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Auftritte im Europapokal reißen Lücke in die DSC-Kasse

Auftritte im Europapokal reißen Lücke in die DSC-Kasse

Selten ist in Dresden eine Niederlage der DSC-Volleyballerinnen so bejubelt worden wie vergangenen Sonnabend das 1:3 gegen das russische Top-Team Uralotschka Jekaterinburg.

Nicht nur die Ovationen der begeisterten Zuschauer in der Margon-Arena vertrieben den Spielerinnen die erste Enttäuschung ziemlich schnell. Auch bundesweit hat der beherzte, spielerisch und kämpferisch starke Auftritt des deutschen Vizemeisters in diesem Halbfinale des CEV-Cups für höchste Anerkennung gesorgt. Wolfgang Söllner, Präsident des sächsischen Volleyballverbandes und Vorstandsmitglied der Deutschen Volleyball-Liga (DVL) berichtete von der DVL-Tagung am Wochenende in Halle/Westfalen von der überaus positiven Resonanz: "Viele haben das Spiel per Livestream verfolgt und dem DSC uneingeschränkten Respekt gezollt, unter anderen auch Bundestrainer Giovanni Guidetti. Alle fanden, das war Werbung für den deutschen Volleyball."

DSC-Vorstandschef Jörg Dittrich gehen diese Lobeshymnen natürlich runter wie Öl, dennoch kämpfen zwei Seelen in seiner Brust. "Ich bin natürlich tierisch stolz auf das Erreichte, auf unsere Mannschaft, den Trainer. Wir haben am Sonnabend ein wahres Volleyballfest erlebt. Wenn ich daran denke, wie skeptisch viele anfangs waren, dass wir in der Champions League ja ohnehin nur durchgereicht würden und das Team von den ganzen Niederlagen runtergezogen wird, wir uns dazu in ein finanzielles Risiko stürzen. Dann kann ich heute sagen, zumindest sportlich haben wir alle Zweifler widerlegt. Die Mannschaft hat sich weiterentwickelt, gerade unsere eigenen Talente können für ihre Laufbahn davon profitieren und ich bin überzeugt, die Erfahrungen gegen diese Top-Teams werden in der Meisterschaft noch wichtig sein. Deshalb war unsere Intuition schon seit langem, diesen Weg fortzusetzen", so Dittrich.

Gestern verschwieg er aber auch die andere Seite der Medaille nicht: "Finanziell haben wir ganz schön zu kämpfen. Die Teilnahme an der Champions League und der anschließende Erfolg im CEV-Cup kosten uns knapp 130 000 Euro. Und derzeit klafft in unserem Saisonetat noch ein Loch. Wir wollen nicht jammern und auch nicht dem Beispiel anderer folgen und sagen, wir brauchen eine Million von der Stadt. Aber wenn wir uns weiter international etablieren und ein Aushängeschild sein wollen, können wir das nur schaffen, wenn wir unsere wirtschaftliche Basis verbreitern", sagt der Unternehmer klipp und klar. Dabei verweist er darauf, dass sich die Anziehungskraft des DSC auch in deutlich gestiegenen Fernsehübertragungszeiten niederschlägt. "Unsere Sponsoren bekommen also jetzt mehr Werbung als zuvor für ihr Engagement. Ein Pfund, mit dem wir eigentlich auch wuchern können", glaubt der Vorstandschef.

Dennoch sieht Dittrich einem erneuten Auftritt des deutschen Vizemeisters in der europäischen Königsklasse skeptisch entgegen. "Wir haben erfahren, dass die CEV im nächsten Jahr die Gruppenstärke in der Champions League von bislang vier auf sechs Mannschaften aufstocken will. Das hieße für uns, noch mehr Reisen und mehr Spiele. Zugleich aber hat die DVL in Halle/Westfalen aufgrund vermehrter internationaler Verpflichtungen der Nationalmannschaft einen sehr gedrängten Liga-Spielplan beschlossen. Das zusammen würde natürlich die Belastung der Spielerinnen weiter erhöhen. Sowohl sportlich als auch wirtschaftlich müssen wir darüber nachdenken. Es wäre allerdings schon bitter, wenn wir ausgerechnet jetzt die positive Entwicklung stoppen müssten. Schließlich haben wir mit unseren internationalen Ergebnissen in den letzten Jahren auch dazu beigetragen, dass der deutsche Verband ab kommender Saison zwei reguläre Plätze in der Champions League zur Verfügung hat", erklärt Dittrich, der jetzt schon noch hofft, dass die großartige Leistung der Mannschaft auf internationalem Parkett auch den einen oder anderen Unterstützer und Sponsor überzeugt hat.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.03.2014

ah

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