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Bald Kletter-Olympiastützpunkt in Dresden?

Einen „schlummernden Riesen“ wecken Bald Kletter-Olympiastützpunkt in Dresden?

Klettern wird 2020 olympisch sein, Dresden will profitieren – in Form eines Olympiastützpunkts. Das Potenzial ist groß, aber die Zeit drängt.

Die Kletterhalle des Sächsischen Bergsteigerbunds in Dresden ist ein modernes Zentrum dieser Sportart – und vielleicht bald auch Teil eines Olympiastützpunkts?

Quelle: DNN/Archiv

Dresden. Klettern gehört zu den fünf neuen Sportarten, die 2020 bei den Spielen in Tokio – vorerst einmalig – olympisch sein werden. Das geht aus einem IOC-Beschluss hervor, der dieser Tage in Rio de Janeiro gefasst wurde. Voraussichtlich 20 Sportler pro Geschlecht sollen sich für das Ereignis qualifizieren können. Möchte man zur absoluten Weltspitze dazugehören, braucht es eine optimale Förderung. Der Deutsche Alpenverein (DAV) als für Wettkampfklettern zuständiger nationaler Sportfachverband plant dafür die Einrichtung von Leistungszentren. Geht es nach dem Dresdner Sportausschuss-Mitglied Torsten Schulze, der für Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat sitzt, soll eines dieser Zentren in Dresden eingerichtet werden. Doch bis 2020 verbleibt nicht viel Zeit.

„Wichtig ist vor allem, alle Beteiligten mit ins Boot zu holen“, betont Schulze und meint damit die Betreiber der Kletterhallen, aber auch die Stadt, den Freistaat und die Vereine – sprich die drei Dresdner Sektionen des DAV, unter ihnen auch der Sächsische Bergsteigerbund (SBB) mit allein 13000 Mitgliedern, größtenteils in seinem Haupteinzugsgebiet zwischen Riesa und Sebnitz, Freiberg und Bautzen. Ein solcher Olympiastützpunkt könne aber auch gemeinsam mit Chemnitz und Leipzig eingerichtet werden.

„Wir fangen ja nicht bei null an, haben eine sehr gute Infrastruktur, auf der wir aufbauen können“, sagt Schulze und verweist auf die Trainingsmöglichkeiten in den Kletterhallen Mandala, XXL sowie SBB. Und auf in Dresden tätige Trainer wie Gunter Gäbel, der unter anderem mit Luisa und Felix Neumärker gute Ergebnisse eingefahren hat, sowie die aktuelle Bundestrainerin am Stützpunkt, Julia Winter. In Sachsen trainieren Talente wie die Nachwuchskletterinnen Johanna Holfeld (Dresden) und Lucia Dörffel (Chemnitz), die beide internationale Erfolge feiern konnten und 2020 im besten Klettereralter sein werden.

„Olympia kann bei unserem Nachwuchs zu einem Motivationsschub führen“, erhofft sich auch SBB-Geschäftsführer Christian Walter. In der Sportart liege großes Potenzial. „Wenn das von Olympia noch gepusht wird, wäre dumm von der Stadt Dresden, da nicht zuzugreifen, wenn es schon so gute Voraussetzungen gibt“, so Walter. Dresden sei bundesweit anerkannt als Kletterstadt. „Wenn wir von unserer lokalen Sportpolitik noch ein bisschen Rückenwind kriegen, sehe ich durchaus die Möglichkeit, dass sich Dresden als Leistungszentrum Klettern so etabliert, dass unsere Stadt bald international eine Rolle spielt“, sagt Walter und verweist dabei auch auf die Sächsische Schweiz, ein bekanntes Klettermekka quasi direkt vor der Haustür.

„Wichtig ist, dass der Stadtrat bald beschließt, Klettern in die Schwerpunktsportartenliste aufzunehmen. Gegenüber dem Landessportbund müssen wir unsere Stärken aufzeigen. Da gibt es wenig Bewusstsein, was wir hier in Dresden für einen schlummernden Riesen haben“, glaubt Torsten Schulze. Zudem fordert er, dass Klettern/Bouldern künftig auch beim Sportgymnasium gefördert wird. „Und wir brauchen dringend vom DAV veranstaltete Wettkämpfe, die wir nach Dresden holen“, so Schulze weiter.

Den Finanzbedarf schätzt er auf rund 200 000 Euro pro Jahr, vor allem für Trainergehälter, Kosten für Lizensierungen sowie Absicherung von Wettkampfteilnahmen. Gedeckt werden sollen die Kosten über Mittel von Freistaat und Stadt, aber auch durch das Bundesinnenministerium sowie eine Umverteilung der Spitzensportförderung in der Gesamthöhe von 160 Millionen Euro pro Jahr aus dem Bundeshaushalt. „Förderanträge sollten wir jedenfalls möglichst dieses Jahr stellen, damit sie schon 2017 wirken“, mahnt Torsten Schulze hohes Tempo an. „Wenn man sieht, wie erfolgreich andere Nationen sind, müssen wir jetzt schnell ein paar Gänge hochschalten. Wenn es für 2020 nicht reicht, hoffen wir eben auf 2024.“

Von Stefan Schramm

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