Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 2 ° Regenschauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Google+
Analyse: Warum Eintracht Braunschweig vor Dynamo Dresden liegt

Analyse: Warum Eintracht Braunschweig vor Dynamo Dresden liegt

Seit mehr als vier Jahren marschieren beide durch die 3. und die 2. Liga und die Tendenz ist klar - mit Dynamo Dresden und Eintracht Braunschweig geht es stetig bergauf.

Voriger Artikel
Dynamo Dresden besiegt in Freiberg den tschechischen Erstligisten Königgrätz deutlich mit 5:2 (3:0)
Nächster Artikel
Dresdner Eislöwen reisen nach Bad Nauheim zum DEB-Pokal-Achtelfinale

Dresden . Von Jochen Leimert

Dresden (DNN). Seit mehr als vier Jahren marschieren beide durch die 3. und die 2. Liga und die Tendenz ist klar - mit Dynamo Dresden und Eintracht Braunschweig geht es stetig bergauf. Beide Traditionsvereine verbindet viel, wenngleich sie nicht immer auf die gleiche Strategie setzten. Von Momentaufnahmen abgesehen hatte die Eintracht in der Tabelle meist die Nase vorn, der Deutsche Meister von 1967 avancierte allein deshalb zum Vorbild. Erst recht seit die in dieser Saison noch ungeschlagenen Niedersachsen seit dem 2. Spieltag von der Tabellenspitze grüßen. Stolze 14 Punkte Vorsprung auf Dynamo hat sich die eingespielte Truppe von Trainer Torsten Lieberknecht bereits erkämpft. Ein beachtlicher Abstand, den der Tabellenzehnte aus Dresden am Sonnabend (13 Uhr, Glücksgas-Stadion) im direkten Duell gern verringern möchte.

Was der Verein aus der Stadt Heinrichs des Löwen geleistet hat, verdient Respekt. "Was Braunschweig macht, ist aller Ehren wert", zieht auch Dynamo-Präsident Andreas Ritter den Hut. Dass die Eintracht-Fans derzeit von der erstmaligen Rückkehr in die Bundesliga seit dem Abstieg 1985 träumen und den alten Weggefährten aus der 3. Liga momentan abgehängt haben, kommt für Ritter nicht so überraschend: "Sie setzen sehr auf Kontinuität. Eine Mannschaft muss wachsen. Es bringt nichts, wenn man jedes Jahr den kompletten Kader austauscht und das haben sie auch nicht gemacht." Beim Aufbau seiner Mannschaft habe Braunschweig auch "ein paar Jahre Vorsprung vor uns".

Dass personelle Kontinuität beim sportlichen Aushängeschild der gut 250 000 Einwohner zählenden ehemaligen Residenzstadt groß geschrieben wird, belegt vor allem das Tandem Torsten Lieberknecht (39)/Marc Arnold (42). Der Trainer ist seit Mai 2008 im Amt und rettete den zuvor aus der 2. Liga abgestiegenen Klub auf den letzten Drücker vor dem Absturz in die Viertklassigkeit. Ein 2:0 gegen Dortmunds Amateure reichte, um auf Platz zehn zu klettern und sich gerade noch für die neue 3. Liga zu qualifizieren. Mit dem Deutsch-Südafrikaner Arnold, der im Juni 2008 zur Eintracht stieß, baute Lieberknecht seither mit wenig Geld und viel Geschick ein Team auf, das im dritten Drittliga-Jahr souverän aufstieg und das erste Zweitliga-Jahr darauf früh die Klasse sicherte.

Das Duo vertraut bis heute auf sieben Spieler, die beim Happy End 2008 schon dabei waren: Dennis Kruppke (32), Deniz Dogan (32), Dominick Kumbela (28), Marc Pfitzner (28), Matthias Henn (27), Ken Reichel (25) und Jan Washausen (24). Fünf von ihnen kickten auch am 9. Spieltag der laufenden Serie beim 3:0 über Bochum mit. Nur punktuell wurde der eingespielte Kader verstärkt, Jugendwahn ist Braunschweig gewiss nicht ausgebrochen. "Wir sind davon überzeugt, dass sich auch ältere Spieler durch Trainingsinhalte noch weiterentwickeln", verriet Lieberknecht jetzt dem "kicker".

Trotzdem stimmt die Mischung, liegt das Durchschnittsalter des Kaders bei 25,2 Jahren - nur um 0,4 über dem Dynamos, das seit der ersten Drittliga-Saison 2008/09 unter den Trainern Ruud Kaiser, Matthias Maucksch und Ralf Loose mit 134 zehn Spieler mehr als die Eintracht einsetzte. Nur fünf Spieler kamen in diesem Sommer neu zur Eintracht, bei Dynamo, wo Trainer Loose (49) und Sportchef Steffen Menze (43) erst seit Frühjahr 2011 im Amt sind, waren es elf, von denen viele noch Eingewöhnungszeit brauchen. Finden sie zu ihrer Form und verläuft die Saison ähnlich wie die letzten Serien, dann wird Dynamo aber wieder aufholen. Nach dem Zweitliga-Aufstieg lag die Eintracht vor Jahresfrist auf Tabellenplatz fünf, Dynamo nur auf Rang 13. Am Saisonende trennten den Achten und Neunten nur noch vier Tore. In den Spielen gegeneinander ging es auch meist eng zu: In 14 Vergleichen seit 2003 gab es sechs Unentschieden und je vier Siege für beide Ex-Meister. Allein das verspricht Spannung für das kommende Kräftemessen, für das bereits 24 300 Karten verkauft wurden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.10.2012

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport
  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr