Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Google+
Am 100. Geburtstag Rudolf Harbigs wird in Dresden ein Weg nach ihm benannt

Am 100. Geburtstag Rudolf Harbigs wird in Dresden ein Weg nach ihm benannt

Das Stadion, in dem Dynamo spielt, war mal nach ihm benannt, jetzt prangt der Schriftzug eines Sponsors an der Fußball-Schüssel. Rudolf Harbig ist einer der berühmtesten Söhne der Stadt.

Voriger Artikel
Beim Shorttrack-Weltcup in Turin läuft es für die Dresdner nicht rund
Nächster Artikel
Endlich ein Heimspiel: DSC-Volleyballerinnen empfangen im Pokal-Viertelfinale Hamburg

Rudolf Harbig läuft Anfang der 1940er Jahre als Sieger eines Rennens ins Ziel.

Quelle: Imago/ND-Ar.

Heute vor 100 Jahren erblickte der ehemalige 800-Meter-Weltrekordhalter das Licht der Welt. Zum 100. Geburtstag gibt es auch ein Geschenk der Stadt Dresden - wenigstens ein kleines. Der Weg von der Pieschener Allee zur neuen Eishalle im Ostragehege wird ab heute Rudolf-Harbig-Weg heißen. 15 Uhr werden Bürgermeister Jörn Marx, der ehemalige Langstreckler Jörg Peter und Harbigs Tochter Ulrike die neuen Schilder enthüllen.

1:46,6 - das war die magische Zahlenreihe von Rudolf Harbigs 800-Meter-Weltrekord, aufgestellt am 15. Juli 1939 beim Länderkampf Italien gegen Deutschland in Mailand. Über 16 Jahre hatte der Rekord Bestand, erst am 3. August 1955 wurde er in Oslo vom Belgier Roger Moens unterboten (1:45,7).

Rudolf Harbig wurde am 8. November 1913 in Dresden geboren und lernte nach der Schule bei einem Stellmacher. Nach der Lehre ging er als Geselle auf Wanderschaft, verdingte sich später als Gasableser. Der Krieg zerstörte das Leben Harbigs: Am 5. März 1944 fiel der größte Mittelstreckenläufer, den Deutschland je hervorgebracht hat, als Wehrmachtssoldat in der Ukraine.

Der Athlet Harbig war der Beweis, dass der eiserne Wille auch aus einem keineswegs höchstveranlagten Sportler den ganz großen Könner zu formen vermag. In seinen Anfangsjahren wirkte er eher schwächlich und unausgeglichen. Aber eine sorgfältige Ausbildung und Steigerung aller körperlichen Fähigkeiten und eine disziplinierte Lebensweise - kein Alkohol, kein Nikotin, zweckmäßige Kost und zeitiges Schlafengehen - schufen die Grundlagen für die Leistungen, von denen die Sportwelt mit Staunen sprach. Trainer Waldemar Gerschler hatte früh das Talent des schlanken Mannes erkannt und schliff den Rohdiamanten. Doch die großen Erfolge blieben zunächst aus. Bei Olympia 1936 in Berlin schied Harbig, von einer Darmgrippe geschwächt, über 800 Meter als Vorlauf-Sechster aus. Die Bronzemedaille mit der 4x400-Meter-Staffel war ein schwacher Trost. Im Jahr darauf lief Harbig mit 1:50,9 min über 800 Meter seinen ersten deutschen Rekord, denen er weitere 15 folgen ließ. 1938 wurde der Dresdner Europameister über 800 Meter und mit der 4x400-Meter-Staffel.

Dann kam das Rekordjahr 1939. Einen Monat nach der Sensation von Mailand lief der 26-Jährige in Frankfurt mit 46,0 Sekunden einen 400-Meter-Weltrekord, der neun Jahre hielt. Zwischen 1936 und 1940 blieb Harbig in 47 Rennen über 800 Meter ungeschlagen. Sein Traum vom Olympiasieg 1940 wurde durch den Krieg zunichte gemacht. Im Mai 1941 gelang Harbig, der sich auch als Konditionstrainer der DSC-Fußballer um Richard Hofmann und Helmut Schön betätigte, noch ein Weltrekord über 1000 Meter (2:21,5). Es war sein letzter.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.11.2013

güfra/tom

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport
  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr