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Befreiender sieg gegen Aalen: Dynamo Dresden befreit sich von seinem Trauma

Befreiender sieg gegen Aalen: Dynamo Dresden befreit sich von seinem Trauma

Im Fußball dreht sich die Stimmung mitunter so rasant wie der Wind auf dem Matterhorn. "Absteiger, Absteiger!" tönte es den SGD-Kickern beim 0:4 vor einer Woche von Fürther Fans noch in den Ohren, fünf Tage später sangen die eigenen Anhänger: "Oh, wie ist das schön!" Es war zwar kein Feuerwerk, das die Schwarz-Gelben beim 2:0 gegen den VfR Aalen abbrannten, aber mit unbändigem Einsatz und dem Glück der Tüchtigen besiegten sie ihr Trauma von neun Spielen ohne "Dreier".

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Jubel nach dem 2:0: Anthony Losilla herzt den Torschützen Marco Hartmann, Robert Koch (verdeckt) und Thorsten Schulz gratulieren ebenfalls.

Quelle: picture point

Die Erleichterung darüber war bei Fans, Funktionären und Spielern riesengroß.

Während Präsident Andreas Ritter im Hochgefühl des Erfolges witzelte, ihm seien gerade die Rocky Mountains vom Herzen gepoltert, strahlte Trainer Olaf Janßen in die Kameras und gestand: "Ich bin einfach überglücklich, dass wir es heute geschafft haben - mit einer leidenschaftlichen Leistung. Ich denke, jeder im Stadion hat gesehen: Wir wollten den Sieg mehr."

Mit drei neuen Leuten in der Startelf wollte Janßen neue Impulse setzen - und die Hereinnahme von Marco Hartmann, Mohamed Amine Aoudia und Thorsten Schulz erwies sich als goldrichtig. Das Trio schmiss sich voll rein, gab mit den Kameraden von Beginn an Vollgas, um die Aalener sofort unter Druck zu setzen. Ein Beispiel gefällig? Aoudia sprintete bei einem Aalener Rückpass wie wild auf VfR-Torwart Jasmin Fejzic zu, stahl ihm den Ball, bekam ihn nur nicht mehr ganz unter Kontrolle (5.).

Doch die Konterstärke der Schwaben wäre Dynamo beinahe zum Verhängnis geworden, wenn Benjamin Kirsten nicht Robert Lechleiters Flanke auf Enrico Valentini weggefangen (7.) und Lechleiters Großchance aus Nahdistanz mit einer Hand vereitelt hätte (15.). Bei Lechleiters Schuss aus der Drehung hoppelte der Ball quer zur Torlinie, doch kein Aalener war da, um den Ball abzustauben (19.). Valentinis 16-Meter-Schuss (vorbei/24.) war auch nicht so schlecht. "Wir hatten eigentlich die besseren Chancen, aber nicht das Glück auf unserer Seite", stöhnte Aalens Joker Marcel Reichwein. "Da kann es 2:0 für uns stehen", ärgerte sich auch sein Trainer Stefan Ruthenbeck. Und er hatte recht.

Doch es kam ganz anders, endlich einmal so wie es die 21 500 SGD-Fans unter den 21 709 Stadionbesuchern erhofft hatten. Schulz flankte von rechts in die Mitte, Aoudia legte auf Zlatko Dedic ab, dessen Schuss Jürgen Mössmer in die Mitte abwehrte, wo Aoudia blitzschnell vor Oliver Barth abzog und ins rechte Eck traf (28.). Das dritte Saisontor des Algeriers war ein ganz wichtiges. ",Mo' hat ein sensationelles Spiel gemacht. Der Gegner hat sich die Zähne an ihm ausgebissen", lobte Janßen den Stürmer, der nach dem Spiel sofort zum Nationalteam reiste, das am Sonnabend in Burkina Faso um die WM-Teilnahme kämpft.

Das Tor wirkte wie eine Befreiung, Dynamo marschierte nun wieder - und machte das zweite. Nach einem Freistoß Sebastian Schuppans missglückte Anthony Losilla die Direktabnahme, seine Kerze köpfte Manuel Junglas zurück, Dedic spritzte links dazwischen und Hartmann staubte in der Mitte ab (35.). Sein erstes Tor im ersten Spiel von Beginn an. Alle Achtung! Nach einem weiteren Schuppan-Freistoß nahm der 1,90-Meter-Hüne den Ball gleich noch einmal direkt, schoss aber drüber (39.). "Ein Stürmer, der noch mehr Qualität hat, der haut das Ding auch rein", gab sich Hartmann selbstkritisch.

Doch auch das 2:0, das Dynamo in der zweiten Halbzeit zu sehr verwaltete und so noch gefährdete (Lechleiter köpfte an den Pfosten/60., Ouali rettete gegen Reichwein auf der Linie/82.), reichte zum ersehnten Sieg. Janßen lobte nach dem Schlusspfiff vor allem seinen neuen Antreiber. Hartmann habe die "überragende kämpferische Leistung" gebracht, die er sich erhofft hatte. Der Tordrang des Leinefelders aber erstaunte auch ihn: "Marco hatte ich weniger als Goalgetter auf dem Zettel." Gut, dass der Fußball stets Überraschungen parat hat.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.10.2013

Jochen Leimert

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