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Asse mit Handicap wollen Dresdens Sportler des Jahres werden

Asse mit Handicap wollen Dresdens Sportler des Jahres werden

Die Fußballerinnen Luise Broedner und Kathleen Seifert erkämpften sich im letzten Jahr bei der 2. Gehörlosen-Weltmeisterschaft in der türkischen Hauptstadt Ankara mit dem deutschen Team die Bronzemedaille.

Sie konnten sich trotz Temperaturen um die 40 Grad im "kleinen Finale" gegen das Team aus Polen mit 2:1 durchsetzen. Die die 37-jährige Kathleen Seifert war es die letzte WM. "Ich will 2013 noch an den Deaflympics teilnehmen, dann höre ich auf", sagt die Mutter zweier Töchter, die die Teilnahme an der Olympiade der Gehörlosen in Taipeh 2009 wegen eines Kreuzbandrisses, den sie sich drei Wochen vor dem Höhepunkt zuzog, verpasste. Die schon im letzten Jahr als "Sportlerin des Jahres" gewählte Kathleen Seifert will dem Fußball aber als Nachwuchstrainerin bei ihrem Verein von Fortuna Rähnitz treu bleiben. Die 24-jährige gebürtige Hallenserin und Wahl-Dresdnerin Luise Broedner dürfte man aber noch eine Weile auf dem grünen Rasen erleben können.

Ski-Rennfahrerin Minna Neumann vom GSV Sachsen konnte bei den Deutschen Gehörlosen-Meisterschaften im Alpin und Snowboard in Bad Hindelang/Oberjoch 2012 zweimal Silber gewinnen. Die Schülerin erkämpfte sich sowohl im Riesenslalom als auch im Slalom jeweils den zweiten Platz.

Leichtathlet Peter Munkelt wurde Ende der 60-er Jahre nach einem Betriebsunfall im Mühlenbau ein Arm amputiert. Das hinderte den engagierten Diplomingenieur aber nicht daran, Sport und speziell Leichtathletik zu betreiben. Seit 1976 war er vielfacher DDR-Meister und ist auch sammelt auch heute noch deutsche Versehrtenmeistertitel. Der inzwischen 67-Jährige Dresdner engagiert sich zudem seit 1983 als Übungsleiter in der Sparte Leichtathletik.

Die beiden Sledge-Eishockey-Spieler Lars Uhlemann und Christian Pilz (beide sind querschnittsgelähmt) von den Dresden Cardinals des ESC Dresden nahmen im November 2012 an der B-Weltmeisterschaft im serbischen Novi Sad teil. In der Gruppe A der Vorrunde belegte das Team von Headcoach Michael Gursinsky Platz zwei hinter Russland. Im Halbfinale mussten sich die Männer dem späteren Vizeweltmeister Schweden geschlagen geben, konnten aber souverän im Spiel um Platz drei gegen Polen mit 8:1 siegen. Zwar verpasste die deutsche Nationalmannschaft damit nur knapp die Qualifikation für Sotschi, doch schon im März findet in Nagano die nächste B-WM statt, wo ebenfalls noch das Sotschi-Ticket gebucht werden kann. Der 40-jährige Tormann Lars Uhlemann gehört schon seit vielen Jahren zu den Stützen sowohl der Cardinals als auch der Nationalmannschaft. "Er ist immer ein Ruhepol und sicherer Rückhalt", sagt Trainer Karl-Heinz Domschke. Der 29-jährige Christian Pilz gilt als Draufgänger im Sturm und hat in der laufenden Liga-Saison bereits 33 Tore erzielt. "Beide trainieren mit dem Team zweimal wöchentlich sehr fleißig und fahren auch einmal im Monat zu den Lehrgängen der Auswahl nach Hannover", lobt Domschke das Engagement der beiden Spieler.

Die Rollstuhl-Basketballer der Rolling Lions belegten in der vergangenen Saison in der Regionalliga Ost einen sehr guten vierten Platz. In diesem Jahr steht das Team von Spielertrainer Christoph Merten derzeit sogar auf Rang drei. "Wir haben aber zur Zeit einige Kaderprobleme, uns stehen oft nur sechs Spieler zur Verfügung", sagt Mersten, der selbst der Top-Scorer seines Teams ist.

Dressurreiter Stefen Zeibig hat zum zweiten Mal bei den Paralympics in London eine Silbermedaille mit der deutschen Equipe gewonnen. Der Sachse, der für den Reitverein Rossendorf und die SG Versehrte Dresden startet, konnte somit im Greenwich Park seinen Erfolg von Hongkong 2008 wiederholen. Gemeinsam mit Angelika Trabert (Dreieich), Britta Näpel (Wonsheim) und Hannelore Brenner (Wachenheim) holte der 36-Jährige, der wie vor vier Jahren in China seinen bewährten Fuchswallach Waldemar ritt, belegte er Platz zwei hinter Sieger Großbritannien. Ein Riesenerfolg und Balsam für die Seele, nachdem Zeibig 2010 knapp die Teilnahme an den Weltreiterspielen in Kentucky verpasst hatte. Der Vater zweier Kinder, dem seit Geburt der rechte Unterarm, der rechte Unterschenkel und der linke Fuß fehlen, hatte sich bei den Deutschen Meisterschaften in Überherrn in der Championats-Aufgabe und in der Kür als Vizemeister im Grad III für die Spiele in London qualifiziert.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.02.2013

Hofmann, Astrid

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