februar 2017 laufen schon.“

Von Astrid Hofmann

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