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Aalens Thorsten Schulz hofft auf Dynamos Klassenerhalt

Aalens Thorsten Schulz hofft auf Dynamos Klassenerhalt

Im Sommer wechselt Thorsten Schulz vom VfR Aalen zu Dynamo Dresden. Aus diesem Grund wird der 28-jährige Verteidiger am Sonntag nicht spielen, wenn sein alter und sein neuer Arbeitgeber ab 13.30 Uhr in der Scholz-Arena aufeinandertreffen.

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Thorsten Schulz gilt als flexibel einsetzbarer Außenverteidiger. Der 28-Jährige wechselt im Sommer zu Dynamo.

Quelle: imago/Eibner

Dresden/Aalen. Darüber ist der gebürtige Hesse auch ganz froh.

Frage: Haben Sie Ihren Trainer Ralph Hasenhüttl gebeten, Sie diesmal nicht zu berücksichtigen?

Thorsten Schulz: Wir haben darüber kurz gesprochen, dann hat er gesagt, dass er mich aus der Schusslinie nehmen will. Er will mich schützen, das ist okay, das habe ich akzeptiert.

Hätten Sie gern gespielt?

Wenn ich gespielt hätte, dann hätte ich alles für den VfR Aalen gegeben. Das ist klar.

Wo werden Sie das Spiel verfolgen und wem drücken Sie die Daumen?

Ich werde es auf der Tribüne verfolgen. Die zweite Frage ist schwerer zu beantworten: Ich will, dass Dresden nächstes Jahr auf alle Fälle Zweite Liga spielt. Ich weiß aber auch, dass es für die Dresdner in Aalen ganz, ganz schwer wird, weil wir eine gute Mannschaft sind und einen guten Lauf haben. Wir haben die letzten Heimspiele ziemlich positiv gestaltet, das wird nicht leicht für die Dresdner. Ich möchte aber, dass sie in der Liga bleiben. Wenn es über die Relegation gehen muss, dann hoffe ich, dass Dynamo es dort schafft.

Sie haben bei Dynamo ganz bewusst auch für die Dritte Liga unterschrie-ben - warum?

Ich habe mich für den Verein entschieden, weil es - so glaube ich - für jeden Fußballer schön ist, in Dres-den zu spielen. Das ist ein geiler Klub, in dem noch viel Potenzial steckt. Wenn man die Chance hat, für so einen Klub zu spielen, dann kann man sich ruhig dafür entscheiden. Deswegen habe ich auch die Dritte Liga mitgenommen.

Wer hat den Kontakt mit Dynamo angebahnt?

Das lief über meinen Spielerberater. Ich hatte ihm gesagt, dass ich recht schnell Klarheit über die nächsten Jahre haben und nicht bis zuletzt warten möchte. Wer da wen zuerst angerufen hat, weiß ich gar nicht. Ich hatte noch andere Möglichkeiten, habe mich aber für Dynamo entschieden, weil das ein toller Klub ist. Ich hoffe, ich sage das in zwei Jahren auch noch.

Kennen Sie schon Dresdner Spieler persönlich?

Ich habe mit Sebastian Schuppan noch in Cottbus zusammengespielt. Mit ihm war ich auch auf Lausitz-Sportschule in Cottbus. Wir sind uns auch schon ein paar Mal auf dem Platz wiederbegegnet.

Was haben er und Ihr VfR-Abwehrkollege Tim Kister Ihnen über Dynamo erzählt?

Ich habe mit Sebastian gemailt, er hat mir alles Gute gewünscht und mich beglückwünscht. Tim Kister hat das auch getan, er hat mir gesagt, dass in Dresden mehr los ist als bei anderen Klubs. Sie haben mir gesagt, dass es die richtige Entscheidung ist, sich in Dresden zu versuchen.

Wie war denn die Reaktion in Aalen? Da muss man doch traurig gewesen sein, weil man Sie ja halten wollte, aber mit dem neuen Angebot ein paar Stunden zu spät kam...

Ich habe mit vielen Leuten geredet, mit dem Sportdirektor, mit dem Trainer auch. Sie fanden den Wechsel nachvollziehbar und dass es sportlich der richtige Schritt ist für mich. Viele Leute hätten mich gern weiter in Aalen spielen sehen, weil ich nach meinem Kreuzbandriss eine recht gute Saison gespielt habe. Es fällt mir schon schwer, hier weg zu gehen, weil ich viele tolle Leute kennen gelernt habe: Trainer, Mitspieler, Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle, Sponsoren. Sie können mich aber alle verstehen, dass ich mal etwas Neues erleben will.

Sie sind ein beidbeinig starker Außenverteidiger. Welche ist aber Ihre Schokoladenseite?

Von den 35 Spielen, die ich in Aalen gemacht habe, habe meist links gespielt. Ich bin nach rechts gewechselt, weil sich der Rechtsverteidiger verletzt hatte. Das ist für einen Trainer eine relativ komfortable Situation, weil ich wirklich ohne Eingewöhnungszeit beide Seiten spielen kann. Für mich ist es eigentlich gleich, obwohl ich auf der linken Seite lieber spiele.

Dann käme es ab Sommer vielleicht zum direkten Duell mit Schuppan...

Wenn der Trainer mich da aufstellt, hätte ich kein Problem damit.

Was hat der VfR am Sonntag noch zu verlieren? Der Klassenerhalt der Aalener entscheidet sich nicht auf dem Platz.

Wir haben durch die absolvierten Heimspiele der ganzen Region ge-zeigt, dass wir tollen Fußball spielen können. Ich glaube, wir haben eine sehr, sehr starke Saison gespielt. Bei uns geht es jetzt noch darum, dass wir die Lizenz erhalten. Dazu brau-chen wir die Unterstützung des Ostalbkreises, die wir uns mit guten Spielen verdienen müssen. Die Mannschaft kann noch einmal zeigen, was sie kann. Der Druck liegt eher bei Dynamo Dresden.

Wieso ist der Aufsteiger aus Aalen in seiner ersten Zweitliga-Saison so erfolgreich gewesen?

Wir sind gut in die Serie gestartet, haben die ganze Euphorie mitgenommen. Wir haben eine Art, Fußball zu spielen, die es den anderen Mannschaften sehr schwer macht. Wir haben wenig Gegentore kassiert, unsere Defensive ist stark. Unser Trainer hat uns sehr gut eingestellt, er hat einen sehr, sehr großen Anteil am Erfolg. Das Trainerteam hat es immer geschafft, die Leute bei Laune zu halten und sie so einzustellen, dass sie auch bei den großen Mannschaften wie Braunschweig, St. Pauli oder Kaiserslautern erfolgreich waren. Wir haben aus einem schnellen Umschaltspiel heraus die Tore gemacht. Aalen hat eine tolle Mannschaft, und ich hoffe, dass wir uns im nächsten Jahr in der Zweiten Liga wiedersehen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.05.2013

Jochen Leimert

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