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Bergsteiger-Vereinszentrum wird gebaut - privater Konkurrent klagt wegen Fördermitteln

Bergsteiger-Vereinszentrum wird gebaut - privater Konkurrent klagt wegen Fördermitteln

In der Geschäftsstelle des Sächsischen Bergsteigerbundes (SBB) knallten gestern die Sektkorken. In Anwesenheit von Sachsens Innenminister Markus Ulbig und Dresdens Sportbürgermeister Winfried Lehmann (beide CDU) wurde gefeiert, denn sie hatten sich mit froher Kunde zum SBB in die Könneritzstraße aufgemacht.

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So soll das Bergsportzentrum an der Papiermühlengasse aussehen. Noch stehen auf dem Bauplatz am WTC Baracken, die nun abgerissen werden.

Quelle: Visualisierung: SBB

Schwarz auf Weiß überreichten sie dem SBB-Vorsitzenden Alexander Nareike die von den Bergsteigern ersehnten Fördermittelbescheide für das neue Vereinszentrum, das nach erfolgter Ausschreibung ab Frühjahr 2014 an der Papiermühlengasse 10 gebaut werden kann.

Das 2,5 Millionen Euro teure Mehrzweckgebäude, das frühestens Ende 2014 fertig sein soll, vereint künftig eine 1500 Quadratmeter große Kletterhalle, einen 100 Quadratmeter großen Sportraum, einen Trainingsbereich für die Bergwacht, die SBB-Bibliothek, das Archiv und die neue Geschäftstelle in einem Haus. Mit dem auch vom Deutschen Alpenverein (DAV) in Höhe von 150 000 Euro geförderten Neubau möchte sich der derzeit fast 11 000 Mitglieder in Sachsen zählende SBB fit für die kommenden Jahre machen. "Wir sehen darin ein Stück Zukunftssicherung für den Bergsteigerbund", sagte Nareike. "Ein bewegender Moment", freute sich der 42-Jährige.

Angesichts des Kletterbooms will der Verein für potenzielle neue Mitglieder attraktiver werden und die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen auf ehrenamtlicher Basis genauso verstärken wie die Betreuung von Senioren. Für beide Zielgruppen sei es laut SBB bisher schwierig, auf Dauer bezahlbare Angebote bei privatwirtschaftlich arbeitenden Anbietern zu finden.

Weil jene aber um die Rentabilität ihrer in den vergangenen Jahren ausgebauten Anlagen fürchten, mussten sich Stadt, Land und der SBB heftiger Kritik erwehren. "Es gab jede Menge Diskussionen", erinnerte Innenminister Ulbig und gestand: "Es war notwendig, sich mit diesem besonderen Projekt sehr intensiv zu beschäftigen. Es gab nicht nur Leute, die das positiv fanden." Das Land habe sich aber entschieden, exakt 407 625,92 Euro Fördermittel bereitzustellen. Das sind fast 200 000 Euro weniger als ursprünglich beantragt. Die Differenz muss der SBB nun mit einer höheren Kreditaufnahme bei seinen Banken und Mitgliedern ausgleichen. "Unser Geld fließt in den Vereinsteil hinein, damit gibt es keine geförderte Konkurrenz zu anderen Hallen", betonte Ulbig, selbst ein passionierter Kletterer.

Der Freistaat reagierte mit seinem Bescheid auf die Förderzusage der Stadt. Sie gibt 402 000 Euro. 248 000 davon fließen in die Vereinsräume, 154 000 direkt in die Kletterhalle. "Es ist ein großes Projekt, ein nicht alltägliches, aber eines für eine Sportart, die in Dresden besondere Bedeutung hat", sagte Lehmann, der es im Sportausschuss stets befürwortet hatte.

Dort stimmte mit FDP-Stadträtin Barbara Lässig nur ein Mitglied dagegen. Sie teilt die Meinung von Alexander Adler, der das Projekt ablehnt. Der Betreiber der Kletterhalle "XXL - die Wand", der in der Neustadt eigentlich eine weitere für 3,5 Millionen Euro bauen will, war erbost über die Nachricht aus der Könneritzstraße: "Das ist bitter für uns. Wir werden auf jeden Fall klagen. Das ist Fakt." Dasselbe Geschäftsmodell derart zu subventionieren, sei doch "Sozialismus".

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.09.2013

J. Leimert

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