Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Google+
Basketballer Max von der Wippel hat den Wechsel von den Uni-Riesen Leipzig zu den Dresden Titans nicht bereut

Basketballer Max von der Wippel hat den Wechsel von den Uni-Riesen Leipzig zu den Dresden Titans nicht bereut

"Es war anfangs nicht einfach, weg von der Freundin und der Familie zu sein, aber jetzt habe ich mich gut eingelebt", erzählt Max von der Wippel. Nach einem halben Jahr in Elbflorenz ist sich das Basketball-Talent, das vergangenen Sommer vom USC Leipzig zu den Dresden Titans wechselte, sicher: "Ich habe es nicht bereut.

Voriger Artikel
DSC schenkt Kerstin Tzscherlich 400. Ligaspiel - Zukunft der Libera ist weiter unklar
Nächster Artikel
Dynamo Dresden: Bei Robert Koch klingelt der Wecker etwas früher

Max von der Wippel kennt von Dresden schon weit mehr als die Margon-Arena.

Quelle: Frank Dehlis

" Die Gründe dafür sind vielfältig, doch besonders wichtig für den 18-Jährigen ist: "Sportlich sind meine Erwartungen übertroffen worden. Ich hätte nicht gedacht, dass ich soviel Einsatzzeit bekomme." Bei den Leipziger Uni-Riesen, die im Vorjahr dank einer Wildcard in die 2. Bundesliga Pro A aufstiegen, wäre der 2,08 Meter große Center wohl nur ein kleiner Mitläufer gewesen, bei den in die Pro B aufgestiegenen Dresdnern hat sich der gebürtige Leipziger nach wenigen Monaten zum Leistungsträger gemausert. In den letzten Spielen gehörte von der Wippel sogar zu den Starting Five, zu den ersten Fünf. Beim 91:71-Sieg gegen Konstanz schaffte er zwölf Punkte, war somit drittbester Werfer seines Teams.

Beim aktuellen Tabellenneunten der dritten Liga fühlt sich der Neuling pudelwohl: "Ich wurde sehr gut aufgenommen. Günstig war sicher, dass wir im Durchschnitt ein sehr junges Team (Altersschnitt: 23,5 Jahre/d. Red.) stellen. Die Akzeptanz bei meinen Mitspielern ist auch noch gewachsen. Gerade Kapitän Jason Boucher unterstützt mich sehr", sagt der angehende Bankkaufmann. Auch mit Trainer Thomas Krzywinski (30), der ihn an die Elbe lotste, kommt er bestens klar. "Unter Thomas ist alles etwas lockerer, familiärer", glaubt Max. Das Einleben erleichtert hat ihm auch sein Mitspieler Cliff Concalo. Mit dem zehn Tage jüngeren Neuzugang aus Chemnitz teilt er sich eine kleine Wohnung, die nur zehn Minuten Fußweg entfernt von der Margon-Arena liegt. Beide kochen oft gemeinsam und unternehmen was, "manchmal zocken wir auch einfach an der X-Box", lacht der Fan von Superstar Dirk Nowitzki.

Auch seine Ausbildung bei der Ostsächsischen Sparkasse macht dem Leipziger Spaß. Dass ihm der langjährige Sponsor der Dresdner Basketballer eine Lehrstelle zum Bankkaufmann bieten konnte, das war für Max auch einer der Hauptgründe für den Wechsel in die Landeshauptstadt: "Ich habe solch einen Platz gesucht, möchte nicht nur auf den Sport setzen, sondern bewusst zweigleisig fahren. Wer weiß denn, ob ich mit 25 noch Basketball spiele?"

Zweieinhalb Jahre dauert die Ausbildung, dann wird er sich entscheiden, ob er es als Basketball-Profi versuchen will. Bis dahin drückt er die Schulbank und übernimmt Aufgaben im Kundendienst. "Die Ausbildung ist ideal für mich, ich habe gern Kontakt zu Leuten. Die Sparkasse hat für mich auch eine gute Filiale rausgesucht. Sie liegt nur zehn Straßenbahnminuten von der Halle entfernt, die Arbeitszeit endet vor dem Training - und am Sonnabend ist geschlossen. So brauche ich keine Freistellung für die Spiele", freut sich der Zuzügler, der in Leipzig Anfahrtszeiten zum Training von bis zu 40 Minuten hatte. Geschenkt bekommt er bei dem Kreditinstitut aber sonst nichts: "Ich habe auch das Bewerbungsverfahren durchlaufen, musste fünf Auswahltests mitmachen."

Einzig die Trennung von der Familie und seiner Freundin fällt ihm nicht immer leicht. "Es ist mir wichtig, den Kontakt zu halten. Zum Glück gibt es Telefon und Facebook. So oft es geht fahre ich auch nach Hause oder meine Freundin kommt her. Die Stadtrunde hier haben wir schon gemacht, waren im Dezember auch mal auf dem Striezelmarkt", erzählt der Wahl-Dresdner. Ein wenig skeptisch verfolgt er, wie es seinem Ex-Verein eine Klasse höher derzeit ergeht: "Es ist schade, aber ich glaube nicht, dass sie drinbleiben." Vielleicht ist die Pro A für den USC noch eine Nummer zu groß, fürchtet er.

Umso erleichterter ist er, dass es mit den Dresdnern in der Pro B gut läuft: "Wenn wir den Schwung der Hinrunde mitnehmen, dann bin ich sehr zuversichtlich, dass wir es in die Playoffs schaffen." Gegen Leitershofen/Stadtbergen setzte es am vergangenen Freitag zwar eine ärgerliche 88:106-Heimniederlage, doch das Saisonziel ist längst noch nicht passé: Die "Titanen" sind nun punktgleich mit dem letzten Gegner, der ihnen den begehrten achten Rang abgejagt hat. Max war dabei nach einer Erkältung noch nicht wieder in Bestform, er kam trotzdem auf 19 Minuten Spielzeit, sechs Punkte und vier Rebounds.

Um sich weiter im Team zu behaupten, möchte sich der längste Dresdner Basketballer stetig weiter verbessern: "Die Athletik ist noch eine meiner Schwächen. Da muss ich zulegen. Der Robinson von Konstanz ist beispielsweise genauso groß wie ich, aber 20 Kilo schwerer. Das ist nicht immer einfach unter dem Korb." Ein- bis zweimal pro Woche geht Max von der Wippel deshalb in den Kraftraum und arbeitet mit Trainer Krzywinski, der früher übrigens auch beim USC Leipzig II aktiv war, an seiner Koordination. Für das Riesentalent ist klar, dass er auch von seinen Spielfähigkeiten her mal ein ganz Großer werden will.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.01.2013

Jochen Leimert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport
  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr