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Algerischer Auswahl-Stürmer Mohamed Amine Aoudia wird für Dynamo immer wertvoller

Algerischer Auswahl-Stürmer Mohamed Amine Aoudia wird für Dynamo immer wertvoller

Weiße Flügel hat er keine und er trinkt auch keine Getränke, die ihm welche verleihen könnten. Auch schwebt er nicht über den Rasen, sondern legt zahlreiche Kilometer für die Mannschaft zurück und zündet den Turbo im entscheidenden Moment.

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Drei Treffer bei sechs Einsätzen - auf die Torjägerqualitäten von Mohamed Amine Aoudia baut Dynamo im Abstiegskampf.

Quelle: Dehli-News / Frank Dehlis

Wenn er abhebt und zum Kopfball ansetzt, dann wird die Luft für den Gegner dünn. Meist bleibt den Kontrahenten dann nur: zuschauen, staunen und sich darüber ärgern, den Dynamo-Stürmer mal wieder nicht im Griff gehabt zu haben. "Mein Kopfballspiel ist meine große Stärke, aber ich mag es auch, aktiv am Spiel teilzunehmen, den Ball zu fordern und mit zu verteidigen. Das habe ich hier in Deutschland gelernt. Im Fußball in Algerien spielt das nicht eine so große Rolle", zieht der 26-Jährige einen interessanten Vergleich.

Am vergangenen Sonntag ist er das erste Mal nach dem Wechsel zu Dynamo in sein Heimatland zurückgekehrt. Er bereitet sich mit der Nationalmannschaft auf das WM-Qualifikationsspiel am Sonnabend gegen Burkina Faso vor. "Es ist eine große Ehre für mich. Ich hoffe, dass ich meine Nominierung mit einem Tor rechtfertigen kann. Neben dem Sportlichen bin ich glücklich, dass ich meine Familie, vor allem meine Eltern, wiedersehen kann", berichtete Aoudia gestern den DNN.

Im Moment trägt den Stürmer eine Welle des Erfolges. In sechs Einsätzen hat er bereits drei Tore geschossen. Von März 2011 bis Dezember 2012 ist sein Marktwert bereits von 200 000 auf 900 000 Euro gestiegen. Entwickelt er sich zum Goalgetter für die Schwarz-Gelben, dann könnte er neben Tormann Benjamin Kirsten (eine Million Euro) schon bald der wertvollste Akteur sein.

"Ich verbessere mich von Tag zu Tag, aber ich bin immer noch nicht bei 100 Prozent meiner Leistungsfähigkeit angelangt. Je mehr Spieler ich bestreite, desto mehr werde ich meinen Rhythmus finden", sieht der Angreifer noch Luft nach oben. Gegen Aalen hat er bewiesen, dass er nicht nur Kopfballtore erzielen, sondern auch welche mit dem Fuß. Und bis jetzt blieb jedes Mal genug Puste, um zum Danke-Sprint einschließlich Umarmung in Richtung Trainer Olaf Janßen anzusetzen. Das gefällt dem 47-jährigen Coach jedoch nicht so richtig und deshalb soll Aoudia sich demnächst ein anderes "Kuschelobjekt" suchen. Der denkt jedoch gar nicht daran. "Ich werde immer auf den Coach zulaufen. Er ist einfach derjenige, der uns Stürmern am meisten hilft. Meiner Meinung nach muss ein Stürmer von seinem Trainer gemocht werden, damit er befreit aufspielen und Tore erzielen kann", erklärt er das Vertrauensverhältnis zum Mann an der Seitenlinie.

Noch enger verbindet ihn eine Freundschaft mit Konkurrent Mickael Poté. Auch wenn die beiden im Dynamo-Sturm gegeneinander um einen Stammplatz kämpfen, sind sie privat ein Herz und eine Seele. "Soweit es die Familie von Mika zulässt, verbringe ich meine ganze Zeit mit ihm. Entweder gehen wir essen, oder wir beten zusammen, da wir beide der gleichen Religion (Islam, Anm.d.Red.) angehören. Ich kann nur Gutes über ihn sagen. Er ist ein Mann mit einem ganz großen Herzen - und das weiß nicht nur ich. Er ist wie ein Bruder zu mir", beschreibt Aoudia den Torjäger, der momentan nicht trifft.

Nach dem langen Transfer-Hickhack mit seinem Ex-Verein ES Sétif haben dem Algerier neben Poté auch alle anderen französischsprachigen Spieler geholfen, sich schnell in Dresden einzuleben. Gemeinsam wollen sie ab kommender Woche regelmäßig Punkte einfahren, um die Abstiegsränge möglichst bald zu verlassen. Wenn "Flugzeug" Aoudia dann wieder anläuft, abhebt und trifft, dürfte das die Mission Klassenerhalt erleichtern.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.10.2013

Tina Hofmann

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