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Altenberger Vivian Bierbaum und Florian Heinrich sind in Lillehammer dabei

2. Winter-Jugendspiele Altenberger Vivian Bierbaum und Florian Heinrich sind in Lillehammer dabei

Wenn in diesen Wochen wieder einmal „Top-Models“ gesucht werden, würde Vivian Bierbaum sicher chancenreich ins Rennen gehen. Aber es zog die 18-Jährige ins Eislabyrinth. Wie auch Skeleton-Pilot Florian Heinrich vertritt sie die deutschen Farben bei den 2. Winter-Jugendspielen in Lillehammer.

Altenberger Talente: Skeleton-Pilot Florian Heinrich und Bobsportlerin Vivian Bierbaum treten bei den 2. olympischen Winterjugendspielen in Lillehammer an.
 

Quelle: Egbert Kamprath

Dresden.  Wenn in diesen Wochen wieder einmal „Top-Models“ gesucht werden, würde Vivian Bierbaum sicher chancenreich ins Rennen gehen. Doch die 18-Jährige aus dem kleinen Erzgebirgsort Marbach hat ihr Casting schon vor zwei Jahren hinter sich gebracht – und das mehr als erfolgreich. Die ehemalige Leichtathletin des LV 90 Erzgebirge Thum wollte allerdings nicht auf die Laufstege dieser Welt, sondern ins Eislabyrinth.

Im Mai 2014 stellte sich der mutige Teenager beim Bob-Casting des Rennrodel-, Bob- und Skeletonverbandes Sachsen in Altenberg den gestrengen Blicken der erfahrenen Trainer Gerd Leopold, René Thierfelder und Andreas Zschocke. Sie erwies sich als Beste der insgesamt 18 Bewerberinnen und damit öffnete sich für die intelligente Schülerin, die wenig später ans Sportgymnasium Altenberg wechselte, die Tür zur sportlichen Zukunft im Eiskanal.

Ein Jahr und viele Trainingsfahrten später berief die Stiftung Sporthilfe Sachsen das Talent in das Team „Talente für Olympia“ – als Anschieberin. Und der Traum von Olympia, der wird für die hübsche Athletin jetzt, ein weiteres Jahr später, erstmals wahr. Wenn auch „nur“ bei den 2. Olympischen Winter-Jugendspielen in Lillehammer.

Inzwischen hat die begabte und ehrgeizige Sächsin schon den nächsten Schritt gewagt. Sie wird die deutschen Farben in Norwegen nicht etwa als Anschieberin vertreten, sondern als Pilotin. Im Sommer hatten sich die Trainer mir ihr zusammengesetzt und sie gefragt, ob sie das angehen wolle. Sie sagte „Ja“ und hat seitdem nicht nur die deutschen Bahnen in einem Monobob, mit dem sie auch in Lillehammer an den Start geht, kennengelernt.

Ein solches Gerät, in dem nur ein Athlet Platz findet, wird schon seit längerem auch in Sachsen als Ausbildungsgefährt genutzt. „Da muss man selber anschieben, lenken und bremsen. Ich finde das gut, wenn man alles selbst in der Hand hat, man fühlt sich nicht so ausgeliefert“, erläutert Vivian Bierbaum, die bei den Qualifikationsrennen für die Jugendspiele auch in den Eiskanälen von Innsbruck-Igls, St. Moritz und Lillehammer Erfahrungen sammeln und sich bewähren konnte.

René Thierfelder, der viel mit dem Talent arbeitet, erinnert sich inzwischen schmunzelnd an Vivian Bierbaums erste Fahrt als Pilotin in Oberhof: „Das war sehr schwierig, sie hatte Kopfschmerzen und ich war mir nicht sicher, ob das mit Lillehammer etwas werden würde. Doch dann wurde es von Mal zu Mal besser.“ Bierbaum hatte damals richtig Blut geleckt. „Es machte mir von Lauf zu Lauf mehr Spaß und wenn man einmal an den Lenkseilen gesessen hat, will man nicht wieder Anschieberin sein“, gibt Vivian Bierbaum lächelnd zu.

Ihr Vorbild Cathleen Martini hat sie schon damals beim Casting kennengelernt und ist mir ihr auch schon im Bob gefahren. „Sie hat mir viele gute Tipps gegeben“, verrät Bierbaum, die in Lillehammer unter die Top-Sechs fahren und vor allem auch das Flair dieser Spiele genießen möchte. Schon am 28. Februar beginnt für sie dann der nächste Schritt in die sportliche Zukunft. Dann wird sie die Bobschule als Zweier-Pilotin absolvieren, um irgendwann auch die olympischen Spiele der Großen zu erleben.

Mit Skeleton-Pilot Florian Heinrich wird ein weiterer Sportler des BSC Sachsen Oberbärenburg in Lillehammer an den Start gehen. Der ehemalige Chemnitzer Leichtathlet, der schon gemeinsame Trainingseinheiten mit seinem Idol Axel Jungk absolvieren konnte, hat sich ebenfalls eine Top-Sechs-Platzierung auf die Fahnen geschrieben. Außerdem sind aus unserer Region für Lillehammer die beiden Rodlerinnen Tina Müller und Jessica Tiebel (SSV Altenberg), Shorttrackerin Anna Seidel und Eisschnellläufer Ole Jeske (beide EV Dresden) nominiert.

Von Astrid Hofmann

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