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Alexander Pietsch trumpft in Seidnitz groß auf

Alexander Pietsch trumpft in Seidnitz groß auf

Über 6000 Besucher, drei Siege der Lokalmatadoren, drei Treffer des Ex-Dresdners Alexander Pietsch und ein Sensationsumsatz am Toto - besser konnte man sich das Saison-Halali auf der Galopprennbahn in Seidnitz nicht wünschen.

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Jockey Bertrand Flandrin reitet auf Feuerblitz zu einem überlegenen Sieg im "J.J. Darboven Herbstpreis", dem Hauptereignis des letzten Renntages in Seidnitz.

Quelle: Steffen Manig

Dresden. Über 6000 Besucher, drei Siege der Lokalmatadoren, drei Treffer des Ex-Dresdners Alexander Pietsch und ein Sensationsumsatz am Toto - besser konnte man sich das Saison-Halali auf der Galopprennbahn in Seidnitz nicht wünschen. Schon zum Auftakt triumphierte der fünfjährige It´s Tiger aus dem Stall von Stefan Richter, der damit seiner Dresdner Kollegin Claudia Barsig noch einmal den Kampf um den Gewinn des "Silbernen Hufeisens" ansagte, mit acht Siegen gleichzog.

Doch schon im zweiten Rennen konterte Barsig mit dem Sieg von Tim Rocco. Im Sattel saß dabei Pietsch, der schon mit diesem Treffer im Jockey-Championat mit dem bislang führenden Andrasch Starke gleichzog. Doch es sollte noch besser kommen. Mit Global Gentl (Trainer Roland Dzubasz) holte sich Pietsch seinen nächsten Sieg und im letzten Rennen schlug er mit der dreijährigen Stute Blooming Stars, die Claudia Barsig ihm anvertraut hatte, ein drittes Mal zu. Damit führt der 43-Jährige jetzt in der Bestenliste mit 76 Siegen vor Starke (74) und Filip Minarik, der nach seinen gestrigen beiden Erfolgen jetzt 70 Erfolge zu Buche stehen hat.

Dass Pietsch im Sattel der beiden Barsig-Pferde saß, war nicht ganz selbstverständlich. Schließlich ist eigentlich André Best der Stallreiter, doch die Trainerin hat eine plausible Erklärung für den Wechsel: "Ich weiß, dass Alex Pietsch in diesem Jahr unbedingt das Championat gewinnen will. Das würde ich ihm absolut gönnen, denn wir haben solange zusammen in Dresden gearbeitet und so viel erlebt. Da müssen wir Dresdner einfach zusammenhalten. Natürlich war André nicht begeistert, aber er hat es professionell aufgenommen", so Claudia Barsig. Sie konnte mit diesen beiden Tagestreffern am Ende auch über das "Silberne Hufeisen" jubeln, das sie mit insgesamt zehn Erfolgen auf der Heimbahn gewann.

Bei den Jockeys ging das Hufeisen an Eugen Frank (6 Siege), der gestern wegen Verletzung nicht anreisen konnte, aber von keinem Reiter mehr verdrängt wurde. Pietsch strahlte nach seinem dritten Erfolg übers ganze Gesicht, meinte aber im Hinblick auf das Championat: "Das Schwierigste ist jetzt, die Ruhe zu bewahren und keine Experimente zu machen. Denn bei zu viel Risiko kann das alles auch in die Hose gehen." Für ihn wäre die deutsche Meisterschaft sicher die Krönung seiner bisherigen Laufbahn.

Im Hauptereignis des Tages, dem mit 25 000 Euro dotierten "J.J. Darboven Herbstpreis" über 2200 Meter, gab es einen Münchner Triumph mit französischer Beteiligung. Es gewann der von Michael Figge trainierte und vom Franzosen Bertrand Flandrin gerittene Feuerblitz. Der 36:10-Mitfavorit war schon auf höherer Ebene erfolgreich und verwies auch in Seidnitz die Konkurrenz auf die Plätze.

Als die Verantwortlichen des Rennvereins am Ende des Tages auf den Umsatz am Toto schauten, trauten sie ihren Augen kaum. Mit 173 920,07 Euro wurden über 45 000 Euro mehr verwettet als am gleichen Renntag im Vorjahr. Das ließ auch den Jahres-Gesamtumsatz nach oben schnellen. So verbuchten die Seidnitzer an den acht Renntagen 980 092,41 Euro. Im Vorjahr waren es nur 871 445,69 Euro und damit durfte über ein Plus von 12,47 Prozent gejubelt werden. Aussagekräftiger ist jedoch der Umsatz pro Rennen. Auch da steht bei 16 611,74 Euro (Vorjahr: 15 844,47 Euro) ein Plus von 4,84 Prozent in den Büchern.

So zog Präsident Michael Becker ein positives Fazit: "Wir sind mit dieser Rennsaison sehr zufrieden, werden wirtschaftlich aller Voraussicht nach bei einer schwarzen Null ankommen. Auch unsere Zuschauer haben uns die Treue gehalten, obwohl durch die vier PMU-Renntag die Startzeiten nach vorn verlegt wurden." Immerhin verzeichneten die Dresdner 56 595 Besucher und damit rund 8000 mehr als 2014. Auch die Zusammenarbeit mit dem französischen Wettanbieter PMU brachte für die Seidnitzer einige Vorteile. Vizepräsident Rainer Naseband: "PMU bezahlt uns für die von ihnen übertragenen Rennen die Rennpreise. Das hilft uns natürlich wirtschaften, auch wenn wir von den Wettumsätzen, die in Frankreich dabei erzielt werden, bisher nicht profitieren. Um einen Anteil von drei Prozent zu bekommen, müsste eine bestimmte Umsatzmarke, die ein ganzes Stück über einer Million Euro liegt, erreicht werden. Das wurde aber bei unseren Rennen in diesem Jahr noch verfehlt."

In der neuen Saison plant der Rennverein derzeit erst einmal mit sechs Renntagen, davon zwei in Zusammenarbeit mit PMU. "Die Anzahl der Renntage könnte sich noch erhöhen, auf PMU-Rennen haben wir allerdings keinen Einfluss. Das wird von den Franzosen festgelegt", erklärt Michael Becker.

Astrid Hofmann

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