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BVB weist Vorwürfe der Mitschuld aus Dresden „scharf zurück" - Ex-Profis springen Dynamo bei

BVB weist Vorwürfe der Mitschuld aus Dresden „scharf zurück" - Ex-Profis springen Dynamo bei

Dortmund/Dresden. Der deutsche Fußballmeister Borussia Dortmund wehrt sich massiv gegen Vorwürfe von Pokalgegner Dynamo Dresden, eine Mitschuld an den Krawallen durch Dynamo-Fans vom 25. Oktober zu haben.

Dies sei „äußerst befremdlich", sagte BVB-Sprecher Josef Schneck am Donnerstag.

Dynamo-Offizielle hatten am Mittwoch erklärt, dass es bei der Begegnung in Dortmund (0:2) „immense Sicherheitslücken sowohl beim Veranstalter als auch bei den Einsatzkräften der Polizei" gegeben habe. Insbesondere das komplette Fehlen einer Fantrennung, fehlende Pufferblöcke, unzureichende Einlasskontrollen, der Ausschank von Alkohol und das zum Teil unkoordinierte und provokante Auftreten der Ordnungs- und Polizeikräfte hätten ebenso zur Zuspitzung der Situation geführt, machte Dynamo geltend. Auch viele Fans berichteten von mangelhaften bis fehlenden Personenkontrollen vor dem Spiel. Fans seien nur oberflächlich abgetastet worden, teilweise sei in mitgebrachte Beutel gar nicht geschaut worden.

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Der Verein wehrt sich gegen den Pokalausschluss juristisch.

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„Für die jüngste Stellungnahme haben wir kein Verständnis und weisen die Darstellung scharf zurück", ergänzte Borussia-Sprecher Schneck. Im Vorfeld der Partie habe es intensive Gespräche gegeben. Die Westfalen hätten den Sinneswandel mit Verwunderung registriert. Noch kurz nach den Vorfällen habe sich Dynamo beim BVB für das Verhalten seiner Fans schriftlich entschuldigte und sich für die Gastfreundschaft bedankt. Dortmund habe das Verhalten der gewaltbereiten Dresdner Fans daher zunächst nicht kommentiert oder thematisiert.

Gewaltbereite Dresdner Anhänger hatten sich im Rahmen des Pokalspiels nicht nur Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert, sondern auch im Stadion gewütet. "Die Werbebande vor der Nordtribüne ist nur noch Schrott und sieht aus wie eine geöffnete Sardinenbüchse. Auf dem Oberrang wurden 200 Stühle herausgetreten, eine Toilette in Brand gesteckt, in anderen Toiletten Waschbecken demoliert oder von der Wand getreten", listete der BVB am Donnerstag noch einmal auf und bestätigte zudem die Schadenssumme von rund 150.000 Euro, die von vielen Dresdner Anhängern lautstark angezeifelt wurde.

Den Dresdnern droht wegen der erneuten Vorkommnisse eine drastische Strafe. Der DFB-Kontrollausschuss hat für Dynamo einen Ausschluss vom Pokal-Wettbewerb in der kommenden Saison gefordert. Dynamo hat aber bereits angekündigt, alle Schritte auszuschöpfen, um diese Form der Bestrafung abzuwenden. Auch einstige Spieler der Schwarz-Gelben haben bereits Partie für Dynamo ergriffen. „Es kommt so rüber, als ob man ein Exempel statuieren will. Man sollte alle Vereine gleich behandeln und sich nicht einzelne Clubs herauspicken, um sie dann zu bestrafen, damit es für andere abschreckend wirkt", sagte Ulf Kirsten in einem Interview der „Welt". Für den 46-Jährigen, der vor seinem Wechsel 1990 zu Bayer Leverkusen sieben Jahre für Dresden auf Torejagd gegangen war, werde in diesem Fall „mit zweierlei Maß gemessen".

Auch der frühere Dresdner Hans-Jürgen Dörner empfindet die drohende Sanktion als „sehr, sehr drastisch" und fühlt sich an 1995 erinnert, als der achtmalige DDR-Meister vom DFB für den Profifußball keine Lizenz erhielt und in die Regionalliga zwangsabsteigen musste. „Die Strafe wäre für den Verein ein erheblicher Imageschaden und ein großer finanzieller Verlust", sagte Dörner.

dpa / sl

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