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Auf dem Abstellgleis - Robert Koch liebäugelt mit Abschied von Dynamo Dresden

Auf dem Abstellgleis - Robert Koch liebäugelt mit Abschied von Dynamo Dresden

Dresden.Vor zwölf Monaten war die Fußballwelt von Robert Koch noch in Ordnung. Nach einer Saison mit acht Toren jagten angeblich der 1. FC Köln und Schalke 04 den Mittelfeldspieler.

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Robert Koch hadert mit seiner Situation bei Dynamo. Der ehemalige Kapitän will sich nicht weiter mit der Reservistenrolle zufrieden geben, eventuell auch den Verein verlassen.

Quelle: Lutz Hentschel

Der gebürtige Löbauer blieb aber in Dresden und erhielt vom damaligen Trainer Ralf Loose sogar die Kapitänsbinde. In der vergangenen Saison ging die Entwicklungskurve des 27-Jährigen aber nicht mehr steil nach oben, sondern abwärts. Bis zur Winterpause gelang Koch kein einziges Tor, der neue Trainer Peter Pacult gab das Amt des Spielführers an Mickael Poté weiter. Nur fünf Mal stand Koch unter dem Österreicher in der Startelf - und das teilweise nur aus Personalmangel. Nun scheint einer der Publikumslieblinge die Nase voll zu haben. "So kann es ja nicht weiter gehen", sagte der Spieler gestern gegenüber den DNN. Die Frage nach konkreten Angeboten anderer Vereine quittierte er mit einem Kopfschütteln.

Zuvor hatte sich der Defensivmann bereits im "Kicker" beklagt: "Ich will spielen und mich nicht noch mal für ein Jahr auf die Bank setzen." Dennoch wolle er zunächst die Füße still halten, im Training Gas geben und die ersten Spiele abwarten. Dass Pacult das "Aufmucken" seines Spielers gar nicht schmecken dürfte, ist auch klar. Erst beim Fazit des Trainingslagers hatte der Österreicher erwähnt, dass es einem Spieler nichts bringe, sich über die Medien zu beschweren oder für Stunk zu sorgen. Gestern war der Coach völlig überrascht von Kochs Wechselabsichten. "Das höre ich zum ersten Mal, dazu kann ich gar nichts sagen", erklärte Pacult.

In der Vorbereitung spielte Koch nur ein einziges Mal (in Dubi gegen Varnsdorf) von Beginn an. In den fünf Einsätzen in der Startelf unter Pacult in der vergangenen Saison hatte der ehemalige Leistungsträger Schwierigkeiten, sein Potenzial abzurufen und sich beim Trainer zu empfehlen. Sicher lag das auch daran, dass Koch im November einen Syndesmosebandanriss erlitt, im April einen Muskelfaserriss.

Auch Steffen Menze war gestern überrascht. "Ich habe mich damit überhaupt noch nicht beschäftigt. Es ist gar kein Thema, weil bis jetzt niemand an mich herangetreten ist", sagte der Sportliche Leiter. Ihm stieß vor allem negativ auf, dass Koch dem Verein gegenüber bis dato seine Gedanken nicht geäußert hat. "Ich mag es auch nicht, dass einer dann über die Medien geht", so Menze weiter.

Dass Koch nach seinen Äußerungen immer noch die gleich schlechten oder guten Chancen bei Pacult hat, darf bezweifelt werden. Als Filip Trojan (Zerrung) und Tobias Kempe (Patellasehne) beim Test in Regensburg für die rechte Seite ausfielen, ließ der Coach dort Tobias Müller auflaufen. Koch wurde als einer der letzten in der zweiten Hälfte eingewechselt. Gestern im Training hatte Pacult alle Mann an Bord. Auch Trojan, der im Trainingslager nur individuell mit Fitnesscoach Christian Canestrini üben konnte, stieg wieder ins Mannschaftstraining ein. Kempe hat seinen Probleme im Knie ebenfalls überstanden.

Vor dem Saisonstart am Sonnabend (15.30 Uhr) gegen den 1. FC Köln bestreitet Dynamo doch noch ein Testspiel. Heute (Anstoß 18.30 Uhr) läuft die Elf von Trainer Peter Pacult bei Landesligist Döbelner SC auf. Ein weiteres Testspiel bestreiten die Dresdner am Mittwoch, dem 24. Juli, in Bautzen gegen den gastgebenden Oberligisten Budissa. Anstoß ist 18 Uhr auf der Müllerwiese.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.07.2013

Tina Hofmann

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