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Aufregung um Ergebnisse des Dresden-Marathons: Lief ein Berliner Weltrekord?

Aufregung um Ergebnisse des Dresden-Marathons: Lief ein Berliner Weltrekord?

Irritation über die Ergebnisse des Dresden-Marathons am Sonntag: In der vorläufigen Ergebnisliste, die bis zum frühen Montagnachmittag im Internet zu lesen war, tauchte als bester Deutscher der Berliner Matthias Raffelt auf, der die zweite Streckenhälfte von rund 21 Kilometern in 45 Minuten absolviert haben soll – das wäre ein neuer Weltrekord.

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Der möglicherweise schnellste deutsche Läufer, Marco Diehl, im Gespräch mit dem Moderator.

Quelle: Franziska Schmieder

Zweitschnellster Läufer aus Deutschland war laut Liste ein Starter der Altersklasse über 60. Inzwischen entfernten die Veranstalter die fraglichen Datensätze komplett.

Über diese offensichtlichen Fehler wundern sich nicht nur die Athleten, sondern auch die Organisatoren. Peter Eckstein vom Veranstalter Creative Sportmarketing auf Nachfrage von DNN-Online: „Der Berliner hat die erste Streckenhälfte in etwa 1:34 Stunden absolviert. Der kann die zweite Runde nicht in 45 Minuten gelaufen sein, das wäre zehn Minuten unter Weltrekord.“ Deshalb prüfen die Organisatoren nun die Daten, gleichen sie mit den Beobachtungen der Streckenposten ab und kontaktieren die Starter.

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Marathonläufer Marco Diehl im Interview.

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Eckstein vermutet, dass Läufer Raffelt die zweite Runde abgekürzt hat – absichtlich oder aus Versehen. Die Zwischenzeitmatte am Terrassenufer habe er auf jeden Fall passiert. An diesem Zeitmesspunkt kommen nur die Läufer vorbei, die den „langen Kanten“ von 42 Kilometern absolvieren wollen.

Marathonläufer, die den Wettkampf nach der Halbmarathondistanz beenden wollten, hätten einfach nach der ersten Runde ins Halbmarathon-Ziel laufen und sich nachträglich ummelden können. Dies sei aber bei Raffelt offenbar nicht der Fall gewesen.

Beim zweitbesten deutschen Starter, dem etwa 60-jährigen Michael Prescher, wollten die Veranstalter prüfen, ob eventuell ein falsches Geburtsjahr erfasst wurde, sagte Eckstein auf Anfrage von DNN-Online. Beim drittschnellsten Deutschen, Matthias Irmer, fehlt die Zwischenzeit am Terrassenufer. Auch bei ihm gibt es Vorwürfe, er habe nicht die gesamte Marathonstrecke absolviert.

Mit einem endgültigen Ergebnis sei wegen der Prüfungen erst Anfang nächster Woche zu rechnen, so Eckstein. „Bei Leichtathletik-Veranstaltungen gibt es eine Einspruchsfrist von einer Woche.“

Dass die vorläufigen Platzierungen nicht stimmen können, vermutete am Montag auch der Leipziger Marathonläufer Karsten Schubert. „Unterwegs auf der Strecke wurde mir zugerufen, ich sei Achter und bester Deutscher. Da kann es ja nicht sein, dass plötzlich noch mehrere andere Läufer vor mir sind“, sagte er auf Anfrage von DNN-Online. „Ich hab mir das mal angeschaut, bei zwei der Starter, die vor mir gewesen sein sollen, fehlt die Zwischenzeit nach dem Halbmarathon.“ Auch der flotte Senior, der laut Ergebnisliste zweitschnellster Deutscher war, verwundert Schubert. Den Läufer der Altersklasse Ü60 „würde man kennen“, wenn er solch gute Zeiten liefe.  

Seines Wissens nach sei nur der Hesse Marco Diehl vor ihm ins Ziel gekommen, so Schubert. „Marco Diehl hat mich bei Kilometer 40 überholt. Wir sind den ersten Streckenteil zusammen gelaufen.“  

Schubert vermutet, dass es Probleme bei der Zeitnahme gegeben haben könnte. Das Messunternehmen habe jedoch einen guten Ruf. „Mika Timing ist die gängigste Firma bei Stadtläufen. Die werden oft gewählt, weil sie sehr zuverlässig sind.“ Von Unregelmäßigkeiten und Schwierigkeiten bei der Zeitmessung, etwa auf der Zehn-Kilometer-Distanz, berichteten auch andere Laufteilnehmer DNN-Online.

Nach aktuellem Stand kann sich Marco Diehl über den Titel "schnellster Deutscher“ freuen. In der ersten Ergebnisliste wurde er auf Platz 11 geführt, in der geänderten Version ist er auf Rang 8 vorgerückt. Am Vierfacherfolg der kenianischen Starter besteht jedoch kein Zweifel.

ttr

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