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Arne Gabius entreißt Jörg Peter in Frankfurt den deutschen Marathon-Rekord

Arne Gabius entreißt Jörg Peter in Frankfurt den deutschen Marathon-Rekord

Zwei Tage nach seinem 60. Geburtstag hat Dresdens Marathon-Ass Jörg Peter seinen deutschen Rekord verloren. Über 27 Jahre hatte seine 2:08:47 Stunden, die er 1988 in Tokio gelaufen waren Bestand.

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Arne Gabius kommt in Frankfurt erschöpft, aber glücklich ins Ziel.

Quelle: Fredrik Von Erichsen, dpa

Frankfurt/Dresden. Doch gestern löschte Arne Gabius diese "Methusalem-Bestmarke" aus. Nach 42,195 Kilometern überquerte der gebürtige Hamburger in der Frankfurter Festhalle in 2:08:33 Stunden die Ziellinie und lag anschließend völlig ausgepumpt auf dem roten Teppich. Damit machte der 34-Jährige seine vollmundige Ankündigung wahr und verbesserte als Viertplatzierter den deutschen Rekord um 14 Sekunden.

"Ich hab' den Rekord, jetzt kann gefeiert werden", meinte Gabius freudestrahlend. Jörg Peter nahm den Verlust seines Rekordes gelassen: "Rekorde sind nicht für die Ewigkeit. Irgendwann musste es passieren. Ich gönne es Arne Gabius. Es war am Ende ja ziemlich knapp geworden. Jetzt kennt er auf jeden Fall den Unterschied zwischen einem 10 000-m-Lauf und dem Marathon", meinte der Elbestädter, der den Lauf am Fernseher verfolgt hatte, lachend.

Gabius gewann damit zugleich den Titel des deutschen Meisters und blieb deutlich unter der Olympia-Norm von 2:12:15 Stunden für 2016. Damit qualifizierte er sich als erster Deutscher für die Sommerspiele, zudem lief der Mediziner so schnell wie in diesem Jahr noch kein anderer europäischer Athlet.

Gabius, der in Stuttgart wohnt, ging mit seinem hohen Anfangstempo ein Risiko ein. "Die zweite Hälfte war verdammt hart. Das hat sich gezogen wie Kaugummi. Natürlich tat es weh, aber das ist Leistungssport", sagte er, nachdem er sich auf den letzten Kilometern mit schmerzverzerrtem Gesicht über den Asphalt quälte. Trotz Problemen bei Kilometer 30, als sich Gabius an Hüfte und Bauch griff, biss er sich durch und blickte kurz vor dem Ziel immer wieder auf die Uhr. Beim ältesten deutschen Stadtmarathon lag am Ende nur ein afrikanisches Trio vor Gabius: Der Äthiopier Sisay Lemma Kasaye gewann in 2:06:26 Stunden vor den Kenianern Lani Rutto (2:06:34) und Alfers Lagat (2:06:48).

Gabius hatte bereits vor Monaten angekündigt: "Ich gehe davon aus, dass der deutsche Rekord fallen wird." Der frühere 10 000-Meter-Spezialist, Vize-Europameister von 2012, hatte bereits im vergangenen Jahr in 2:09:32 Stunden das schnellste Marathon-Debüt eines Deutschen hingelegt. Dieses Mal ging er die erste Hälfte noch schneller an, passierte die Halbmarathon-Marke nach 1:03:23 Stunden. Voller Genugtuung kann sich Gabius jetzt auf die Hochzeitsreise mit seiner Anne nach Hawaii aufmachen. Die Reisekasse wird prall gefüllt sein: Für den Rekord gibt es 30 000 Euro, dazu eine Zeitprämie von 10 000 Euro, weil er als bester Deutscher unter 2:10 Stunden blieb. Zusammen mit Sponsorenzahlungen wird er etwa auf 100 000 Euro kommen.

Astrid Hofmann

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